Sendedatum: 27.08.2017 19:30 Uhr

Zeitreise: Über Wracktaucher und Wrackräuber vor Helgoland

Morgen ist es 103 Jahre her: das Seegefecht vor Helgoland zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Am 28. August 1914 haben Engländer und Deutsche vor dem roten Felsen gegeneinander gekämpft. Dabei ließen mehrere hundert Soldaten ihr Leben. Fast vergessen liegen seither die Wracks versenkter Kriegsschiffe weit draußen vor der Hochseeinsel auf dem Grund der Nordsee. Jetzt ist der Kieler Unterwasserarchäologe Florian Huber hingefahren, um sie zu erforschen. Und das wird höchste Zeit, sagt er, denn nicht nur die Nordsee nagt immer mehr an den Stahlwracks, auch niederländische Hobbytaucher sind längst dabei, sie zu plündern. Davon haben sie selbst Bilder ins Internet gestellt. Es sind alles historische Artefakte, die sie als Souveniers für ihr Clubheim aus dem Wasser holen.

Die vergessenen Schiffswracks vor Helgoland

Ein maritimes Schlachtfeld

Bei dem Seegefecht vor Helgoland - der ersten großen Seeschlacht im Ersten Weltkrieg - haben mehr als 70 Schiffe gegeneinander gekämpft. Vier deutsche Kriegsschiffe wurden versenkt: das Torpedoboot V187, die SMS Mainz, die SMS Cöln und die SMS Ariadne. Mehr als 700 deutsche Soldaten kamen ums Leben. Ein maritimes Schlachtfeld unter Wasser, das bislang noch nicht erforscht wurde.

Interessante Entdeckungen in 40 Meter Tiefe

Gut zwei Jahre ist es jetzt her, dass die niederländischen Taucher mit dem Hammer Teile vom kleinen Kreuzer SMS Mainz abgeschlagen haben. Florian Huber hat sie angezeigt wegen Diebstahls und Störung der Totenruhe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Im August ist Huber mit einem Team aus Forschungstauchern nach Helgoland gefahren. Die Schiffe liegen weit draußen in der Nordsee - nicht jedes Wrack können sie bei zwei bis drei Metern Dünung ansteuern. Sie tauchen zur SMS Ariadne, zwanzig Seemeilen vor der Hochseeinsel, vierzig Meter tief auf dem Grund der Nordsee. Und sie machen eine interessante Entdeckung: Der kleine Kreuzer hat einen hölzernen Loskiel, der den eigentlichen Kiel vor Beschädigungen schützte. Das haben sie und die Historiker bei Schiffen der Kaiserlichen Marine nicht mehr erwartet.

Zeitgeschichte im Ersten Weltkrieg

Und dann machen sie noch eine nicht so schöne Entdeckung. Was sie unter Wasser gefunden beziehungsweise nicht gefunden haben - unsere Zeitreise über Wracktaucher und Wrackräuber.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.08.2017 | 19:30 Uhr