Stand: 14.11.2016 14:00 Uhr

Mani wird zum kleinen Feuerwehrmann

 


14. November 2016 - Hamburg

Mani entdeckt die Freiwillige Feuerwehr

Mani verbringt die langen Herbstabende bei der Jugendfeuerwehr in Hamburg-Harburg. Mit großer Freude lernen er und die Jugendlichen alles rund ums Thema Brandbekämpfung. Und natürlich darf echte Feuerwehrkleidung dabei nicht fehlen. Ahmad ist überglücklich, dass sein Sohn so viel Freude hat. Ein größeres Geschenk gibt es für den Vater nicht, der an diesem Tag seinen 50. Geburtstag feiert.

Auf geht's zur Feuerwehr


26. September 2016, Hamburg

Schlaflose Nächte und Suche nach einer Wohnung

Ahmad hat seit Tagen nicht richtig geschlafen. Noch immer hat der Iraner seine Aufenthaltserlaubnis nicht erhalten. Doch immerhin darf er sich nun auf die Suche nach einer eigenen Wohnung machen. Das Sozialamt übernimmt die Kaltmiete in Höhe von maximal 448 Euro für bis zu 60 Quadratmeter.

Doch wie soll der blinde Vater in Hamburg alleine eine Wohnung finden? Noch dazu mit guter Verkehrsanbindung und dann für den Preis? Solange das Asylverfahren nicht abgeschlossen ist, wird er bei der Suche nach einem neuen Zuhause keine Unterstützung von den Behörden erhalten.


11. August 2016, Hamburg

Erste Trennung seit der Flucht

Endlich darf Mani für drei Wochen in ein Sommercamp fahren. Sein Vater Ahmad bringt ihn zum Bahnhof Altona, von dort geht es mit dem Zug nach Sylt - in ein Jugendheim. Doch wo genau liegt dieses Sylt? Ahmad und Mani wissen es nicht so genau. "Das ist eine Insel in der Nordsee", ruft Manis Schulfreund.

Der Junge hat sich seit Monaten auf diese Reise gefreut, aufgeregt läuft er den Bahnsteig rauf und runter. Ein bisschen Wehmut mischt sich aber auch unter die Freude. Denn es ist das erste Mal, dass Vater und Sohn seit ihrer Ankunft in Deutschland getrennt sind. "Wenn Mani glücklich ist, dann bin ich es auch", sagt Ahmad.

In den kommenden drei Wochen werden Mani und die anderen Kinder auf Sylt an einem Theaterstück arbeiten, das nach ihrer Rückkehr dann vor den Eltern aufgeführt wird. Dabei geht es vor allem um das spielerische Erlernen der deutschen Sprache. Insgesamt sieben Betreuer sind für die Kinder dabei. Und neben Lernen und Theater stehen natürlich auf Strandspaziergänge und Ausflüge ins Watt auf dem Programm.


10.06.2016 - Hamburg

Geburtstagskind freut sich auf die EM

Mani hatte Geburtstag - er ist Anfang der Woche neun Jahre alt geworden. Zu seinem Ehrentag hat ihm sein Vater Ahmad Panini-Sammelbilder zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich geschenkt. Denn Mani ist ein riesiger Fußballfan, seine Lieblingsmannschaft sind die Deutschen. Sein Idol: Thomas Müller.


09.06.2016 - Hamburg

Rückschläge für Ahmad

Ahmad wollte eigentlich Ende Juni einen Deutschkurs beim Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte im nordrhein-westfälischen Düren beginnen. Darauf hatte sich der Iraner schon sehr gefreut. Doch aus dem Umzug nach Düren wird wohl sehr wahrscheinlich nichts: Die Behörden erwarten derzeit von Ahmad, dass er bis zur Klärung seines Aufenthaltsstatus in Hamburg bleibt.

Ein weiterer Rückschlag: Ahmad kann keinen zweiten Sprachkurs anfangen. Grund dafür ist seine Erblindung, wegen der er nicht an den normalen Sprachkursen der Volkshochschule teilnehmen kann. Für Menschen wie Ahmad gibt es spezielle Sprachkurse für Sehbehinderte - diese werden aber nur in Chemnitz oder Berlin angeboten. Die Kosten für einen solchen Kurs außerhalb von Hamburg übernehmen die Behörden aber auch erst dann, wenn Ahmad eine Aufenthaltsgenehmigung hat.


29.04.2016 - Hamburg

Wichtiger Termin beim BAMF

Endlich ist der Tag gekommen: Ahmad und Mani haben einen Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dieses entscheidet über die Aufenthaltsgenehmigung von Vater und Sohn. Weil das Gespräch so wichtig ist, hat Ahmad in der Nacht vorher kein Auge zugetan.

Im Amt selbst steht Ahmad dann zweieinhalb Stunden lang Rede und Antwort, warum er mit seinem Sohn aus dem Iran geflohen ist. Er erzählt von seinem christlichen Glauben und davon, wie Christen im Iran verfolgt werden. So wurden einige seiner Gemeindemitglieder verhaftet und verfolgt. Die Interviewer fragen Ahmad nach konkreten Namen, Orten und Zeiten.

Nach dem Gespräch ist Ahmad guter Dinge. Die Atmosphäre sei sehr angenehm gewesen, berichtet Ahmad. Wann das BAMF eine Entscheidung über seinen Fall fällt, ist jedoch noch unklar. Aus Erfahrung kann dies einige Wochen oder sogar einige Monate dauern.


15.04.2016 - Hamburg

Ahmad lernt Deutsch in speziellem Kurs

Ahmad hat gute Nachrichten: Am 27. Juni kann er mit einem Deutschkurs am Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte in Düren anfangen. Außer ihm sind nur fünf weitere Schüler in der Klasse - ein Intensivkurs also. Der Unterricht wird insgesamt ein Jahr dauern. Ahmad wird mittels einer speziellen Software ausgebildet, um ihm den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.

Ahmad freut sich sehr über dieses Angebot. Er will schon vorher einmal mit seinem Sohn Mani nach Düren fahren, um sich die Stadt genauer anzuschauen. Dort sollen die beiden ein eigenes Zimmer bekommen, mit einem Fitnessraum im selben Gebäude, einer Kantine mit Vollverpflegung und einem Spielplatz. Außerdem kann Mani vor Ort weiter zur Grundschule gehen.


08.04.2016 - Hamburg

Mani darf ins Sommercamp fahren

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Ahmad und sein Sohn Mani: Seit der Flucht aus dem Iran sind sie fast immer zusammen.

Mani hat Glück, er darf im Sommer mit in ein Theater-Sprachcamp fahren, wo er spielerisch die deutsche Sprache lernt. Seine Schule hatte den Neunjährigen dafür vorgeschlagen. In den Sommerferien geht es los. Insgesamt wird Mani drei Wochen am Meer oder an der holsteinischen Seenplatte verbringen. Mehr als 250 Hamburger Schüler nehmen an dem Projekt des Jugenderholungswerks und des Senats teil - sie fahren jeweils in Gruppen mit 30 Kindern los.

Während sich Mani sehr auf seine Reise freut, ist die Situation für seinen Vater schwierig. Er macht sich Sorgen, weil er seinen Sohn so lange nicht sehen wird. Es wird das erste Mal seit der Flucht aus dem Iran sein, dass Vater und Sohn über einen längeren Zeitraum voneinander getrennt sind. Ahmad weiß aber, dass das Sommercamp eine einmalige Gelegenheit für Mani ist und unterstützt ihn daher bei seinem Vorhaben.


11.03.2016 - Hamburg

Endlich wieder lesen und schreiben

Mobilitätstrainerin Regina zeigt Ahmad ein Lesegerät, das Buchstaben zigfach vergrößert und auf einem Bildschirm darstellt. Es wurde speziell für blinde Menschen entwickelt, die fast nichts mehr sehen können. Und tatsächlich: Ahmad kann mithilfe des Gerätes Buchstaben wieder schemenhaft erkennen und sogar selbst ein paar Zeilen schreiben - das erste Mal seit vier Jahren. Ein großer Erfolg.

Stolz präsentiert Ahmad seinem Sohn einen selbstverfassten Brief. Darin steht "I love my son" - "Ich liebe meinen Sohn". Das Lesegerät wäre für den Iraner auch beim Deutschlernen ein große Hilfe. Doch noch ist unklar, ob die Krankenkasse ihm ein entsprechendes Gerät bezahlt.

 

Ahmad sitzt vor dem Lesegerät und schreibt gerade "I love my son".

Ahmad kann wieder lesen und schreiben

DIE REPORTAGE

Ahmad kann wegen einer Krankheit fast nichts mehr sehen. Doch für Menschen wie ihn gibt es ein spezielles Gerät zum Lesen - Mobilitäts-Trainerin Regina zeigt es ihm.

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08.01.2016 - Hamburg

Ein bisschen Alltag kehrt ein

Ahmad und Mani leben sich langsam in Hamburg ein. Inzwischen findet sich der blinde Vater gut in seiner neuen Umgebung zurecht - auch, wenn er sich im Supermarkt über die Hilfe seines Sohnes freut.

Beim gemeinsamen Kochen kehrt ein wenig Alltag ein. Jedoch würde Ahmad gerne öfter gesundes Essen für seinen Sohn kochen, aber das ist in der Gemeinschaftsküche der Flüchtlingsunterkunft nicht so einfach. Langfristig wollen sich Vater und Sohn daher eine eigene Wohnung suchen - sofern die Behörden sie lassen. "Vielleicht haben Mani und ich uns in einigen Jahren mit unserer Situation arrangiert", sagt Ahmad.

Ein Mann holt Lasagne aus einem Ofen

Ahmad kocht in der Gemeinschaftsunterkunft

Beim Kochen kehrt bei Ahmad und Mani ein bisschen Alltag ein - auch wenn in der Gemeinschaftsunterkunft noch nicht alles möglich ist.

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07.01.2016 - Hamburg

Mit dem Blindenstock durch Hamburg

Ahmad ist blind. Dennoch möchte er sich möglichst eigenständig in seiner neuen Hamburger Umgebung bewegen können. Mehrspurige Straßen, Verkehrslärm und zahlreiche Hindernisse machen es dem Iraner aber nicht leicht - jetzt im Winter kommen auch noch Schnee und Straßenglätte erschwerend hinzu. Da kommt das Mobilitäts-Training mit Regina vom Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter gerade recht. Sie hilft Ahmad, sich mithilfe eines Blindenstocks zu orientieren.

Ahmad geht mit seinem Blindenstock über eine Straße - hinter ihm läuft seine Blindenstock-Trainerin. © Screenshot

Unterwegs mit der Mobilitäts-Trainerin

Trainerin Regina zeigt Ahmad, wie er sich trotz seiner Erblindung in Hamburg zurechtfinden kann - und wo Gefahren lauern.

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19.11.2015 - Hamburg

Ahmad besucht einen Deutschkurs

"Mir geht es gut", "Woher kommen Sie?", "Ich möchte etwas essen": Ahmad lernt in einem Sprachkurs die ersten Sätze Deutsch. Für ihn ist der Besuch des Kurses ein Höhepunkt in seinem sonst eher eintönigen Alltag im Camp. Motiviert geht der blinde Iraner ans Werk. "Wir alle möchten so schnell wie möglich Deutsch lernen", sagt der blinde Vater, der mit seinem Sohn aus dem Iran geflohen ist.

 

Ahmad sitzt mit einem anderen Teilnehmer des Deutschkurses in einem Klassenraum. Die beiden lernen zusammen. © Screenshot

Ahmad lernt Deutsch

DIE REPORTAGE

Ahmad darf einen Deutschkurs besuchen. Der blinde Vater, der mit seinem Sohn aus dem Iran geflohen ist, freut sich über die Abwechslung in seinem Alltag und ist hochmotiviert.

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11.12.2015 - Hamburg

Stocktraining fällt aus

Der Augenarzt hat Ahmad ein Attest über seine Erblindung ausgestellt. Mit diesem Nachweis kann er - wie alle anderen Blinden auch - ein Stocktraining machen, damit er sich in seiner neuen Umgebung mithilfe des Stocks besser orientieren kann. Doch der erste Trainingstag muss wegen des schlechten Wetters frühzeitig abgebrochen werden. Im neuen Jahr soll es weitergehen.


03.10.15 - Hamburg

Manis erster Schultag

Es ist ein großer Tag für Mani: Der Neunjährige geht zum ersten Mal in Deutschland in die Schule. Doch auch für Ahmad ist dieser Tag eine große Herausforderung. Denn er muss ohne die Hilfe seines Sohnes zurecht kommen.


02.10.2015 - Hamburg

Hoffnung beim Augenarzt

Gemeinsam mit seinem Sohn besucht Ahmad einen Augenarzt. Der Vater wird nie wieder vollständig sehen können. Doch der Arzt macht ihm Hoffnung, dass er durch eine Operation zumindest schemenhaft Umrisse erkennen kann.


02.10.2015 - Hamburg

Umziehen in den Container

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Ahmad und Mani leben jetzt in einem Container.

Einen Tag nach seinem Antrag darf Ahmad mit Mani in eine Folgeunterkunft umziehen. In Harburg bekommen sie ein Zimmer in einem Container, den sie sich mit einer iranischen Familie mit zwei Kindern teilen.


01.10.2015 - Hamburg

Asylantrag stellen

Ahmad beantragt beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Asyl. Über seinen Antrag wird in den kommenden Monaten entschieden, solange erhält er einen vorläufigen Ausweis.


26.07.2015 - Hamburg

Die erste Nacht in Harburg

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Mani hilft Ahmad dabei, sich in der neuen Umgebung zu orientieren.

Vater und Sohn kommen in das zentrale Erstaufnahmelager in der Harburger Poststraße. Die Einrichtung ist komplett überfüllt. "Mani hat in der ersten Nacht nur geweint", sagt Ahmad. Der Vater ist auf die Hilfe seine Sohnes angewiesen, denn Ahmad kann sich in der unbekannten Umgebung anfangs nicht orientieren. Sein Sohn bringt ihn zur Toilette, stellt sich bei Essensausgabe für seinen Vater an und kümmert sich um einen sicheren Schlafplatz. Doch Diebe bestehlen den wehrlosen Vater und nehmen ihm sein ganzes Bargeld ab. Ahmad bittet seinen Bruder um Hilfe, doch lange können die beiden an diesem Ort nicht bleiben.


12.07.2015 - Teheran/Hamburg

Flucht aus Teheran

Ahmad und Mani (9) erreichen Deutschland im Juli. Sie kommen aus dem Iran, aus Karadsch, etwa 40 Kilometer westlich von Teheran. Ahmad ist durch eine Erkrankung blind geworden. Vorher war er im Personalbereich eines iranischen Unternehmen tätig, das viel für Siemens gearbeitet hat. Mehrfach reiste er geschäftlich nach Deutschland.

Aufgrund seiner zunehmenden Erblindung verlor er seine Anstellung. Als seine Frau an Krebs erkrankte, begann das Ehepaar regelmäßig eine christliche Gemeinde zu treffen. Die Treffen fanden im Verborgenen statt, weil die Mitglieder Angst vor der Polizei hatten. Als seine Frau vor zwei Jahren an Krebs starb, konvertierte Ahmad zum Christentum. In der islamischen Republik Iran fühlte sich der Vater danach nicht mehr sicher. "Die Polizei hat meine Wohnung durchsucht", sagt Ahmad. "Sie haben einen Beweis für meine Konversion gesucht." Kurz darauf fliegt der Vater mit seinem Sohn nach Hamburg, hier will er Asyl beantragen.

Weitere Informationen

Wie wir mit Flüchtlingen zusammenleben

NDR Reporter begleiten mehrere Monate lang Flüchtlinge und Norddeutsche, die mit ihnen zu tun haben. Welche Hoffnungen und Ängste haben sie? Und wie entwickelt sich das Zusammenleben? mehr

Dieses Thema im Programm:

DIE REPORTAGE | 02.12.2016 | 21:15 Uhr

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