Stand: 10.01.2017 16:30 Uhr

Ryan Gosling und Emma Stone tanzen durch L.A.

La La Land
, Regie: Damien Chazelle
Vorgestellt von Walli Müller

Was ist das nur für ein Film, der für sieben Golden Globes nominiert war - und alle sieben tatsächlich auch gewonnen hat?! "La La Land" heißt das Musical von Damien Chazelle, das in Hollywood so groß gefeiert wurde und nun auch als heißer Oscar-Kandidat gilt. Nun kommt der Film in die deutschen Kinos.

Schon die Anfangssequenz ist atemberaubend: eine ausgeklügelte Massen-Tanz-Choreografie, gedreht im Stau mitten auf dem Highway in Los Angeles, in einer einzigen minutenlangen Einstellung!

Talente, von Selbstzweifeln geplagt

Auch Mia (Emma Stone) steckt fest im Verkehr - wie im Leben: Sie ist eine der Zigtausend Kellnerinnen von L.A., die "eigentlich Schauspielerin" sind. Vor sich hat sie das nächste Casting und die nächste Abfuhr.

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Ryan Gosling und Emma Stone erinnern an die große Zeit des Musicals.

Sie weiß, dass sie Talent hat. Aber reicht es? Die Selbstzweifel nagen - bis sie Sebastian (Ryan Gosling) trifft. Ein begnadeter Pianist - aber das, was er am liebsten spielt, will keiner mehr hören: Free Jazz! Seine Brötchen verdient er zähneknirschend mit Bar-Geklimper.

Im Geist der Musical-Ära

Es begegnen sich hier also zwei mit Künstlerträumen - und verlieben sich nicht sofort Hals über Kopf! Das ist das Wunderbare an Chazelles Film-Musical: Es atmet zwar den Geist der Ära von Ginger Rogers und Fred Astaire, ist aber zugleich absolut modern. Vor der ikonografischen Kulisse der Hollywood Hills singen und steppen Mia und Sebastian im lila Abendlicht ein zutiefst romantisches Duett - mit einem vollkommen unromantischen Text: "A lovely night I'm frankly feeling nothing. - Is that so? - Or it could be less than nothing. - Good to know, so you agree. - That's right. What a waste of a lovely night!" - Was für ein verschwendeter schöner Abend, wo wir beide doch überhaupt nichts aneinander finden.

Ein perfekt komponierter Film

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Der märchenhafte Musikfilm hat sieben Golden Globes erhalten.

Drei Monate haben Emma Stone und Ryan Gosling allein für diese Szene geprobt. Denn auch sie ist in einem Take gedreht. Das ist buchstäblich ganz großes Kino! Regisseur Chazelle, der in seinem Film "Whiplash" schon einen Jazz-Schlagzeuger porträtierte, liebt Musik. Das ist in jedem Takt dieses perfekt komponierten Films fühlbar: "Ich glaube, das Musical-Genre hat viel Überraschendes zu bieten. Es geht nicht nur darum, der Realität zu entfliehen. Man kann Träume und Fantasien benutzen, um die Realität zu kommentieren."

Viele geniale Regieeinfälle

"La La Land" erzählt einerseits eine sehr heutige Geschichte: vom Künstlerleben zwischen Ideal und Kompromiss und von der Belastung, die das für eine Beziehung bedeutet. Andererseits bietet der Film alles, was an einem Musical begeistern kann: herrlich wehende Kleider, Melodien, die man sofort mitträllern und Choreografien, die man mittanzen möchte. Nicht zu vergessen: Das wirklich zauberhafte Filmpaar: Ryan Gosling so lässig, Emma Stone so natürlich schön. Und beide können wirklich gut singen! Gosling mit butterweicher Stimme.

Dass am Ende noch mal eine leicht variierte Version der Geschichte als Musical-Nummer getanzt wird, ist nur der letzte von vielen genialen Regieeinfällen in "La La Land". Auf sieben Golden Globes könnten noch ein paar Oscars folgen.

Golden Globes
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Bei der Verleihung der Golden Globes räumte der Film "La La Land" ab. Doch noch jemand hinterließ deutliche Spuren: Meryl Streep mit ihrer Rede über Hollywood in Zeiten Trumps. mehr

La La Land

Genre:
Musical
Produktionsjahr:
2016
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Ryan Gosling, Emma Stone, John Legend
Regie:
Damien Chazelle
Länge:
128 min
FSK:
FSK ohne Altersbeschränkung
Kinostart:
12. Januar 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Neue Filme | 12.01.2017 | 07:20 Uhr

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