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Wie lange wird in der P+S Werft in Stralsund noch gearbeitet? Über den Antrag wird das Amtsgericht Stralsund frühestens am Donnerstag entscheiden.
Das Amtsgericht Stralsund hat den Hamburger Berthold Brinkmann als vorläufigen Insolvenzverwalter bei den P+S Werften in Stralsund und Wolgast eingesetzt. Das sagte der zuständige Amtsrichter, Dirk Müller-Koelbl, auf Anfrage von NDR 1 Radio MV. Brinkmanns Kanzlei hatte zuvor bereits die Insolvenzverfahren bei den Wadan-Werften und der Hamburger Sietas-Werft übernommen.
Die von Werftenchef Rüdiger Fuchs beantragte Eigenverwaltung sei damit aber noch nicht vom Tisch, sagte Müller-Koelbl. Nun solle in Zusammenarbeit mit Brinkmann geprüft werden, ob eine Eigenverwaltung den Interessen der Gläubiger widerspricht. Innerhalb von zwei Monaten erwartet das Amtsgericht einen Zwischenbericht.
Im Insolvenzantrag seien Forderungen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro aufgelistet. Allein die Großgläubiger würden auf Geld in Höhe von 511 Millionen Euro warten, sagte Amtsgerichtssprecher Dirk Simon am Donnerstag. Zu ihnen gehören etwa die Nord LB mit 326 Millionen Euro und das Landesförderinstitut mit 70 Millionen Euro. Am Mittwoch sprach Fuchs nach Informationen von NDR 1 Radio MV von einem interessierten Käufer für die P+S Werften. Ein Verkauf würde Geld in die Kassen fließen lassen.
Als möglicher Interessent speziell für die Wolgaster Peenewerft gilt nach Informationen von NDR 1 Radio MV die Lürssen Werft mit Hauptsitz in Bremen. In Wolgast werden unter anderem Marineschiffe gebaut und U-Boote überholt - ein Segment, in das die Bremer seit Jahren einsteigen wollen. Zudem benötigt Lürssen nach NDR Informationen weitere Kapazitäten im Luxuxsjachtbau. Denn bei der zu Lürssen gehörenden Kröger-Werft in Rendsburg gibt es bei Großjachten zwischen 60 und 90 Metern Länge eine jahrelange Warteliste. Bis 2018 sind die Auftragsbücher gefüllt. Die Wolgaster Werft, die in Fachkreisen auch als Reparaturstandort geschätzt wird, könnte für Entlastung sorgen.
Werftchef Fuchs hatte am Mittwochmorgen eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, um das vorhandene Fachwissen im Unternehmen zu halten und möglichst viele Schiffe aus dem Auftragsbestand weiterzubauen. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bliebe die Geschäftsführung im Amt und Fuchs könnte gemeinsam mit einem Sachwalter Verträge annullieren.
Ausgerüstet mit solchen Befugnissen, will er neue Gespräche mit Kunden und Lieferanten führen. Auch Scandlines werde sich nun solchen Gesprächen stellen müssen, sagte Fuchs. Zuvor geplante Gespräche mit dem Hauptauftraggeber waren bislang nicht zustande gekommen.
Wie die weiteren Sanierungspläne konkret aussehen, ließ Fuchs am Mittwoch offen. Seinen Verbleib will er von der Entscheidung des Insolvenzrichters abhängig machen. Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall haben Fuchs bereits ihre Unterstützung zugesagt. Entscheidet sich der Richter für ein klassisches Insolvenzverfahren und bestellt einen Insolvenzverwalter, wäre vollkommen offen, wie es auf den Werften weitergeht.
Fuchs selbst hatte am Mittwochmorgen die Belegschaft in Stralsund vom Gang zum Amtsgericht informiert. Das Herz des Unternehmens schlage nicht in den Büchern, es schlage in den Hallen und an Bord der Schiffe, sagte er vor den Werftarbeitern in der Montagehalle. Nach neun Tagen offener und ehrlicher Gespräche mit Kunden und Lieferanten aber sei kein anderer Ausweg als der Insolvenz geblieben, sagte der 45-Jährige.
Man habe sich zuviel vorgenommen in Stralsund und Wolgast, kritisierte Fuchs seinen Vorgänger Dieter Brammertz. Doch habe er in den vergangenen Wochen erkannt, dass die Belegschaften von Volkswerft und Peene-Werft sehr wohl in der Lage seien, Spezialschiffe zu bauen, wenn man sie nicht überfordere. "Wir vertrauen auf das Konzept von Fuchs, wir glauben an einen Neuanfang", sagte der Betriebsrat der Peene-Werft, Carsten Frick.
Richtigstellung
1. Die 500 Mio. sind keine "Schulden", sondern gedeckt durch den Wert der angearbeiteten Schiffe. Wenn jetzt aber die Kunden mit dem Insolvenzverwalter ein Schnäppchen machen und die alten Preise... [mehr]
Teil 2
Wenn man nun rechnet, kommt man auf 12 Schiffe + ein bisschen "Kleinzeug" die von den Werften zum großen Teil vorfinanziert werden müssen. Da die beiden Scandlines-Fähren schon mit 100 Mio je Stück... [mehr]
wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die ... Bevor man sich hier über Unternehmen ausläßt von denen man nur soviel weiß wie in der Presse steht, sollte man sich vorher etwas informieren. Die... [mehr]
Werften und wer dann?
Skipper, wo Sie Recht haben, haben Sie Recht. Ich bin auch der festen Überzeugung, alles was irgendwie produziert werden kann, und eine Mindesthaltbarkeitsfrist hat, wird irgendwann in China, Taiwan,... [mehr]
Fuchs kam damals zur Sietas Werft, um einen Investor zu finden, dies ist ihm gelungen. Die Insolvenz wäre vermeidbar gewesen, wenn 2008, als Fuchs ins Boot kam, nicht viele Aufträge aufgrund der... [mehr]