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Der ehemalige Innenstaatssekretär Ulrich Lorenz starb im Alter von 57 Jahren in Kiel.
Bei den Ermittlungen zum Tod des früheren schleswig-holsteinischen Staatssekretärs Ulrich Lorenz (SPD) gibt es noch kein Ergebnis. Hinweise auf eine natürliche Ursache konnten bislang nicht bestätigt werden. Klarheit sollte am Mittwoch das Ergebnis der tags zuvor durchgeführten Obduktion bringen. Es lässt aber weiter auf sich warten. Damit kann der Fall auch von Seiten der Ermittler nicht abgeschlossen werden. Die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß sagte: "Es wird nach wie vor in alle Richtungen ermittelt." Nach Informationen von Schleswig-Holstein Magazin und NDR 1 Welle Nord werden zurzeit auch Videos einer Überwachungskamera an der Hörnbrücke im Kieler Hafen ausgewertet. Dort hatten Polizeitaucher die Leiche des 57-Jährigen am Montag gefunden.
Nach bisherigen Ermittlungen verließ Lorenz am Sonntagmorgen sein Haus in Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde), um mit dem Zug nach Kiel zu fahren. Die Beamten gehen davon aus, dass Lorenz um 6.53 Uhr am Hauptbahnhof aus dem Zug stieg. "Dort verliert sich seine Spur", teilte die Polizei mit. Lorenz wollte zu seiner Kanzlei am Hörn-Campus. Der Weg vom Kieler Hauptbahnhof dorthin führt direkt am Wasser vorbei. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord soll der Leichnam bis auf eine leichte Abschürfung am Kopf keine äußeren Verletzungen aufweisen. Die Schürfwunde könnte er sich beim Sturz ins Wasser zugezogen haben.
Lorenz war nach verschiedenen Stationen in der schleswig-holsteinischen Landesverwaltung von 2000 an Staatssekretär im Innenministerium. Nach dem Bruch der Großen Koalition wurde er 2009 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Danach arbeitete er als Rechtsanwalt in einer Kieler Sozietät. Als politischer Berater blieb der Jurist in der SPD ein gefragter Mann, zum Beispiel 2012 bei den Koalitionsverhandlungen der Sozialdemokraten mit Grünen und SSW. Nach dem Regierungswechsel hätte Lorenz Chef der Staatskanzlei werden können, er lehnte aber ab - wegen gesundheitlicher Probleme.
Ministerpräsident Albig äußerte sich bestürzt zu Lorenz' Tod.
Lorenz' plötzlicher Tod ist mit Bestürzung aufgenommen worden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte am Montag, die Nachricht erfülle ihn mit großer Trauer. "Er war ehrlich, zuverlässig, kompetent und ein feiner Mensch durch und durch", so Albig. Innenminister Andreas Breitner (SPD) betonte, er habe einen guten Freund und Ratgeber verloren.
"Sein unerwarteter Tod macht mich sprachlos", sagte der SPD-Landesvorsitzende und Ex-Innenminister Ralf Stegner. Mit Lorenz hatte er jahrelang in der Landesregierung zusammengearbeitet. "Er war aufgrund seiner Kompetenz und seines Wissens ein allseits geschätzter Kollege - und für mich auch ein persönlicher Freund und Weggefährte", so Stegner.
Auch Heide Simonis zeigte sich tief betroffen über den Tod ihres früheren Staatssekretärs. Die ehemalige Ministerpräsidentin sagte: "Ulrich Lorenz war ein herausragender Verwaltungsfachmann und kümmerte sich auch um kleinste Details, wenn es darum ging, für Schleswig-Holstein in Berlin oder Brüssel etwas zu erreichen."