Stand: 31.07.2017 11:05 Uhr

Legendärer Hamburger Viermaster: Die "Peking"

Eine stählerne Legende ist zurück: Nach mehr als acht Jahrzehnten ist die Viermastbark "Peking" aus New York heimgekehrt. In einem schwimmendem Dockschiff überquerte der nicht mehr seetüchtige Windjammer den Atlantik, um zunächst in der schleswig-holsteinischen Peters Werft in Wewelsfleth restauriert zu werden. Voraussichtlich im Jahr 2020 soll die "Peking" dann als begehbares aber nicht mehr fahrtüchtiges Museumsschiff in ihrem einstigen Heimathafen Hamburg festmachen.

Der Frachtsegler ist einer von weltweit nur noch vier existierenden Flying-P-Linern der Reederei F. Laeisz. Außer ihr existieren nur noch die Schwesternschiffe "Pommern" im finnischen Mariehamn, die "Passat" in Travemünde sowie die ehemalige "Padua". Sie ist heute als russisches Schulschiff "Kruzenshtern" unterwegs und als einziges der vier Schiffe noch voll fahrtüchtig. Ein weiteres Schwesterschiff, die "Pamir", sank 1957 in einem Hurrikan.

Späte Rückkehr in die Heimat: Die Geschichte der "Peking"

Gebaut für den Überseehandel

Erbaut wird die "Peking" bei der Hamburger Werft Blohm + Voss, wo sie am 25. Februar 1911 vom Stapel läuft. Mit 115 Metern Länge ist sie damals eines der größten Segelschiffe der Welt. Ab 1912 wird die stählerne Bark, die rund 5.300 Tonnen Ladung transportieren kann, im Salpeterhandel mit Chile eingesetzt, doch dort bereits kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 festgesetzt.

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Drei Flying-P-Liner liegen 1928 hintereinander im Hamburger Hafen: die "Priwall", die "Padua" und - ganz hinten - die "Peking".

Nach Kriegsende kommt die "Peking" zunächst nach London, 1921 dann als Reparationszahlung nach Italien. Von dort kauft die Reederei F. Laeisz das Schiff zwei Jahre später zurück und setzt es erneut als Frachtsegler auf der Hamburg-Chile-Route ein. Insgesamt 34 Mal umrundet das Schiff das legendäre Kap Hoor an der Südspitze Südamerikas. Auf einer dieser Reisen filmt der Abenteurer und Dokumentarfilmer Irving McClure Johnson im Jahr 1929 die spektakuläre Umseglung des Kaps unter extrem stürmischen Bedingungen - ein beeindruckendes historisches Dokument.

Von Hamburg nach England und weiter nach New York

Doch die Konkurrenz durch die Dampfschifffahrt wächst, die Frachtsegler sind immer weniger rentabel. Zusätzlich macht die Wirtschaftskrise der Reederei Anfang der 30er-Jahre zu schaffen. 1932 trennt sie sich von der "Peking" und verkauft das Schiff nach England. Dort liegt es unter dem neuen Namen "Arethusa" als stationäres, also nicht mehr fahrendes Schulschiff im ostenglischen Upnor vor Anker. Während des Zweiten Weltkriegs wird es zwischenzeitlich von der britischen Navy nach Westengland gebracht, liegt aber ab 1945 wieder in Upnor. Da das Schiff nicht mehr in See sticht, wird es im Gegensatz zu etlichen anderen Großseglern weder mit einem Motor ausgestattet noch in anderer Weise modernisiert.

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Mehr als 40 Jahre lang lag die "Peking" in Manhattan vor Anker.

1974 verkaufen die britischen Eigner das Schiff an das South Street Seaport Museum nach New York. Dort liegt es unter seinem ursprünglichen Namen "Peking" als Museumsschiff auf dem East River. Da das Museum für die Restaurierung der Viermastbark kein Geld übrig hat, verfällt die "Peking" über die Jahre zusehends.

Bund gibt Geld für Rückführung

2002 verhandeln Mitglieder des Vereins "Peking-Freunde" erstmals mit dem Museum in New York über eine Rückführung der "Peking" nach Hamburg. Doch das Museum fordert erst einen sehr hohen Kaufpreis, dann fehlen Geldgeber für die dringend notwendige Restaurierung. Im Frühjahr 2015 kündigt das Museum schließlich an, der Liegeplatz der "Peking" werde geräumt - und will das Schiff verschenken. Daraufhin kommt Bewegung in die Sache. Der Bund erklärt sich schließlich bereit, rund 26 Millionen Euro für den Transport des Schiffes nach Deutschland, seine Restaurierung sowie die Einrichtung eines Liegeplatzes im Hamburger Hafen zur Verfügung zu stellen. Am 30. Juli 2017 wird die Viemastbark schließlich in einem Dockschiff nach Brunsbüttel gebracht.

Liegeplatz gegenüber der Elbphilharmonie?

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Gegenüber der Elbphilharmonie, am historischen 50er-Schuppen, könnte die "Peking" ihren endgültigen Liegeplatz bekommen.

Wo in Hamburg die "Peking" nach ihrer Restaurierung liegen soll, steht noch nicht endgültig fest. Das Schiff soll aber zu einem neuen Hafenmuseum gehören, das in den kommenden Jahren aufgebaut wird und für das der Bund weitere 94 Millionen Euro bereitstellt. Als Standort stehen neben dem Altonaer Fischmarkt und der Hafencity auch der historische 50er-Schuppen gegenüber der Elbphilharmonie zur Diskussion. Dort befindet sich auch das heutige Hafenmuseum. Hamburgs legendärer Viermaster ginge dann nur etwa zwei Kilometer von dem Ort entfernt endgültig vor Anker, wo er im Jahr 1911 vom Stapel lief.

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Dieses Thema im Programm:

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