Stand: 29.10.2014 10:51 Uhr

Nanas-"Mutter" Niki de Saint Phalle

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Provozierte schon in den 60er-Jahren: Niki de Saint Phalle. (Archiv)

Sie ist Hannovers erste und bisher einzige Ehrenbürgerin: die Schöpferin der weltbekannten Nanas, Niki de Saint Phalle. Am 29. Oktober 1930 wurde sie als Cathérine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle in der Nähe von Paris geboren. Sie entstammt einer französischen Adelsfamilie. Aufgewachsen in den USA, erlebte sie ihren künstlerischen Durchbruch in den 50er-Jahren. Es folgten Filme und Ausstellungen, in den 60er-Jahren provozierte die Autodidaktin als Aktionskünstlerin. Ab 1964 entstanden die Nanas, voluminöse Frauenfiguren mit betont üppigen und runden Formen. Die ersten bestanden noch aus Draht und Textilien, später verwendete die Künstlerin dafür Polyester. Nana war in der französischen Umgangssprache ein leicht anzügliches Wort für freches Mädchen. Die Nanas standen für Lebenskraft, Weiblichkeit und ein freies Leben ohne Konventionen. Sie spiegelten Niki de Saint Phalles lebenslange Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als Frau.

Die erste Ehrenbürgerin Hannovers

"Schlacht" um die Nanas am Leineufer

1974 stellte Niki de Saint Phalle in Hannover drei ihrer monumentalen Frauen-Figuren an das Leineufer und löste damit eine heftige Kontroverse aus. "The battle", die Schlacht, nannte die Künstlerin den öffentlichen Kunst-Streit, den sie am Ende für sich entschied. Die Nanas wurden zum Wahrzeichen der Landeshauptstadt. 1999 übernahm Niki de Saint Phalle den Auftrag, die Grotten in den Herrenhäuser Gärten auszugestalten. Inzwischen verband sie mit Hannover eine enge Freundschaft. "I have a very special feeling for Hannover", sagte sie im Jahr 2000 und übergab einen Großteil ihrer Werke dem Sprengel Museum. Zwei Jahre später benannte die Stadt eine unterirdische Ladenpassage nach ihr. Die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade erstreckt sich vom Kröpcke unter dem Hauptbahnhof hindurch bis zum Raschplatz.

Leben und Sterben für die Kunst

Niki de Saint Phalle wurde 71 Jahre alt. Sie hatte für die Kunst gelebt und starb an den Folgen ihrer künstlerischen Arbeit. Das jahrzehntelange Einatmen giftiger Dämpfe beim Umgang mit ihrem Skulpturen-Material hatte ihre Atemwege geschädigt. Die Ärzte rieten ihr zum Aufenthalt im milden pazifischen Klima Kaliforniens. Doch es war zu spät: Sie starb dort am 21. Mai 2002.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 12.08.2016 | 10:10 Uhr

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