Stand: 07.04.2008 12:01 Uhr

Max Planck - Entdecker der Quantentheorie

"In Plancks Vorlesungen", erinnert sich die Physikerin Lise Meitner, "hatte ich anfangs mit einem gewissen Gefühl der Enttäuschung zu kämpfen ... Plancks Vorlesung [schien] bei all ihrer außerordentlichen Klarheit etwas unpersönlich, beinahe nüchtern. Aber ich habe sehr schnell gelernt, wie wenig mein erster Eindruck mit Plancks wahrer Persönlichkeit zu tun hatte.

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Max Planck legte einen entscheidenden Grundstein für die moderne Wissenschaft und Technik.

Ich erwähne diesen meinen anfänglichen Irrtum nur deshalb, weil ich glaube, dass der gleiche Irrtum von anderen Menschen begangen worden ist, die Planck menschlich nicht wirklich gekannt haben. Ihnen mochte seine nach außen gezeigte starke Zurückhaltung als geheimrätisch erscheinen. Aber wie fern war ihm jede 'Geheimrätlichkeit'. Er war von einer seltenen Gesinnungsreinheit und innerlichen Geradlinigkeit, der seine äußere Einfachheit und Schlichtheit entsprach" (Lise Meitner in: "Max Planck als Mensch", Naturwissenschaften 45, 17/1958, Seite 406).

Max Planck - der Nobelpreisträger

Kategorie: Physik
Jahr: 1918
Begründung der Akademie: "...als Anerkennung des Verdienstes, den er sich durch seine Quantentheorie um die Entwicklung der Physik erworben hat“

Zurückhaltend und bescheiden - und trotzdem ein Revolutionär: Max Planck brachte das Weltbild der klassischen Physik ins Wanken. Er legte einen entscheidenden Grundstein für die moderne Wissenschaft und Technik. Ohne seine Erkenntnisse gäbe es die gesamte Mikroelektronik nicht, keinen Laser und keine Energiesparlampen. Die Biografie dieses außergewöhnlichen Wissenschaftlers vereint Fortschrittstreben und Tragik zweier Jahrhunderte.

Hochbegabt und strebsam - Kindheit und Jugend

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Die undatierte Fotografie zeigt den jungen Max Planck.

Am 23. April 1858 wird Max Planck als Sohn des Juraprofessors Wilhelm Planck in Kiel geboren.1867 erhält der Vater einen Lehrstuhl für Zivilprozessrecht an der Universität München und übersiedelt mit seiner Frau und den sieben Kindern in die bayerische Residenzstadt. In München besucht der Schüler Max Planck das Münchner Maximiliansgymnasium, wo er bereits mit 17 Jahren das Abitur ablegt. Er ist stets ein strebsamer, pflichtbewusster und sehr guter Schüler. Angeregt durch seinen Mathematiklehrer begeistert er sich hier auch zum ersten Mal für Physik. Aber der Gymnasiast hat noch andere Begabungen: Ausgestattet mit dem absoluten Gehör interessiert er sich für Musik, singt in Chören und spielt Orgel.

Daher ist die Wahl des Studienfaches für den jungen, vielseitig begabten Planck nicht ganz einfach. Er schwankt zwischen Musik, Altphilologie und Physik. Schließlich schreibt er sich zum Wintersemester 1874/75 in der Philosophischen Fakultät der Universität München ein, wo er Physik- und Mathematikvorlesungen hört. Er tritt dem Akademischen Gesangsverein bei, singt, komponiert und spielt Theater.

Zum Winter 1877/78 wechselt Planck für zwei Semester nach Berlin an die Friedrich-Wilhelm-Universität und hört dort Vorlesungen der Physiker Hermann von Helmholtz und Gustav Kirchhoff. Zurück in München besteht er das Lehramtsexamen für Mathematik und Physik. 1879 promoviert er mit nur 21 Jahren "Über den zweiten Hauptsatz der Wärmelehre". Bereits mit 22 Jahren ist er habilitiert und lehrt als Privatdozent an der Münchner Universität. Die Arbeiten Plancks stoßen in der Fachwelt jedoch auf wenig Interesse.

Audios

02:34 min

Vortrag: "Die Aufgabe der Wissenschaft"

Ein Vortrag von Max Planck (Originalton, NWDR 1947). Audio (13:02 min)

Interview mit Otto Hahn

Zum 10. Todestag von Max Planck (NDR, 17.09.1957). Audio (09:17 min)

04:38 min

Gründung der Max-Planck-Gesellschaft

Prof. Otto Hahn war der erste Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Eine NDR Radio-Reportage aus dem Jahr 1957. Audio (04:38 min)

14:31 min

Kosmische Energie

Ein Hörbild von der Max-Planck-Gesellschaft (NWDR Hörfunk, 13.05.1949). Audio (14:31 min)