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DIE BEFREITEN

Stell dir vor, es ist Krieg - und dann ist er endlich vorbei.

Fünf junge Menschen: verfolgt, gehasst, ausgebombt. Für sie war die deutsche Kapitulation 1945 eine Befreiung.

Uwe Storjohann hörte "Feindmusik", Esther Bejarano überlebte Auschwitz. Helmut Wolff durfte nie sagen, wer er wirklich ist. Lore Bünger entkam dem Feuersturm in Hamburg, und Ludwig Baumann träumt noch heute, dass er exekutiert wird. Fünf Menschen aus dem Norden erzählen ihre Geschichte - lebendig und ergreifend.

(*Die Multimedia-Doku ist auf Desktop-Nutzung optimiert.)

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Die Befreiten

Uwe Storjohann war bei der Befreiung 23 Jahre alt.

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Die Befreiten

Uwe Storjohann war einer der Hamburger "Swing-Kids": Sie hörten amerikanische Musik, trafen sich und tanzten dazu. Was heute vollkommen harmlos scheint, war im nationalsozialistischen Deutschland geächtet. Swing galt als "Feindmusik", "entartet", "undeutsch" und war das Gegenteil von der auf Gleichschritt getakteten Marschmusik.

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Die Befreiten

"Ich habe mich von vornherein gesträubt, im Gleichschritt zu marschieren."

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Die Befreiten

Esther Bejarano war 18 Jahre alt, als sie 1943 nach Auschwitz kam.

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Die Befreiten

Esther Bejarano hat im Gefangenenorchester von Auschwitz Akkordeon gespielt. Immer wenn ein neuer Deportationszug das Vernichtungslager erreichte, mussten die Musikerinnen aufspielen.

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Die Befreiten

"Die sind mit den Zügen direkt in die Gaskammern gefahren, und wir mussten da am Tor stehen und mussten spielen."

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Die Befreiten

Die heute 90-Jährige hat Auschwitz überlebt. Mehr als eine Million Menschen wurden dort ermordet. Die meisten davon waren Juden.

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Helmut Wolff war ungefähr fünf Jahre alt, als seine Eltern ihn weggaben. Sein genaues Geburtsjahr kennt er nicht.

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Die Befreiten

Helmut Wolff ist mit seinen jüdischen Eltern aufgewachsen. Als diese 1942 den Deportationsbefehl ins Konzentrationslager bekamen, fassten sie einen verzweifelten Entschluss: Sie gaben den fünfjährigen Jungen zu einer Freundin der Mutter und nahmen sich selbst das Leben.

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Die Befreiten

"Jüdische Kinder waren dem Tode geweiht."

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Lore Bünger war bei der Befreiung Hamburgs 22 Jahre alt.

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Die Befreiten

Lore Bünger hat als Hamburgerin unzählige Bombennächte miterlebt und überlebt - dank der Luftschutzbunker. Hamburg war mit der "Operation Gomorrha" eines der Hauptziele alliierter Luftangriffe, weite Teile der Stadt wurden durch die Flächenbombardements zerstört. Wer es in den Bunker schaffte, nahm das mit, was ihm am wichtigsten war.

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Die Befreiten

"Außer den Papieren habe ich in dem Koffer nur Unterwäsche und viele Kleider gehabt."

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Die Befreiten

Ludwig Baumann verlor in der Todeszelle seinen besten Freund.

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Die Befreiten

Ludwig Baumann wurde anderthalb Jahre nach Kriegsbeginn am 6. Februar 1941 eingezogen und wusste sofort: Da mache ich nicht mit! In Frankreich stationiert, versuchte er über die Grenze ins unbesetzte Frankreich zu fliehen - erfolglos. Er wurde geschnappt und als Deserteur verurteilt. Im Wehrmachtsgefängnis Torgau in Sachsen hat er seinen Freund Johann Oldenburg (Foto) kennengelernt.

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Die Befreiten

"Nie wieder Krieg!"

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Erinnerungsstücke

Glaube, Liebe, Hoffnung

Ein Requiem von Uwe Storjohann, geschrieben  in der Silvesternacht 1944/45 für seine damalige Freundin Eva

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Erinnerungsstücke

"Ich kann niemanden fragen: Wie war's eigentlich damals?"

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Erinnerungsstücke

Brief vom 25. April 1945

Lore arbeitete in Itzehoe, ihre Mutter in Hamburg. Über Monate konnten sie sich nicht besuchen - und wussten auch nicht, ob sie sich jemals wiedersehen würden.

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Erinnerungsstücke

Um der Nazi-Propaganda Paroli zu bieten, sendeten die Briten einen in Deutschland empfangbaren Radiosender. Ziel war die Aufklärung der deutschen Zivilbevölkerung. Für die Nazis war der Deutsche Dienst der BBC ein "Feindsender". Wer ihn hörte oder sogar aktuelle Songs aus dem Repertoire sang, begab sich in Lebensgefahr. Aber nur hier gab es die geliebte Swing-Musik …

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Erinnerungsstücke

"Wir hörten das alle."

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Überleben

Nachdem sich Helmut Wolffs Eltern das Leben genommen hatten, kam er in mehrere Pflegefamilien. Nach kurzer Zeit wurde er immer wieder weitergeschickt. Frau Laser aus Harburg hatte dann den Mut, den jüdischen Jungen bei sich aufzunehmen und ihn sogar als Kind einer ausgebombten "arischen" Familie auszugeben.

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Überleben

"Ich durfte nie sagen, wer ich wirklich bin."

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Überleben

Esther Bejarano (unten rechts) bekam die Nummer 41948 auf den linken Unterarm tätowiert. Sie hatte nicht mehr rechtzeitig ins Ausland fliehen können. Auch ihren Eltern gelang das nicht. Sie wurden von den Nazis ermordet, noch bevor ihre Tochter nach Auschwitz deportiert wurde.

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Überleben

"Lieber hungern als so schrecklich frieren."

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Überleben

Ludwig Baumann wurde wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt. Rund 23.000 Deserteure wurden im Zweiten Weltkrieg erschossen, enthauptet oder erhängt. Ludwig Baumann hatte "Glück": Nach drei Wochen wurde sein Todesurteil aufgehoben und in eine Zuchthausstrafe gewandelt. Doch über diese "Begnadigung" hat ihn niemand informiert. Zehn Monate lang.

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Überleben

"Das verfolgt mich bis heute."

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Überleben

Ab 1944 begann die SS, Konzentrationslager in Frontnähe zu evakuieren und Gefangene auf Todesmärsche zu schicken. Ziel war es, ihre Vernichtungsmaschinerie vor den anrückenden alliierten Truppen zu verheimlichen - dabei jedoch noch so viele Gefangene wie möglich in den Tod zu treiben. Auch Esther Bejarano wurde zum Marsch gezwungen.

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Überleben

"Wir sind immer marschiert, marschiert, marschiert."

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Die Befreiung

"Man hatte keine Angst mehr."

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Die Befreiung

"A sentimental Journey" von den Andrew Sisters. Das war der erste Song, den Uwe Storjohann hörte, als die Briten Anfang Mai 1945 Hamburg eingenommen und den Sendebetrieb übernommen hatten. So war für Uwe Storjohann die Nachricht von der Kapitulation Hamburgs "Musik in seinen Ohren".

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Die Befreiung

"Ich hab mich so befreit gefühlt."

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Die Befreiung

"Für mich war das Kriegsende an sich eine Befreiung vor der Todesangst."

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Die Befreiung

"Das war nicht nur meine Befreiung, das war meine zweite Geburt."

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Weiterleben

Esther Bejarano besucht seit 20 Jahren Schulen, um ihre Geschichte zu erzählen. Bis heute rappt und musiziert sie gegen Fremdenhass und Antisemitismus - und für den Frieden.

 

Helmut Wolff hat erst nach der Befreiung von dem Freitod seiner Eltern und Großeltern erfahren. Er ist nach dem Krieg in Deutschland geblieben und arbeitet bis heute als Architekt in Hamburg.

 

Uwe Storjohann ist nach der Befreiung dem Rundfunk treu geblieben und hat lange Jahre  als Radiomoderator und Autor beim NDR gearbeitet.

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Weiterleben

Lore Bünger ist nach der Befreiung in Hamburg geblieben. Heute besucht sie den Geschichtsunterricht an Schulen und kämpft für die Demokratie. Sie möchte, dass die jungen Menschen verstehen, wie es damals zur Diktatur der Nationalsozialisten kommen konnte - damit so etwas nie wieder geschieht.

 

Ludwig Baumann wurde als Deserteur auch lange Jahre nach dem Krieg noch als Verräter, Kameradenschwein und Krimineller beschimpft, verprügelt, gehasst. Nach einer überwundenen Depression und Alkoholsucht hat er sich aktiv in der Friedensbewegung engagiert und kämpft bis heute für die Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren.

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Credits

DIE BEFREITEN

Erinnerungen an die Kapitulation 1945

Credits

Domenica Berger
David Diwiak
David Hohndorf
Leve Kühl
Johanna Leuschen
Tobias Lickes
Hans Jakob Rausch
Caroline Rollinger
Vivienne Schumacher

Ein Projekt von AutorInnen der BOX

Redaktion: Marc Brasse
Produzent: Olav Jacobs

Musik: "Green Mountain State" by Corinna Rose & Leah Dolgoy
Licensed under Creative Commons Attribution (3.0)

Weitere Informationen

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