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Die Kieler Förde - Meerjungfrauen, Mini-Wale und Matrosen

Donnerstag, 07. September 2017, 21:00 bis 21:45 Uhr

„Sailing City“ nennt sich Kiel – nicht zuletzt wegen des Olympiahafens Schilksee, der im Jahr 1972 Ausgangspunkt für die olympischen Segelwettbewerbe war. © NDR/Karsten Wohlrab, honorarfrei

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Die Kieler Förde ist einer der wenigen natürlichen Tiefwasserhäfen an der Ostsee. Auf dem 17 Kilometer langen Meeresarm sind sowohl Frachter, Fähren und Kreuzfahrtschiffe als auch unzählige Segler unterwegs.

Männer mögen's deftig

Jutta Petersen ist die Lotsen-Stewardess auf dem Leuchtturm Kiel in der Außenförde und dort für das Wohl wartender Lotsen zuständig. Vor allem das leibliche - die Männer mögen's deftig: am liebsten Rührei mit Speck rund um die Uhr.

Crew landet gleich in der Seemannsmission

Kreuzfahrtriesen können mitten in Kiel an der Innenförde festmachen. Das ist vor allem praktisch für die Crew, die direkt von der Gangway in der "Seafarers Lounge" landet. Hier sorgen die Mitarbeiter der Seemannsmission um Diakonin Stefanie dafür, dass sich die Seeleute kurz von ihrem harten Job an Bord erholen können. Stefanie weiß Rat in allen Lebenslagen: bei Heimweh, Liebeskummer und sogar Schweißfüßen.

"Schwentineflotte": Umgebaute Seelenverkäufer

Ein Segelclub der besonderen Art ist die "Schwentineflotte". Die Mitglieder dürfen auf ihren Booten auch wohnen, einzigartig in Deutschland. Ihre schwimmenden Wohnzimmer sind meist liebevoll umgebaute Seelenverkäufer. Damit sind sie die Exoten der "Sailing City" Kiel - in der ein russischer Milliardär die größte Luxusjacht der Welt bauen lässt.

Eine Stiftung rettete die Seebadeanstalt

Die Liebhaber der Seebadeanstalt Holtenau wienern ihr historisches Schmuckstück vor jeder Saison. Die über 100 Jahre alte Anlage drohte abgerissen zu werden, doch eine Stiftung kaufte und sanierte die pittoresken Holzgebäude. An die 50 Freiwillige organisieren im Sommer den Badebetrieb - der Eintritt ist kostenlos.

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Welche Küste mögen Sie lieber?

In der Förde ist sie in ihrem Element - "Meerjungfrau Lille", bürgerlich Vanessa Reder. Was als harmloser Spleen begann, ist für die Verwaltungsfachangestellte mittlerweile zur Berufung geworden. In Meerjungfrau-Kursen bringt sie Nachwuchs-Nixen das Schwimmen mit der Monoflosse bei. Den echten Meeresbewohnern ist dagegen Biologe Boris Culik auf der Spur: Schweinswale, die kleinste Walart, verfangen sich leicht in den Stellnetzen der Förde-Fischer und ertrinken darin. Culik hat ein akustisches Warngerät entwickelt, das den Tieren "in Schweinswalsprache" signalisiert nicht näher zu kommen.

Schiffe gucken wollen die Wohnmobilisten auf dem Stellplatz an der Holtenauer Schleuse. Dass sich hinter ihnen die staubigen Kiesberge eines Industriehafens auftürmen, stört sie nicht. Hauptsache, ein Logenplatz an der Kieler Förde.

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Autor/in
Karsten Wohlrab
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Christian Kossin