Stand: 23.02.2015 14:26 Uhr

Abhöraffäre bei der "taz"

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Hat er Kollegen ausgeforscht? Der Journalist Sebastian Heiser.

Bei der "tageszeitung" (taz) sollen mithilfe eines so genannten Keyloggers hausintern Daten von Redaktionscomputern abgegriffen worden sein. Mit einem Keylogger können sämtliche Tastatureingaben an einem Rechner aufgezeichnet werden. Nach ZAPP Informationen soll offenbar der Journalist Sebastian Heiser für den Einsatz des Keyloggers verantwortlich sein. taz-Chefredakteur Andreas Rüttenauer sprach gegenüber ZAPP von "einem Mitarbeiter".

Laut Rüttenauer findet am kommenden Montag (23. Februar) eine taz-interne Anhörung statt, zu der der beschuldigte Mitarbeiter eingeladen ist. ZAPP hat versucht, den Journalisten Sebastian Heiser zu erreichen. Dies gelang aber weder telefonisch noch unter seiner E-Mail-Adresse bei der "tageszeitung". Das System meldet als Antwort "User unknown".

Heiser hatte in dieser Woche mit schweren Vorwürfen gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" von sich reden gemacht. Sebastian Heiser hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt, weil er auf seinem privaten Blog heisersstimme.wordpress.com Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber "Süddeutsche Zeitung" erhoben hatte. Der "Süddeutschen Zeitung" warf er unter anderem vor, Schleichwerbung für Steuerhinterziehung veröffentlicht zu haben.

Seine Anschuldigungen untermauerte er mit verdeckten Tonaufzeichnungen aus Redaktionskonferenzen und Einzelgesprächen, die er ebenfalls auf seinem Blog veröffentlichte. Rechtsexperten halten dieses Vorgehen für juristisch fragwürdig.

ZAPP hatte 2011 einen Beitrag über Heisers Recherchen zur Platzierung verdeckter Werbung in Zeitungen und Zeitschriften gemacht. Auch damals arbeitete Heiser undercover mit verdeckten Bildaufnahmen. Als Chef einer fiktiven PR-Agentur besuchte er die Anzeigenabteilungen großer Zeitungen und machte unmoralische, sogar illegale Angebote. Einige gingen darauf ein.