Überblick
Gedenkstein an die Ofer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © dpa Fotograf: Bernd Wüstneck
 

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. mehr

Gedenkstääten im Norden
Gedenkstein am ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen mit der Aufschrift "Bergen-Belsen 1940 bis 1945" © Stiftung niedersächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Bergen-Belsen
 

Bergen-Belsen: Erinnerung und Mahnung

Eine Gedenkstätte erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers. mehr


Die KZ-Gedenkstätte Hamburg-Neuengamme

Ein Mahnmal und mehrere Ausstellungen erinnern an die Opfer. mehr


Stätte des Erinnerns in Ladelund

Die älteste KZ-Gedenkstätte Schleswig-Holsteins. mehr

 

Die Befreiung des KZ Buchenwald

von Beatrix Hasse, NDR.de

Buchenwald: Eingangstor mit der Inschrift "Jedem das Seine", April 1945. (Bild: Gedenkstätte Buchenwald).  Der Zynismus der Nazis zeigte sich schon an der Inschrift am Eingangstor: "Jedem das Seine". "Kameraden, wir haben das Lager in unserer Hand", schallte es am frühen Nachmittag des 11. April 1945 über das Lagergelände des Konzentrationslagers Buchenwald, auf dem Ettersberg bei Weimar gelegen. Die Stimme kam aus demselben Lautsprecher, über den gewöhnlich die SS lautstark ihre Befehle erteilte. "'Kameraden', sagte diese Stimme - unglaublich. Die SS hatte sich nie dieses Wortes bedient", schildert Rolf Kralovitz, ehemaliger Häftling in Buchenwald, in seinen Memoiren diesen bewegenden Moment.

Danach habe er es in dem Block, in dem er sich versteckt hielt, nicht mehr ausgehalten und sei zum Appellplatz gelaufen. "Dort sah ich den ersten amerikanischen Panzer. Auf ihm stand ein amerikanischer Soldat, der zu den umstehenden Häftlingen sprach. Jemand übersetzte: 'Habt keine Angst, der Krieg ist bald aus'", so Rolf Kralovitz. Obwohl das Ende des Lagers für den als Juden inhaftierten Kralovitz und seine überlebenden Mithäftlinge überraschend gekommen war, konnten sie erst allmählich begreifen, dass der Schrecken nun ein Ende hatte - dass sie frei waren.

Das Grauen der letzten Tage

Buchenwald: Ausmarsch der überlebenden Kinder und Jugendlichen im April 1945. (Bild: Gedenkstätte Buchenwald).  Im April 1945 konnten überlebende Kinder und Jugendliche das Lager verlassen. In den letzten Tagen des Konzentrationslagers Buchenwald war die Stimmung unter den Häftlingen des Lagers bereits unerträglich gespannt. Im April 1945 befanden sich noch rund 48.000 Häftlinge im Lager. Schon seit Mitte März 1945 war klar, dass die westlichen Alliierten in Richtung Mitteldeutschland auf dem Vormarsch waren. Seit dem 5. April 1945 bereitete die Lager-SS die Räumung des KZ Buchenwald vor. Am 6. April gab Himmler den Befehl, das Lager zu evakuieren. Die SS schickte mehrere Tausend jüdische Häftlinge auf den ersten Evakuierungsmarsch. Wer den Razzien der SS entkommen konnte, tauchte unter - ein Glücksspiel. Auch Rolf Kralovitz, Häftling "ZehnNullNeunzig", hielt sich versteckt, konnte so der SS entkommen.

In den kommenden Tagen ging die Kommandatur dazu über, alle Häftlinge zu deportieren. Auf insgesamt 60 Marschrouten - meist zu Fuß - mussten etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager in den letzten Tagen seiner Existenz das Lager verlassen. Die meisten fanden auf den berüchtigten Todesmärschen der SS nach Theresienstadt oder nach Süddeutschland den Tod, wurden erschossen oder starben vor Hunger und Erschöpfung.

Der interne Widerstand wird stärker

 

Audiobeiträge

Schüler treffen auf Holocaust-Zeitzeugen

NDR 1 Niedersachsen

"Vergesst nie, was das Böse anrichten kann", sagt Joseph Ron. Der Überlebende der Konzentrationslager Buchenwald und Bergen-Belsen erzählt Hildesheimer Schülern von seinen Erlebnissen während des NS-Regimes.

Audiobeitrag starten (01:18 min)

Das KZ Buchenwald geriet Stück für Stück außer Kontrolle. Der SS-Befehlsapparat war nicht mehr voll handlungsfähig. Längst hatte sich eine interne Widerstandsbewegung organisiert, die die SS in die Irre führte und schwer zu kontrollieren war. Sie stiftete Chaos, versteckte verfolgte Häftlinge, widersetzte sich den Befehlen, rief zum Ungehorsam und zur Geschlossenheit unter den Häftlingen auf. Bei einem Bombenangriff auf das KZ im August 1944 hatte sich das illegale Lagerkomitee das entstandene Chaos zunutze gemacht und war in den Besitz von Waffen aus einem Lager der SS gelangt, die in den Blocks versteckt, vergraben oder eingemauert wurden. Einen bewaffneten Aufstand planten die Widerständler nicht. Vielmehr erwarteten sie die Unterstützung der Alliierten bei der Befreiung des Lagers.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/nszeitundkrieg/buchenwald124.html
Hintergrund
Ausgemergelte Männer liegen dicht an dicht in Holzkojen - Aufnahme von 1944 aus einer Gefangenen-Baracke in Auschwitz. © picture-alliance / Mary Evans Picture Library/WEIMA
 

"Alltag" in den Konzentrationslagern

Das Leben in den Lagern war ein andauerndes Martyrium für die Gefangenen. mehr

Befreiung
Konzentrationslager Bergen-Belsen 1945: Waschplatz für weibliche Häftlinge. © picture-alliance / akg-images
 

Die letzten Tage des KZ Bergen-Belsen

Am 15. April 1945 nehmen britische Truppen das Lager ein. mehr


Die Rettung mit den "Weißen Bussen"

Kurz vor Kriegsende befreit das schwedische Rote Kreuz 15.000 KZ-Häftlinge. mehr

Literatur zum Thema

Der Buchenwald-Report

Bericht über das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar
von David A. Hackett
C. H. Beck, München
Erscheinungsdatum: 1996
ISBN: 3-406-41168-1


ZehnNullNeunzig in Buchenwald

Ein jüdischer Häftling erzählt
von Rolf Kralovitz
Walter Meckauer Kreis e.V., Köln
Erscheinungsdatum: 1996
ISBN: 3-923622-10-4


Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945

Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung. Herausgegeben von der Gedenkstätte Buchenwald, erstellt von Harry Stein.
Wallstein-Verlag, Göttingen
Erscheinungsdatum: 1999
ISBN: 3-89244-222-3

Links

Homepage der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora mit umfangreichen Informationen zur Geschichte des Konzentrationslagers.

Link in neuem Fenster öffnen