Stand: 24.06.2014 17:01 Uhr  | Archiv

Leysieffer: Die Pralinenmacher aus Osnabrück

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In Leysieffer-Produkten steckt auch heute noch viel traditonelle Handarbeit.

Wenn eine Fabrik mitten im Schlaraffenland stehen dürfte, dann könnten es die Hallen des Schokoladen-Hersteller Leysieffer sein. In der Realität produziert Leysieffer allerdings in einem Industriegebiet im Nordwesten von Osnabrück, mit Schnellstraßen und zweckmäßigen Gebäuden. Erst wer die Hallen, die hier Manufaktur heißen, betritt, steht in der Welt der süßen Genüsse. Edle Pralinen, Schokoladen, Torten, Gebäck und vieles mehr, was Kennern süßer Genüsse auf der Zunge zergeht, entsteht hier - überwiegend in Handarbeit. "Wir könnten zwar mehr Produkte anbieten, aber keine besseren", erklärt Axel Leysieffer, selbstbewusst.

Seit 1909 im Geschäft

Mit dieser Philosophie steht der Seniorchef ganz in der Tradition des Firmengründes, seines Großvaters Ulrich Leysieffer. "Qualität geht über alles": Unter diesem Leitsatz eröffnet der Konditormeister im April 1909 mit seiner Frau Emilie ein eigenes Konditorei-Café in Osnabrück.

Kennengelernt hatte sie der Kaufmannssohn aus Solingen als Verkäuferin im Geschäft seines Lehrherrn. Drei Jahre später verlegt das Paar die Konditorei einige Häuser weiter in die Krahnstraße 41 und begründet damit eine lange Tradition. Noch heute gibt es dort, in der Fußgängerzone nahe des Rathauses, die süßen Häppchen aus dem Hause Leysieffer.

Der Krieg begräbt alle Hoffnungen

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Der Sohn des Firmengründers, Karl Leysieffer (2.v.l), baute das Unternehmen nach dem Krieg wieder auf.

Zunächst allerdings bietet der Konditormeister in seinem Café das typische Sortiment an: Kuchen und Torten. Von einfachen Bäckern hebt er sich mit bester Qualität und einer edlen Geschäftsausstattung ab. Wer zu Leysieffer kommt, muss es sich leisten können. Obwohl der Umsatz auch mit Buttercreme und Sahne stimmt, beginnt Ulrich Leysieffer 1936 edle Pralinen zu formen. Dann wirft der Zweite Weltkrieg das Geschäft zurück. Im Sommer 1940 fallen die ersten Bomben auf Osnabrück, im Oktober 1942 trifft es auch das Haus mit dem Café der Leysieffers.

Generationswechsel auf Sohn Karl

Ein Jahr später stirbt Ulrich Leysieffer. Sein Sohn Karl, Marinesoldat und dann Kriegsgefangener, bleibt der süßen Branche treu. Er wagt den Neuaufbau, backt in einem Gasherd erste Kekse. 1950 eröffnet er mit seiner Frau Ursula das Unternehmen wieder in der Krahnstraße. Der Ofen wird mit Kohle beheizt und einige Konditoren schlafen gleich nebenan - Arbeit für Kost und Logis. Axel Leysieffer, Ursulas Sohn aus erster Ehe, findet wenig gefallen am Konditor-Handwerk. Er möchte lieber Architekt werden. Doch die Eltern brauchen jede helfende Hand und so lernt Axel schließlich doch den Beruf seines Stiefvaters.

Dieses Thema im Programm:

Unsere Geschichte | 29.06.2014 | 15:15 Uhr

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