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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Prinovis: Mit Bannern gegen das Aus

Die Prinovis-Beschäftigten machen ihrem Ärger über die angekündigte Schließung der Großdruckerei in Itzehoe (Kreis Steinburg) Luft: Vor den Werkstoren haben sich am Sonnabend rund 400 Beschäftigte und Angehörige zu einer Protestaktion versammelt. Mit Bannern, Fanfaren und einem als Tod verkleideten Kollegen wiesen sie auf ihre Situation hin. Ihre Botschaft: Wir wollen nicht kampflos untergehen. Die Geschäftsleitung hatte in dieser Woche verkündet, dass der Prinovis-Standort Itzehoe im Sommer 2014 aus Kostengründen geschlossen wird. Gut 1.000 Arbeitsplätze fallen dann weg.

Hoffen und Bangen bei den Beschäftigten

Etwa 750 Beschäftigte und rund 250 Leiharbeiter stehen mit ihren Familien vor einer ungewissen Zukunft. Und nicht nur die, sagt Ralf-Christian Gierke NDR 1 Welle Nord. Er ist einer der Organisatoren der Demonstration. "Da hängen auch Lieferanten oder Lebensmittelhändler dran." Gierkes Befürchtung: "Wenn hier Prinovis dicht macht, ist Itzehoe sozusagen tot." Sein Mitorganisator Michael Konrad blickt optimistischer in die Zukunft. Er hofft, dass die Großdruckerei noch zu retten ist. "Es gibt immer Mittel und Wege. Ich glaube, auch hier gibt es noch Hoffnung. Und dafür kämpfe ich", so Konrad.

Ver.di will über Sozialplan verhandeln

Noch mindestens bis zum März soll es weitere Kundgebungen der Prinovis-Beschäftigten geben, dann beginnen die Gespräche über einen Sozialplan. Ver.di-Sprecher Martin Dieckmann kündigte bereits harte Verhandlungen mit der Geschäftsführung der Großdruckerei an.

Reinhard Meyer im Portrait © Staatskanzlei Fotograf: Fotostudio Berger Detailansicht des Bildes Hat seine Unterstützung angekündigt: Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hat sich eingeschaltet. Er will sich dafür stark machen, dass nach der Werksschließung möglichst viele Beschäftigte im Raum Itzehoe bleiben können. Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen (SPD) will sich ebenfalls für die Prinovis-Mitarbeiter einsetzen: "Jetzt muss es darum gehen, dass die Beschäftigten untergebracht oder andere gute Lösungen gefunden werden."

Zahlen und Daten zu Prinovis

- Prinovis gilt als der größte Tiefdruckkonzern in Europa

- Gegründet 2005 als Joint Venture der Medienkonzerne Gruner + Jahr, der Axel Springer AG und arvato (Bertelsmann)

- Im November 2011 übernimmt Bertelsmann die G + J-Anteile und hält nun 74,9 Prozent an Prinovis, die restlichen 25,1 Prozent liegen bei der Axel Springer AG

- Nach Firmenangaben rund 3.800 Mitarbeiter in Deutschland, Großbritannien und Frankreich

- Produktionsstandorte in Itzehoe, Ahrensburg, Dresden, Nürnberg und Liverpool sowie Büros in Paris und London

- Die Unternehmenszentrale hat ihren Sitz seit 2011 in Hamburg

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.02.2013 | 16:00 Uhr

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