Stand: 27.08.2015 18:20 Uhr

Biennale in Ihlienworth strahlt weltweit aus

von Oliver Gressieker

Nicht Venedig und auch nicht New York. Nein, Zentrum für Umweltkunst ist alle zwei Jahre der kleine Ort Ihlienworth im Landkreis Cuxhaven. Seit 2004 wird in dem 1.300-Seelendorf die "Sustainable Arts Biennale" veranstaltet. Mittlerweile ist die außergewöhnliche Ausstellung, die bis zum 17. Oktober läuft, in Fachkreisen weltweit bekannt. Sogar von der UNESCO wurde Ihlienworth schon ausgezeichnet.

Aus alt mach neu in der Re-Art Halle

120 Freiwillige stemmen Kunstprojekt

Verantwortlich für das Projekt ist in erster Linie Kurator Samuel Fleiner. 2004 war er mit seiner Idee von einer Kunstausstellung zum Thema Nachhaltigkeit im Landkreis Cuxhaven auf großes Interesse gestoßen. Das ehemalige Recyclingwerk in Ihlienworth wurde als Veranstaltungsort auserkoren und die Erfolgsstory begann. "Die Bedingungen hier sind hervorragend, wahrscheinlich beser als in jeder Großstadt", sagte Fleiner im Gespräch mit NDR.de. "Wenn ich hier irgendetwas brauche, steht sofort jemand bereit." Insgesamt 120 Freiwillige sind an der Ausrichtung der Biennale beteiligt. Sie kümmern sich um Auf- und Abbau, die Durchführung der Ausstellung und transportieren mit Lastwagen des örtlichen Entsorgungsunternehmens sogar hin und wieder Kunstwerke an die passende Stelle.

Weltweite Anerkennung für die Ausstellungen

Das enorme Engagement zahlt sich aus: Mehrere Ausstellungen aus den vergangenen Jahren wurden von renommierten Institutionen wie der Bundeskunsthalle oder auch dem Umweltbundesamt übernommen. Außerdem waren sie bereits auf Umweltkunst-Festivals der Vereinten Nationen, dem Festival Dubai Summer Surprise, der Ruhr 2010 und sogar im Europaparlament vertreten.

Der Boden steht im Mittelpunkt

Dieses Mal steht die Biennale unter der Motto "Boden!Bildung", dass Fleiner anlässlich des Internationalen Jahres des Bodens der Vereinten Nationen ausgerufen hat. Gezeigt werden Werke zahlreicher künstlerischer Gattungen - von der Videoinstallation über die Bodenplastik bis hin zur klassischen Malerie. "Gerade die Maler sind es, die das Unsichtbare, dass sich im Boden abspielt, sichtbar machen", so Fleiner. Zum Beispiel würden unterschiedliche Bodentypen in ihrer Farbigkeit und ihren Schichtungen dargestellt.

Künstlerin reist aus Fukushima an

Insgesamt nehmen in diesem Jahr 70 Künstler aus Deutschland, Japan, Vietnam, den USA, Kanada, Norwegen, Italien und der Schweiz an dem Kunstprojekt teil. Die weiteste Anreise hat Keiko Sato aus dem japanischen Fukushima. "Sie baut eine Miniaturlandschaft, die die Zerstörung ihrer Heimat durch den Reaktorunfall im Frühjahr 2011 und den Tsunami zum Thema hat. Ambivalent erlebbar ist hier der ästhetische Reiz der Zerstörung", so Fleiner.

Schüler dürfen selbst anpacken

Hervorzuheben ist das museumspädagogische Konzept der Ausstellung. Zahlreiche Schulklasssen werden in den kommenden Wochen nach Ihlienworth fahren, um mit den Künstlern und den von ihnen verwendeten Materialien selbst Objekte herzustellen. Zudem gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Filmen, Vorträgen, Lesungen, Konzerten und Kleinkunst.

Biennale in Ihlienworth strahlt weltweit aus

Seit 2004 gibt es in Ihlienworth bei Cuxhaven Kunstausstellungen zum Thema Nachhaltigkeit. Mittlerweile sorgt die Biennale, die bis zum 17. Oktober läuft, weltweit für Furore.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Im Schönenfelde 3
21775  Ihlienworth
Telefon:
(04755) 91 23 34
Preis:
6 Euro (ermäßigt 4 Euro)
Öffnungszeiten:
Sonnabend und Sonntag: 10 bis 17 Uhr
Freitag: 13 bis 18 Uhr (alle 14 Tage während des Landfrauenmarktes)
Führungen auf Anfrage auch an Wochentagen möglich
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