Stand: 23.09.2011 10:07 Uhr  | Archiv

Vom Zeppelin zum Airbus: Hamburgs Flughafen

von Axel Franz, NDR.de
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Vom Landeplatz auf der grünen Wiese entwickelt sich der Hamburger Flughafen in 100 Jahren zu einem internationalen Airport.

Hamburg, 10. Januar 1911, ein Dienstag: Kaufleute und Politiker treffen sich, um die Basis für ein Projekt zu schaffen, dessen stürmische Entwicklung sie kaum erahnen können: Sie gründen die Hamburger Luftschiffhallen GmbH. Damit beginnt auch die Geschichte des Hamburger Flughafens. Allerdings denken die Männer wie Reeder Alfred Ballin und Kaufmann Edmund Siemers noch nicht an Flugzeuge. Sie sind von der Idee eines Grafen begeistert: Ferdinand von Zeppelin. Der Konstrukteur und Pilot von Luftschiffen hatte knapp ein Jahr zuvor, am 6. März 1910, in der Hansestadt eine Rede gehalten und dafür geworben, Hamburgs führende Rolle in der Schifffahrt auch auf Luftschiffe zu übertragen. Mit Erfolg. Die 685.000 Reichsmark Startkapital der Luftschiffhallen GmbH stammen von vielen Geldgebern und kommen überwiegend aus Anteilsscheinen im Wert von je 1.000 Reichsmark zusammen.

Von der Zeppelin-Halle zum Hamburg Airport

Luftschiffhalle vor den Toren der Stadt

Erstes Projekt der Gesellschaft ist der Bau einer Luftschiffhalle mit Platz für zwei Zeppeline. Der Standort: ein 44,8 Hektar großes, feuchtes Wiesengelände nahe des Dorfes Fuhlsbüttel vor den Toren Hamburgs. Ein Jahr später steht die Halle. Zur Einweihung gibt es ein Volksfest und als erstes Luftschiff legt die 148 Meter lange "Viktoria Luise" an. Es dauert nicht lange, bis auch Flugzeuge den Landeplatz nutzen. 1913 siedelt sich die Flugschule von Karl Caspar, einem Flugzeug-Pionier, an. In Fuhlsbüttel entstehen weitere Hallen, Werkstätten und Tankanlagen. Doch 1914 stoppt der Erste Weltkrieg den Aufschwung. Das Militär übernimmt die Regie auf dem Flugplatz. Nach Kriegsende werden die Hallen zerstört oder beschlagnahmt.

Linienverkehr nach Berlin

1919 kehrt die zivile Luftfahrt nach Fuhlsbüttel zurück. Im Februar nimmt die Deutsche Luftreederei GmbH (DLR), ein Vorläufer der heutigen Lufthansa, als erste Fluggesellschaft den Linienverkehr auf. Auf der Route nach Berlin fliegen umgebaute Kriegsmaschinen, die nur etwa fünf Passagiere befördern können. Bei Tempo 150 sitzen Fluggäste und Piloten in den Doppeldeckern im Freien - ausgerüstet mit Fliegerkappe, Brille und Schal. Bald folgen weitere innerdeutsche sowie europäische Verbindungen nach Skandinavien, England und Holland. Sie lassen die Passagierzahlen gewaltig steigen: von 5.087 im Jahr 1923 über 17.350 in 1924 auf 57.194 in 1937. Heute wird diese Zahl an knapp zwei Tagen erreicht.