Stand: 25.06.2014 18:38 Uhr  | Archiv

Vater des Volksparks: Ferdinand Tutenberg

von Dirk Hempel, NDR.de

In Altona entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts unter der Regie von Gartenbaudirektor Ferdinand Tutenbergeinige bedeutende Parkanlagen. Wer war der Mann, der mehr Grün in die Stadt bringen wollte?

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Tutenberg wurde 1913 erster Gartenbaudirektor in Altona.

Ferdinand Tutenberg stammte aus Braunschweig, wo er im Jahr 1874 als Sohn eines Kunst- und Handelsgärtners geboren wurde. Er ergriff den Beruf des Vaters und nahm nach einigen Jahren an wechselnden Orten, unter anderem in den Königlichen Gärten Herrenhausen, 1899 die Stelle eines Obergärtners in Mainz an. Es folgten leitende Positionen städtischer Gartenverwaltungen in Offenbach und Bochum, bevor er 1913 als Gartenbaudirektor in das neugeschaffene Gartenbauamt nach Altona berufen wurde.

Sein Hauptwerk: Der Altonaer Volkspark

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Tutenberg plante den Altonaer Volkspark, der noch heute eine der wichtigsten Grünanlagen der Stadt ist.

Seine erste Aufgabe war die Organisation der Gartenbauausstellung 1914 im Donnerspark und im Rosengarten an der Elbe, mit der Altona das 250-jährige Stadtjubiläum feierte. Kaiser Wilhelm II. verlieh ihm bei seinem Besuch der Ausstellung den Titel "Königlicher Gartendirektor". Seine bedeutendste Leistung liegt in der Gestaltung des Altonaer Volksparks, der zwischen 1914 und 1927 auf einem Waldgelände in Bahrenfeld errichtet wurde, mit Schulgarten, Spielwiese und Sportstätten. Nach 1933 kämpfte Tutenberg gegen die forstwirtschaftliche Nutzung des Parks durch die neuen Machthaber. Nach seiner vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand 1934 zog er nach Oberursel, wo er 1956 starb. Auf dem Altonaer Hauptfriedhof wurde er beerdigt.

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Die Anhöhe mit Treppen und Lindengang im Ostteil des Volksparks ist nach Tutenberg benannt.

Tutenberg, der von der Reformbewegung der Jahrhundertwende beeinflusst war, die die ungesunden Lebensbedingungen in den verdichteten Großstadtsiedlungen durch naturnahe öffentliche Grünanlagen verbessern wollte, gilt als bedeutender Vertreter der Waldparkbewegung in Deutschland. Im Volkspark erinnert eine Aussichtsplattform, der "Tutenberg", an ihren Schöpfer, im nahen Dahliengarten trägt seit 1995 eine rote Dahlie seinen Namen.

Wichtige Lebensstationen Tutenbergs

27.05.1874: in Braunschweig geboren als Sohn eines Kunst- und Handelsgärtners
1888-1892: Lehre in einer Braunschweiger Handelsgärtnerei
1892-1899: Gartengehilfe, u.a. in Salzuflen, Dortmund und Düsseldorf; Militärdienst in Straßburg; Obergehilfe in den Königlichen Gärten Herrenhausen bei Hannover, Tätigkeit in Stuttgart und Oberursel
1899-1905: Obergärtner in Mainz
1905-1911: Leiter der Stadtgärtnerei in Offenbach
1909: Gartenarchitekturprüfung an der Höheren Gärtner-Lehranstalt in Köstritz
1911-1913: Gartenbauinspektor in Bochum
1913-1934: Gartenbaudirektor in Altona
1934: Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand, Umzug nach Oberursel
12.03.1956: Tutenberg stirbt in Oberursel

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