Stand: 06.01.2015 15:00 Uhr  | Archiv

Wilhelm Busch: Der Vater von "Max und Moritz"

"Max und Moritz, gar nicht träge,
sägen heimlich mit der Säge,
Ritzeratze - voller Tücke,
in die Brücke eine Lücke."

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1990 ehrte die Deutsche Bundespost Wilhelm Busch mit einer Briefmarke. Sie zeigt den Streich von Max und Moritz bei Schneider Böck.

Es sind diese Reime, illustriert mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen, für die der Name Wilhelm Busch steht. Mit seinen tragisch-komischen Geschichten gelingt Busch Mitte des 19. Jahrhunderts der künstlerische Durchbruch und auf ihnen gründet sein Ruf als Erfinder des Comics. Reich ist Busch mit den weltbekannten Geschichten allerdings nicht geworden.

Ein treuer Niedersachse

Der Vater von Max und Moritz, Witwe Bolte und der frommen Helene wird am 15. April 1832 im niedersächsischen Örtchen Wiedensahl westlich von Hannover geboren. Trotz vieler Reisen bleibt er seiner norddeutschen Heimat immer treu. Fast 60 Jahre seines Lebens verbringt Busch zwischen Porta Westfalica und Steinhuder Meer. Dort habe er weniger die Nähe der Menschen gesucht, als die Stille und die Landschaft, meinen die Fachleute aus dem Museum in Wilhelm Buschs Geburtshaus in Wiedensahl. Der Maler, Zeichner und Dichter ehrt diese Landschaft in Gemälden und Skizzen. Aber auch Menschen, denen er dort begegnet, inspirierten ihn - meist zu Bildergeschichten voller schwarzem Humor.

Freundschaft mit dem Müllersohn

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Bekannt wurde Wilhelm Busch mit Bildergeschichten. Sein Gesamtwerk ist deutlich vielfältiger.

Weil es im Elternhaus zu eng wird, wird Wilhelm Busch als ältestes von sieben Kindern eines Kaufmanns mit neun Jahren zu seinem Onkel nach Ebergötzen bei Göttingen geschickt. Bei dem Pastor lernt er mit Vergnügen zu zeichnen und zu malen - zusammen mit seinem Freund, dem Sohn des Müllers. Nicht nur die örtliche Mühle findet später ihren Platz in Buschs satirischen Zeichnungen. Viele Passagen aus "Max und Moritz" tragen biografische Züge Wilhelms und seines Freundes. Mit der Familie des Onkels zieht Wilhelm 1846 in das rund 50 Kilometer entfernte Lüthorst um, einen Ort, den er auch später immer wieder besuchen wird.

Zum Studium nach Hannover

Wilhelm-Busch-Museum

Das Deutsche Museum für Karikatur & Zeichenkunst in Hannover, besser bekannt als Wilhelm-Busch-Museum, verfügt über die umfassendste Sammlung von Werken Buschs. Dazu gehören neben Zeichnungen und Gemälden auch Skulpturen und Texte. Korrespondenzen und Dokumente aus dem Nachlass ergänzen die Sammlung.

Doch der junge Busch hat nicht nur Streiche im Kopf. Er beschäftigt sich auch mit naturwissenschaftlichen und philosophischen Fragen. Sein Vater wünscht, dass der Sohn Maschinenbau studiert. Der 15-jährige Wilhelm fügt sich zunächst und lernt mehr als drei Jahre an der Polytechnischen Schule in Hannover. Dann geht er seinen eigenen Weg. Er will Maler werden, studiert dafür an der Kunstakademie Düsseldorf, später in Antwerpen. Die Werke der großen flämischen und holländischen Meister des 16. und 17. Jahrhunderts beeindrucken ihn sehr.

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