Ali: Probleme wegen eines Fingerabdrucks

Porträt
01:12 min

Ich bin Ali

Alis größter Traum ist ein Universitätsabschluss. In Syrien hat er Mathematik studiert. Der 21-Jährige hofft, dass er in einem Jahr wieder im Hörsaal sitzen kann. Video (01:12 min)

mit Video

Warten auf Deutschland - Zwei Menschen nach ihrer Flucht

27.05.2016 21:15 Uhr
Die Reportage

Die Reportage hat Flüchtlinge monatelang begleitet, darunter eine Mutter und einen jungen Mann aus Syrien. Ihr Leben in Deutschland nimmt sehr verschiedene Wendungen. mehr


10.06.2016 - Berlin

Fingerabdrücke bereiten Ali Sorgen

Ali hat ein Problem: Die deutschen Behörden haben herausgefunden, dass er auf der Flucht nach Deutschland schon einmal in Ungarn per Fingerabdruck registriert wurde. Gemäß des Dublin-Abkommens wäre dann nicht mehr Deutschland, sondern Ungarn für Ali zuständig. Ali könnte die Abschiebung nach Ungarn drohen. All das hat Ali bei einem Beratungstermin in der Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen (KuB) erfahren, bei dem er all seine Unterlagen vorgelegt hat. Demnach haben die deutschen Behörden nun Kontakt zu Ungarn aufgenommen, um den Sachverhalt zu prüfen.

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Rashida und Ali wollen einen Anwalt um Hilfe bitten.

Ein weiteres Problem: In Alis Ausweis steht immer noch, sein Herkunftsland sei ungeklärt. Seine syrischen Ausweisdokumente, die das BAMF im Februar zur Prüfung einbehalten hatte, hat Ali auch noch nicht zurück. Aufgrund dieser zahlreichen Probleme hat sich nun Alis Berliner Bekannte Rashida entschieden, zu handeln. Sie möchte Ali dabei unterstützen, endlich Antworten auf seine Fragen zu erhalten.

Ohne Ali davon zu erzählen, hat Rashida in ihrem Bekanntenkreis ein wenig Geld gesammelt, um Ali ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt zu ermöglichen. Zu diesem Gespräch hat sie ihn auch begleitet. Nun will der Anwalt sich um eine Klärung von Alis Fall bemühen. Um dies zu finanzieren, wird Rashida erneut die Spendentrommel rühren. Für Ali ist das eine große Belastung. Es fällt ihm schwer, abhängig von der Hilfe anderer zu sein. Aber eine Wahl hat er nicht. Denn er weiß, ohne Geld und ohne ausreichende Sprachkenntnisse ist er kaum dazu in der Lage, sich den Hürden seines komplizierten Asylverfahrens alleine zu stellen.

 

Der Flüchtling Ali aus Syrien. © NDR Fotograf: Felix Meschede

Ali sucht Hilfe bei einem Anwalt

NDR Info -

Der Syrer Ali ist verzweifelt: Weil er auf der Flucht Fingerabdrücke in Ungarn abgegeben hat, droht ihm nach EU-Verordnung die Abschiebung. Kann ihm ein Anwalt helfen?

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11.05.2016 - Berlin

"Ich fühle mich immer schlapp"

Ali ist von seiner Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Spandau zum Einkaufen nach Neukölln gefahren. Das Essen in seinem Camp reiche oft nicht aus, erzählt er. Zudem gebe es dort jeden Tag dasselbe: morgens und abends je ein Stück Fladenbrot, dazu Honig und Käse. Mittags Reis mit Fleisch oder Spaghetti, dazu täglich ein Stück Obst. Praktisch nie gebe es Gemüse oder Salat.

"In Syrien kochen wir viel mit Olivenöl und Hülsenfrüchten. Sehr vitaminreich", sagt Ali. "Ich merke, dass mir das hier fehlt, dass ich mich immer schlapp fühle." Daher gibt der junge Syrer einen Großteil seines Budgets für Nahrungsmittel aus. 120 Euro bekommt Ali monatlich. 20 Euro zahlt er für Internetnutzung, für 36 Euro kauft er eine Karte für Bus und Bahn. Übrig bleiben 64 Euro, die Ali hauptsächlich in Lebensmittel steckt.

"Es kommt vor, dass ich Hunger habe, aber kein Geld mehr", erzählt der junge Flüchtling, der noch immer auf seine Aufenthaltsgenehmigung wartet. Letztlich gehe es ihm aber besser als vielen anderen. Denn anders als viele seiner Landsleute in Deutschland müsse er seine Familie in Syrien derzeit nicht mitversorgen.

Zu sehen ist der syrische Flüchtling Ali. © NDR Fotograf: Screenshot

Auf Einkaufstour in Neukölln

NDR Info -

Aus seinem Camp in Berlin-Spandau ist Ali zum Einkaufen nach Neukölln gefahren. Ihm fehlten Nährstoffe, erzählt er, denn in der Flüchtlingsunterkunft gebe es weder Gemüse noch Salat.

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21.04.2016 - Berlin

"Die Mehrheit der Menschen will uns hier nicht"

Ali ist frustriert: Auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln hat er ständig das Gefühl, dass er in Deutschland nicht willkommen ist. "Wenn ich mit der S-Bahn fahre und um mich herum sind drei Plätze frei, dann setzt sich niemand zu mir. Erst, wenn die Bahn komplett voll ist, nehmen sie Platz", erzählt der Syrer. Auch seine Mitbewohner haben Ähnliches erlebt: "Wenn ich die Straße entlanggehe und eine Frau kommt mir entgegen, dann wechselt sie die Straßenseite", berichtet einer frustriert.

Diese Erlebnisse - aber auch das andauernde Warten auf eine Entscheidung der Behörden über seinen Aufenthaltsstatus - haben Alis Haltung verändert. "Anfangs war es mir noch wichtig, Beziehungen zu Deutschen aufzubauen", sagt er. Aber inzwischen sei ihm das egal. "Das interessiert mich einfach nicht mehr." Ihm würde es reichen, von Syrern, Arabern, Libanesen und Palästinensern umgeben zu sein. Trotzdem gibt er die Hoffnung auf eine gelungene Integration nicht auf.

Ali sitzt in seiner Unterkunft auf einem Doppelbett - neben ihm steht sein Mitbewohner. © NDR

"Ich habe kein Vertrauen mehr in die Deutschen"

Ali fühlt sich ausgegrenzt und in Deutschland nicht willkommen. Seine Freunde und er berichten, wie sie in der S-Bahn und auf der Straße Abneigung spüren.

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04.02.2016 - Berlin

Zu früh gefreut

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Ali berichtet einem Mitbewohner von seinen Erfahrungen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zweifelt an, dass Ali aus Syrien kommt. Deshalb musste der 21-Jährige nun erneut bei der Behörde vorsprechen. Doch das Gespräch mit einem Beamten und einer Dolmetscherin dauerte nur eine Stunde. Eine Entscheidung fiel danach nicht.

Stattdessen hieß es, Ali müsse zu einem dritten Termin erscheinen. Mittlerweile nimmt Ali die Situation gelassen. Er habe sich daran gewöhnt, dass er hier einfach kein Glück habe, sagt der junge Mann.


26.02.2016 - Berlin

Neuer Termin nach Hiobsbotschaft

Nach dem Schock beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Alis Herkunftsland infrage gestellt hat, hat der Syrer nun unerwartet schnell eine neue Einladung bekommen. Am 1. März soll er erneut bei der Behörde vorsprechen. Der 21-Jährige hofft, dass er während des neuen Interviews glaubhaft darlegen kann, dass er Syrer ist. Dann könnte er auch endlich einen Intergationskurs besuchen.


03.02.2016 - Berlin

Unerwartete Probleme

Syrer werden in den meisten Fällen als Flüchtlinge anerkannt. Deshalb hat sich Ali vor seinem Antragstermin auch keine Sorgen gemacht. Doch als er das BAMF am Abend verlässt, kann er selbst kaum glauben, was in den letzten Stunden passiert ist.

Ali steht vor dem BAMF in Berlin und schaut fassungslos.  Fotograf: Felix Meschede

"Sie glauben mir nicht, dass ich Syrer bin!"

Ali stellt nach vier Monaten in Deutschland endlich seinen Asylantrag beim BAMF in Berlin, doch es gibt Probleme, denn die Beamten zweifeln an seinen Dokumenten.

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02.02.2016 - Berlin

Endlich den Antrag stellen

Auf nichts wartet Ali Kamoun mehr als das: den Asylantrag stellen. Endlich kann er offiziell um Schutz in Deutschland bitten. Ob ihm dieser gewährt wird, weiß der junge Mann nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Denn fast alle Syrer werden als Flüchtlinge anerkannt.

Ali vor dem BAMF in Berlin  Fotograf: Felix Meschede

Der Tag vor dem Asylantrag

NDR Info -

Ali Kamoun kann endlich seinen Asylantrag stellen. Monatelang hat er darauf gewartet. Seinen Eltern erzählt er lieber nichts von den Rückschlägen in Deutschland - sie haben genug Sorgen in Syrien.

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26.01.2016 - Berlin

Lethargie macht sich breit

Ali ist unzufrieden, kann sich aber auch nicht dazu aufraffen, seine Situation zu ändern. Jeden Tag sitzt er bei seiner Schwester und ihrem Ehemann in der Berliner Wohnung und hadert mit den deutschen Behörden. Lohnt es sich, vor der Genehmigung des Antrags Deutsch zu lernen? "Ich bin erst nach Hamburg gekommen, habe mich bemüht, habe Freunde gefunden. Und dann hieß es plötzlich, du musst hier weg, wir sind nicht für dich zuständig. Dieses Mal werde ich warten, bis mein Asylantrag durch ist. Davor mache ich gar nichts", sagt Ali. Seine Schwester beobachtet die Veränderung mir Sorge. Ihr Ehemann besteht darauf, dass Ali sich zusammenreißt. "Melde dich in einem Sportclub an, lerne Deutsch. Die Sprache ist der Schlüssel zu allem!", sagt er. Aber Ali hat das lange Warten verändert - die Euphorie ist vorerst verloren. "Am Anfang war ich voller Motivation, wollte lernen, studieren, arbeiten. Und dann stößt man überall auf Hürden. Nichts geht voran. Man ist zum Warten verdammt."

Ali

Ali wartet auf den Asylantrag

NDR Info -

Seit mehr als zwei Monaten lebt Ali in Berlin und wartet dort auf seinen Termin für den Asylantrag. Mittlerweile fällt es ihm schwer, seine Zeit sinnvoll zu gestalten.

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14.01.2016 - Berlin

Nach der Silvesternacht

Auch Ali hat mitbekommen, worüber Deutschland seit Tagen diskutiert: Wie konnten in der Silvesternacht so viele sexuelle Übergriffe und Diebstähle in mehreren Städten stattfinden und ungestraft bleiben? Wer sind die Täter? Blicken sie verächtlich auf Frauen, weil sie aus einer anderen Kultur kommen? Mittlerweile gab es auch Angriffe auf Ausländer. Was denkt Ali?

Zu sehen ist der syrische Flüchtling Ali. © NDR Fotograf: Screenshot

Der syrische Flüchtling Ali über die Silvestervorfälle

N-JOY

Wie haben die Ereignisse in Köln dein Leben verändert? Der 21-jährige syrische Flüchtling Ali spricht über die Vorfälle in der Silvesternacht, seine Ängste, Deutschland und Veränderung.


31.12.2015 - Hamburg

Alis erstes Silvester in Deutschland

Ali feiert Silvester in Hamburg - bei Leonhard, einem jungen Mann, den er vor seiner Abreise aus der Hansestadt kennengelernt hat. Dafür ist Ali extra aus Berlin angereist. "Es ist das erste Mal, dass ich Silvester feiere. Aber mir ist es wichtig, mich an die Bräuche in Deutschland zu gewöhnen", sagt er. "Und ich möchte neue Menschen kennenlernen." Natürlich sei es für ihn komisch, ausgelassen zu feiern, während in seiner Heimat Krieg herrscht. "Aber ich möchte versuchen, mich darauf einzulassen. Ich bin jetzt hier und möchte ein Teil der Gesellschaft werden." Für 2016 wünscht er sich vor allem eines: ankommen.

Zu sehen ist der syrische Flüchtling Ali. © NDR Fotograf: Screenshot

Ali: Wünsche für 2016

NDR Info

An Silvester ist der Flüchtling Ali auf einer Party in Hamburg eingeladen. Wie blickt der junge Syrer auf das Jahr 2015 zurück? Was erhofft er sich von 2016?

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10.12.2015 - Berlin

Immer noch kein Antrag

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Warten, warten, warten: Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge muss jeder seinen Asylantrag stellen.

Erkältet und durchgefroren steht Ali seit 7.30 Uhr vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Berlin. In der Hand hält er ein Schreiben der Behörde, er solle um 8.00 Uhr da sein: wegen seines Asylantrags. Etwa 200 Menschen warten mit Ali vor dem Haupteingang und auf der Straße. Freiwillige verteilen Essen und heiße Getränke. Es ist bitter kalt. Der Wachdienst hat die Tür mit Absperrgittern verbarrikadiert. Alle zehn Minuten ruft ein Mitarbeiter Namen auf. Wer nicht sofort erscheint hat Pech. "Die Menschen haben Angst ihren Termin zu verpassen, deshalb verbringen einige hier sogar die Nacht", sagt Ali mit heiserer Stimme. Eine genaue Uhrzeit hat niemand bekommen.

Stundenlang wartet Ali. Dann hört er seinem Namen. Doch rein darf er nicht. An der Tür erhält er ein Schreiben, er solle am 3. Februar, um 8.00 Uhr wiederkommen. Dann könne er seinen Antrag stellen. "Warum lassen sie mich stundenlang warten, um mir dann mitzuteilen, dass ich erst im Februar meinen Termin bekomme?", fragt Ali. Enttäuscht kehrt er zurück ins Camp.


07.12.2015 - Berlin

Wieder warten

Derzeit schläft Ali bei seiner Schwester in Berlin. Ob er wieder transferiert wird oder sogar Probleme bekommt, weil er nicht in Halberstadt geblieben ist, weiß er noch nicht. Er hat bald einen Termin für seinen Asylantrag. Jetzt soll es endlich schneller gehen, hofft er.


16.11.2015 - Berlin

Schnell weg - Richtung Berlin

Ali hält es in der Zeltstadt in Halberstadt nicht mehr aus und haut ab. Die Zustände in dem Camp seien unhaltbar gewesen, begründet der Syrer seine Entscheidung. "Vier Tage lang saß ich nur im Zelt, es war sehr kalt. Es gab keine warme Kleidung, nichts, um sich zu wärmen", berichtet Ali. Er fährt nach Berlin, wo seine Schwester wohnt, und versucht sich in der zuständigen Behörde zu registrieren. Doch am LaGeSo herrschen chaotische Zustände.

Schließlich erfährt Ali, dass er in einem Camp in Grunewald untergebracht werden soll. Doch der Bus, der den Syrer dorthin bringen soll, kommt nicht - über zwei Tage hinweg. Er und Dutzende weitere Flüchtlinge bleiben auf sich gestellt und müssen selbst schauen, wo sie die Nächte verbringen.

Ali steht am Zaun des LaGeSo in Berlin. © NDR

Ali harrt am LaGeSo aus

Ali ist nach Berlin geflohen. Dort wird er beim LaGeSo vorstellig. Doch die Zustände an der Behörde sind chaotisch.

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13.11.2015 - Halberstadt

Vom Baumarkt ins Zelt

Nach seiner Ankunft in Halberstadt ist Ali geschockt: In Hamburg lebte er im Baumarkt, nun soll er mitten im Winter in einem Zelt wohnen.

In Halberstadt soll Ali im Zelt wohnen


13.11.2015

Transfer von Hamburg nach Halberstadt

Ali darf nicht in Hamburg bleiben. Sein neues Zuhause soll ein Camp in Halberstadt in Sachsen-Anhalt werden. Die Reise dorthin ist erlebnisreich: Erst wird er emotional verabschiedet, dann beschimpft. Schließlich kommt dem Syrer ein glücklicher Zufall zu Hilfe.

Ali verlässt in Begleitung von Bekannten das Gelände des ehemaligen Bahr-Baumarkts in Hamburg.

Zugfahrt nach Halberstadt

Ali verlässt Hamburg und reist nach Halberstadt. Dort soll er ein Flüchtlingscamp beziehen. Doch erstmal muss er den Weg dorthin finden.

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11.11.2015 - Hamburg

Ali erfährt, dass er Hamburg verlassen muss

Ali fragt in der Erstaufnahme in Hamburg-Harburg nach, wann es endlich mit seinem Asylantrag weitergeht. Der 21-Jährige will unbedingt aus dem Baumarkt ausziehen. Dann die Überraschung: Ali erfährt, dass er "transferiert" wird, wie es im Behördendeutsch heißt. Die Asylbehörden wollen ihn nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt schicken. Jedes Bundesland muss nach dem "Königsteiner Schlüssel" eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen. Verteilt werden die Menschen per Computersystem, das nicht danach fragt, ob Ali bereits im Deutschkurs lernt, Freunde gefunden hat und Hamburg mag. "Ich verstehe diese Logik nicht. Wir sind doch keine Spielzeuge, die man einfach willkürlich von A nach B schicken kann. Wir sind Menschen und verdienen einen respektvollen Umgang. Ach, ich weiß es auch nicht, ich bin einfach nur noch müde."

Ali steht vor der Erstaufnahme in Hamburg und schaut skeptisch.

Ali muss Hamburg verlassen

Ali erfährt nach zwei Monaten in Hamburg, dass er nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt transferiert werden soll. Dabei hat er in der Hansestadt schon einen Deutschkurs sicher.

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Ali © NDR Fotograf: Screenshot

Ali soll transferiert werden

NDR Info

Fast zwei Monate ist Ali in Deutschland. Gerade hat er in Hamburg einen Platz in einem Deutschkurs bekommen. Doch dann erhält er die Nachricht, dass er nun nach Halberstadt muss.

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05.11.2015 - Hamburg

Deutsch lernen

Alis Bewerbung für den Deutschkurs hatte Erfolg: Er ist einer von nur 100 Flüchtlingen, die von der Hamburger Universität ausgewählt wurden. "Die Sprache ist für mich das Allerwichtigste. Mein Ziel ist, in einem Jahr so gut Deutsch zu sprechen, dass ich mich für eine normalen Studienplatz in Hamburg bewerben kann." Der junge Mann freut sich, gemeinsam mit Menschen zu lernen, die nicht in einem Camp leben, nicht geflohen sind. "Ich weiß ja noch immer nicht, ob ich überhaupt in Hamburg bleiben werde. Und jetzt, wo ich hier an diesem Uni-Kurs teilnehmen darf, wäre es natürlich schlimm, wenn sie mich wegschicken würden."

Ali in der Uni

Ali in der Uni

Bei einer Veranstaltung für Flüchtlinge an der Hamburger Uni wird Ali als einer von 100 Studenten ausgewählt: Er darf einen Deutschkurs machen. Das erste Mal ist der Syrer wieder unter Nicht-Flüchtlingen.

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16.10.2015 - Hamburg

"Ich weiß nicht, wie es weitergeht"

"Niemand gibt uns Informationen", sagt Ali. Nach genau einem Monat in Deutschland weiß er nicht, wie es weitergeht. Vielleicht wird er an einen anderen Ort geschickt, vielleicht in ein anderes Camp in Hamburg.

Der Flüchtling Ali aus Syrien. © NDR Fotograf: Felix Meschede

Einen Monat Deutschland

Ali ist jetzt seit einem Monat in Deutschland. Er vermisst seine Familie sehr. Aber er musste an seine Zukunft denken, als er beschloss, zu fliehen, sagt er.

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13.10.2015 - Hamburg

So ist das Leben im Baumarkt

Ali lebt jetzt seit zwei Wochen im Baumarkt. Er bekommt kein Geld, darf weder studieren noch sich einen Job suchen. Viele seiner Freunde aber haben schon einen Termin zum Interview für das Asylverfahren bekommen. "Vergeudete Zeit" sei das im Moment, findet er.

In einem Baumarkt in Bergedorf leben Flüchtlinge. © NDR/Screenshot

Handyvideo: Das Leben im Baumarkt

Wie ist das Leben für Ali im Baumarkt? Ein Handyvideo des Flüchtlings zeigt, wie der Alltag in der Unterkunft aussieht.

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08.10.2015 - Hamburg

Zurück an die Uni

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Ali lernt bei einer Info-Veranstaltung der Uni Hamburg neue Leute kennen.

Endlich ist Ali zurück an der Uni. Hier würde er gern sein Mathematik-Studium fortsetzen. "Es ist ein tolles Gefühl, endlich wieder Uni-Gelände zu betreten. Sonst bin ich nur im Camp und vergesse manchmal fast, dass ich vorher ein normales Leben geführt habe." Fast 1.000 junge Flüchtlinge kommen zu der Info-Veranstaltung auf den Campus. Ali bekommt Zugänge für das Uni-System und eine Einführung. Außerdem bewirbt er sich für einen Deutschkurs. "Was für ein Gefühl, endlich wieder respektiert und ernst genommen zu werden. Ich fühle mich zum ersten Mal seit meiner Zeit in Hamburg wieder wie ein Mensch", sagt er.


03.10.2015 - Berlin

Wiedersehen mit der Schwester

Ali fährt seine Schwester in Berlin besuchen. Sie ist gerade in Berlin angekommen. Ihr Ehemann war bereits geflüchtet und hat sie nach Deutschland nachgeholt. Seit seiner Flucht hat Ali seine Schwester nicht gesehen. Nun freut er sich auf sie - und auf Kleidung, die sie ihm mitgebracht hat. Denn seit seiner Flucht hat er sich keine neuen Klamotten leisten können.

Ali

Endlich die Familie wiedersehen

Ali fährt nach Berlin. Das erste Mal seit seiner Flucht trifft er seine Schwester wieder, die ihrem Mann nach Berlin gefolgt ist. Er freut sich vor allem auf Klamotten, die sie ihm mitgebracht hat.

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1.10.2015 - Hamburg

Hungerstreik in Bergedorf

Ali wird aus den Messehallen nach Bergedorf verlegt. Dort gibt es nicht einmal genug Betten. Die Flüchtlinge treten in einen Hungerstreik und schlafen auf der Straße.


15.09.2015 - Hamburg

Ankunft in Hamburg

Nach seiner Flucht aus Syrien erreicht Ali Kamoun Hamburg. Er kommt zunächst in den Messehallen unter. Anfangs hat er große Angst vor einer Abschiebung nach Ungarn, wo er seine Fingerabdrücke hinterlassen musste. Er hat Syrien gemeinsam mit zwei Kommilitonen und dem kleinen Bruder des einen Kommilitonen verlassen. Allerdings sind sie nur zu dritt in der Hansestadt angekommen, einen der Mitfliehenden haben sie in Ungarn verloren. Nach Hamburg wollte Ali von Anfang an. Dort fühlt er sich schnell wohl. "Mir gefällt es hier, nicht nur, weil es schön ist. Auch die Menschen sind sehr freundlich, hilfsbereit. Ich habe einfach das Gefühl, dass Hamburg meine Stadt ist."

Ali © NDR

"Es ist schwierig, nicht die Geduld zu verlieren"

NDR Info

Ali ist aus Syrien geflohen, zurzeit lebt er in Hamburg. Hier möchte er sein Mathematikstudium wieder aufnehmen. Doch noch gibt es keine Entscheidung, ob er das überhaupt darf.

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Nach der Flucht kommt der Baumarkt

Als er in Deutschland ankommt, hat Ali gute Chancen, hier bleiben zu dürfen - doch zunächst besteht das Leben des jungen Syrers aus Warten. Seine erste Unterkunft ist ein ehemaliger Baumarkt in Hamburg-Bergedorf. mehr

Wie wir mit Flüchtlingen zusammenleben

NDR Reporter begleiten mehrere Monate lang Flüchtlinge und Norddeutsche, die mit ihnen zu tun haben. Welche Hoffnungen und Ängste haben sie? Und wie entwickelt sich das Zusammenleben? mehr