Sendedatum: 01.10.2017 19:30 Uhr

Zeitreise: Eine Erinnerung an den Kalten Krieg

Seine Sammlung sei bundesweit einmalig, sagt Alexander Lipski. In 20 Jahren und mühevoller Detailarbeit hat er in seinem Haus in Quickborn Relikte des Kalten Krieges gesammelt und aufgestellt. Der 47-Jährige bewahrt so die Erinnerung an die Eiszeit zwischen Ost- und Westblock. Lipski selbst ist Apotheker, Museumsleiter und Sammler. Direkt am Eingang seines kleinen Museums prangt der Bundesadler mit der Aufschrift: "Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz: Luftschutzamt I". Diese Behörde aus der Hochzeit der Ost-West-Konfrontation ist längst aufgelöst. Aber hier, in dem unscheinbaren Backsteingebäude, lebt der Kalte Krieg weiter.

Ein altes Telefon. © NDR

Relikte aus der Eiszeit zwischen Ost und West

Schleswig-Holstein Magazin -

Das Warnamt, im Kalten Krieg eine wichtige Behörde, lag tief unter der Erde in Hohenweststedt. Was davon übrig ist, steht jetzt in einem kleinen exklusiven Museum.

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Relikte zur Warnung der zivilen Bevölkerung

Alle Räume sind vollgestellt und behängt mit originalen Karten, Plänen, Geräten, Filmen und veralteter Fernmeldetechnik. Mit dieser hätte einst in einem unterirdischen Bunker in Hohenwestedt von 1963 bis 1998 die zivile Bevölkerung gewarnt werden sollen, vor Luftangriffen mit konventionellen oder gar atomaren Waffen. Spenden von alten Geräten bekam Lipski von der Bundeswehr, von Nachrichtendiensten, dem Technischen Hilfswerk oder dem Deutschen Roten Kreuz. Für Ausstellungszwecke darf er sie benutzen. Einzige Auflage: Eintrittsgelder ins Museum darf er nicht verlangen.

Dokumente aus dem Kalten Krieg für die Nachwelt

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Museum Luftschutzwarnamt 1

Informationen zur Ausstellung in Quickborn und die Telefonnummer für die Anmeldung von Besuchen finden Sie hier. extern

Der Quickborner hat in seinem Haus ein Museum geschaffen, das originalgetreu die Arbeitsabläufe und die verwendete Technik in einem der damals zehn Warnämter Deutschlands nachzeichnet. Es hätte im Ernstfall mit bis zu 150 Mitarbeitern für die Sicherheit der gesamten Bevölkerung von Hamburg und Schleswig-Holstein sorgen sollen. Dem Apotheker ist hier ein Stück Erinnerung gelungen, das die Zeit des Kalten Krieges wach hält. Er wolle für die Nachwelt bewahrend dokumentieren, mit welchen Mitteln die deutschen Behörden im Kriegsfall für unsere Sicherheit sorgen wollten, erklärt Lipski seine Motivation.

Dokumente einer bewegten Zeit

Vorsintflutlich erscheint unter anderem, wie die deutschen Behörden die Ausbreitung eines möglichen radioaktiven Niederschlags vorhersagen wollten: Mittels einer groben und umständlichen Vektorendiagramm-Berechnung, wobei die Wetterämter alle drei Stunden Windrichtung und Geschwindigkeit liefern hätten sollen.

Erinnerungen wach halten

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 01.10.2017 | 19:30 Uhr