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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Razzia bei Ex-Chef der HSH Nordbank

Der frühere Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank AG, Dirk Jens Nonnenmacher. © ddp Fotograf: Roland Magunia Detailansicht des Bildes Im Visier der Staatsanwaltschaft: der ehemalige HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher. Beamte haben am Mittwoch die Wohnung von Dirk Jens Nonnenmacher durchsucht. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Kiel dem NDR Magazin "Panorama 3". Sie ermittelt gegen den ehemaligen Chef der HSH Nordbank wegen des Tatvorwurfs der "falschen Verdächtigung durch Unterlassen und Untreue". Die Razzia im Hamburger Stadtteil Rotherbaum steht offenbar im Zusammenhang mit diesem Verfahren. Nonnenmacher wird vorgeworfen, ein ehemaliges Vorstandsmitglied zu Unrecht verdächtigt zu haben. Die Bank hatte den HSH Nordbank-Vorstand Frank Roth im April 2009 entlassen, weil er angeblich vertrauliche Unterlagen an Journalisten weitergegeben hat. Diesen Verdacht konnten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft jedoch nicht bestätigen. Die vorgelegten angeblichen Beweise stellten sich als fingiert heraus. Die Bank musste Roth später vollständig rehabilitieren und mit einer Summe in Millionenhöhe entschädigen.

Hat Nonnenmacher von der falschen Verdächtigung gewusst?

In dem Fall wird neben dem früheren Justiziar der Bank, Wolfgang Gößmann, nun auch Nonnenmacher als Beschuldigter geführt. Ihm wird falsche Verdächtigung durch Unterlassen und Untreue vorgeworfen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könnte Nonnenmacher von der falschen Verdächtigung gewusst und nichts dagegen unternommen haben. Die Durchsuchungsaktion bei dem Ex-Chef der HSH Nordbank wurde bereits am Mittwoch durchgeführt. Offenbar steht die Razzia im Zusammenhang mit diesem Verfahren.

Diskussionen um Millionenabfindung

Es ist aber nicht das einzige Verfahren gegen Nonnenmacher. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat schon vor knapp einem Jahr Anklage gegen den Manager und seine Ex-Vorstandskollegen erhoben. Sie sollen mit einem umstrittenen Kreislaufgeschäft namens Omega 55 zum Jahresende 2007 Verluste von 150 Millionen Euro verursacht haben. Die früheren Vorstände wiesen die Anschuldigungen zurück. Das zuständige Landgericht Hamburg muss noch über eine Prozesseröffnung entscheiden, doch der Beschluss wird aller Voraussicht nach in diesem Jahr nicht mehr fallen.

Finanzministerin Heinold will Abfindung prüfen lassen

Monika Heinold. © dpa picture alliance Fotograf: rtn, ute strait Detailansicht des Bildes Will Nonnenmachers Abfindung überprüfen lassen: Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold. Damit kann der frühere Bankchef seine umstrittene Abfindung von vier Millionen Euro, die er bei seinem Ausscheiden im März 2011 kassiert hatte, wohl behalten. Denn die HSH kann die Abfindungsmillionen nur bis zum 15. Dezember zurückfordern - auch wenn er in einem Strafprozess wegen windiger Geschäfte verurteilt werden sollte. Verantwortlich dafür ist nach Recherchen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" ein lax formulierter Aufhebungsvertrag.

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold will das jedoch verhindern. Die Grünen-Politikerin forderte HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper auf, die Millionenabfindung für den Ex-Bankchef zu prüfen. Kopper solle feststellen, "ob sich neue Erkenntnisse im Sinne der Regelungen des Aufhebungsvertrages zwischen der HSH Nordbank und Herrn Prof. Nonnenmacher ergeben", sagte Heinold "Spiegel Online" am Freitagabend. Sollte dies der Fall sein, erwarte die Ministerin, dass der Aufsichtsrat vor dem Fristablauf am 15. Dezember alle Maßnahmen ergreift, um die Abfindung von Nonnenmacher zurückfordern zu können.

Weitere Informationen
Eingangsbereich der HSH Nordbank in Kiel © dpa Fotograf: Maurizio Gambarini
 

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