Stand: 21.01.2016 14:00 Uhr

Hapag-Lloyd: 125 Jahre Vergnügungsreisen

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten blickt auf 125 Jahre Vergnügungsreisen zurück. Am 22. Januar 1891 schickte der damalige Hapag-Generaldirektor Albert Ballin zum ersten Mal ein Schiff auf eine reine Vergnügungsreise, das war die Geburtsstunde der Kreuzfahrt. Heute gaben der Vorsitzende der Geschäftsführung, Karl J. Pojer, und Marketing-Leiter Julian Pfitzner bekannt, dass die Reederei künftig verstärkt internationale Gäste anlocken will. Unter dem neuen Namen Hapag-Lloyd Cruises will die Reederei ihre vier Luxus- und Expeditionsschiffe in Zukunft um die Welt schicken, um auf dem hart umkämpften Reisemarkt bestehen zu können.

Luxusliner der ersten Stunde

Start mit Albert Ballin

Im vergangenen Jahr beförderte das Unternehmen mehr Passagiere als je zuvor und legte auch beim Umsatz stark zu, so Vorstandschef Pojer. Wie viel genau, das will der Mutterkonzern TUI in einigen Wochen bekanntgeben. Eingeläutet wurde die Ära der Luxusreisen zur See 1891 vom damaligen Hapag-Direktor Albert Ballin (1857-1918) - wenn auch gegen Widerstand in der Reederei. "Es fehlte selbst in meiner allernächsten Umgebung nicht an Leuten, die glaubten, es sei in meinem Oberstübchen nicht ganz richtig", wird Ballin von Hapag-Lloyd zitiert.

Dessen ungeachtet setzte der Pionier seine Pläne um und stieß beim reiselustigen Publikum auf Zuspruch. Am 22. Januar 1891 ging der Hapag-Schnelldampfer "Augusta Victoria" von Cuxhaven aus mit 241 wohlhabenden Bürgern an Bord auf eine zweimonatige Reise ins Mittelmeer, Ballin war mit an Bord.

Salutschüsse vor Piräus

Unter Deck schufteten die Heizer, der Kapitän manövrierte das Schiff durch die stürmische Biskaya - und dann wurde es in den Häfen des Mittelmeers bestaunt und gefeiert. "Beim Auslaufen aus Piräus verabschiedete die griechische Marine den Dampfer auf königliche Anordnung mit 15 Schuss Salut", hält Arnold Kludas in "Vergnügungsreisen zur See - Eine Geschichte der deutschen Kreuzfahrt" fest.

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Die Flotte von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten umfasst vier Schiffe, jüngstes ist die "Europa 2"

Durch weitere Schiffsexkursionen zum Nordkap und nach Westindien, in die heutige Karibik also, etablierte sich für Hapag neben der Handels- und Passagierschifffahrt über den Atlantik ein weiterer Geschäftszweig. Da durfte ein komfortableres Schiff nicht fehlen. Betten statt Kojen, ein "Saal für Heilgymnastik", Gesellschaftsräume und Bibliothek - mit der auf der Hamburger Werft Blohm und Voss gebauten Yacht "Prinzessin Victoria Luise" setzte Ballin von 1901 an in der aufblühenden internationalen Kreuzschifffahrt damals Maßstäbe.

Strandung vor Jamaika

Auch wenn die "Augusta Victoria" nach seiner Strandung 1906 vor Jamaika aufgegeben werden musste und die Passagiere nicht rechtzeitig an Land kamen, blieb Hapag mit seinen anderen Schiffen ein internationaler Wettbewerber. Der heutige Kreuzfahrten-Anbieter fühle sich weiterhin Ballins Innovations- und Entdeckergeist verpflichtet, teilte Pojer mit. Die Flotte von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten umfasst vier Schiffe, das jüngste und wohl luxoriöseste Schiff ist die "Europa 2". Einen Neubau in absehbarer Zeit schließt Pojer auch nicht aus.

Der Touristikkonzern Tui, zu dem das Unternehmen gehört, hatte die 2013 in Dienst gestellte "Europa 2" für 278 Millionen Euro aus der Charter übernommen. Der Markt der Hochsee-Reisen ist von den Anbietern umkämpft. Er boomt in Deutschland mit einem Zuwachs von zuletzt 5,0 Prozent auf 1,77 Millionen Passagiere. Aktuelle Zahlen werden im März auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin vorgelegt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.01.2016 | 14:00 Uhr

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