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NDR Verkehrsstudio
Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern

Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr

 

Merkel in Stralsund: "Rahmen ausgeschöpft"

Angela Merkel vor der Volkswerft in Stralsund. © dpa-Bildfunk Fotograf: Jens Büttner Detailansicht des Bildes Keine Finanzhilfen mehr: Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Sellering erteilten den P+S Werften eine Absage. Die angeschlagenen P+S Werften in Stralsund und Wolgast können nicht mehr mit der Hilfe des Landes rechnen und müssen damit wohl Insolvenz anmelden. Allerdings kündigte Geschäftsführer Rüdiger Fuchs an, am Mittwoch noch keinen Insolvenzantrag zu stellen. Nach seiner Einschätzung kann die drohende Pleite möglicherweise abgewendet werden. Voraussetzung dafür sei, dass Kunden und Lieferanten einen Beitrag leisteten.

Merkel versucht Hoffnung zu verbreiten

Am Dienstag waren die 2.000 Mitarbeiter über den gescheiterten Rettungsversuch informiert worden. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren in Stralsund dabei. "Wir haben der Werft geholfen - der staatliche Rahmen ist ausgeschöpft", sagte Merkel NDR 1 Radio MV. Sie habe gemeinsam mit Werften-Chef Fuchs beraten, was getan werden könne, sollten die P+S Werften insolvent gehen.

Sie habe in den mehr als zwanzig zurückliegenden Jahren als Bundestagsabgeordnete erlebt, was die Belegschaft geleistet habe. Es sei eine tolle Truppe. Deshalb sei das auch ein schwerer Tag heute gewesen.

Sellering: "ausloten, ob noch was geht"

Ministerpräsident Sellering, der Wirtschaftsminister Glawe, sowie Werften-Geschäftsführer Fuchs geben am Montag in der Staatskanzlei in Schwerin eine Erklärung ab.  Fotograf: Jens Büttner Detailansicht des Bildes Wirtschaftsminister Glawe, Werften-Chef Fuchs und Ministerpräsident Sellering informieren am Montag in Schwerin die Öffentlichkeit. Ministerpräsident Sellering sagte nach seiner Rede vor 1.200 Werftarbeitern, es sei das "erwartet schwierige Gespräch" gewesen. Er kündigte jedoch auch an, dass Werftchef Rüdiger Fuchs noch weitere Gespräche mit Kunden der beiden Schiffbaubetriebe in Stralsund und Wolgast führen werde, "um auszuloten, ob da noch irgendwas geht". Sellering wollte im Anschluss auch an der Belegschaftsversammlung der Geschäftsführung mit Werftleuten in Wolgast teilnehmen.

Katastrophe für die ganze Stadt

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) spricht von der "schwersten Krise seit Jahren". Für ihn sei es einer der schwärzesten Tage in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister. "Der Untergang des traditionellen Werftstandortes Stralsund wäre eine Katastrophe für unsere maritime Industrie, für die Zulieferbetriebe, für die Werftmitarbeiter und deren Angehörige - für unsere gesamte Stadt", so Badrow weiter.

Keine weiteren Millionen

Weitere Informationen

Sellering wegen P+S Werften unter Druck

Zu wenig gewusst, zu wenig geprüft, zu wenig Geld - die Opposition im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat im Falle der P+S Werften viele Fragen an Ministerpräsident Sellering. Sie fordert einen Untersuchungsausschuss. mehr

Nach einem weiteren Krisengespräch hatte Sellering am Montag in Schwerin mitgeteilt, dass die Werften keine weiteren von Bund und Land verbürgten Kredite erhalten werden. Die wären aber nötig gewesen, damit das Unternehmen auch im nächsten Jahr zahlungsfähig bleibt. Die bislang auch von der EU unter Vorbehalt bewilligten Kredite über 152 Millionen Euro reichen nach Aussage von Werft-Chef Fuchs nur bis zum Jahresende.

IG-Metall: Leute am Boden zerstört

Die Insolvenzankündigung ist bei den Spätschicht-Belegschaften der beiden Werften mit großer Enttäuschung aufgenommen worden. "Die Leute sind am Boden zerstört und total wütend", sagte der Stralsunder Bevollmächtige der IG Metall Küste, Guido Fröschke. Der Unmut der Schiffbauer richte sich vor allem gegen die vor knapp drei Wochen abgelöste Geschäftsleitung. Sie habe nach Angaben des neuen Werftchefs Fuchs zu viele Neukonstruktionen in zu kurzer Zeit vorgenommen.

  • Nutzer-Kommentar von matze999

    Quo vadis Millionen Steuergelder? Herr Sellering und Herr Glawe, mich würde ja brennend interessieren, wer nun für die ausgereichten Millionen Steuergelder haftet. Es kann doch nicht sein, dass man die durch die Geschäftsführung der P+S Werften vorgelegten Zahlen im Wirtschaftsministerium nicht geprüft hat, ehe man 70 Millionen Euro ausreicht. Ein solches Verhalten muss auf jeden Fall Konsequenzen nach sich ziehen.

  • Nutzer-Kommentar von sunshine

    War wohl vorhersehbar Ganz grundsätzlich gilt auch hier: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende... Firmen, die nur mit Subventionen überleben können, passen eben nicht in eine Marktwirtschaft. Diese sinnlose Subventionierung muß aufhören, das sollte eigentlich auch den Beschäftigten der Werften klar sein. Um kleinere Unternehmen kümmert ich keiner, für solch "Vorzeigefirmen" hat sich bis jetzt immer noch ein Steuergroschen gefunden - gut, das es nun vorbei ist.

  • Nutzer-Kommentar von gast

    p+s Endlich wurden die Karten mal aufgedeckt. Was lange gemunkelt wurde, tritt nun ans Tageslicht. Völlige Misswirtschaft in allen Ecken durch überstudierte Scheinschlaue, die keine Ahnung haben. Die Leidtragenden sind die Steuerzahler, die Mitarbeiter und die armen Schweine die diese Sch... wieder glatt bügeln müssen. Für die armen Arbeiter kann man nur hoffen, dass Herr Fuchs es schafft, eine vernünftige Lösung für die Werften zu finden. Ansonsten müssen diejenigen, die diesen Mist verzapft bhaben, zur Verantwortung gezogen werden!!!

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Seit April 2011 kein Schiff ausgeliefert

Werftarbeiter demonstrieren während eines Warnstreikes vor dem Tor der P+S Werften GmbH Volkswerft Stralsund. © dapd Fotograf: Jens Köhler Detailansicht des Bildes Die Mitarbeiter der P+S Werften stehen vor einer ungewissen Zukunft. Werften-Chef Fuchs hatte bereits ein Zukunftskonzept vorgelegt, nach dem die Peenewerft in Wolgast innerhalb der nächsten zwölf Monate an einen Investor verkauft werden sollte. Die Probleme bei der Volkswerft in Stralsund schätzt er als deutlich größer ein, hier habe man sich in zu kurzer Zeit zu viel vorgenommen und zu viele Neuentwicklungen angenommen. Seit April 2011 konnte kein Schiff mehr ausgeliefert werden.

Hoffnung auf Investoren

"Die Kollegen sind bitter enttäuscht", sagte auch der Wolgaster Betriebsrat Carsten Frick. "Alle stehen unter Spannung." Frick, im September 36 Jahre auf der Wolgaster Werft, hofft, dass der Schiffbau an der Peene unter neuer Flagge weitergeht. "Wir bauen Marine- und Behördenschiffe." Das Interesse von Geldgebern, deshalb in Wolgast zu investieren, könnte größer sein.

Hintergrund
Eine Offshore-Plattform befindet sich auf der Warnemünder Werft im Bau. © Nordic Yards Fotograf: Nordic Yards
 

Werften in Mecklenburg-Vorpommern

Der Schiffbau bleibt ein bedeutender Wirtschaftszweig in Mecklenburg-Vorpommern. Hier finden Sie die Standorte und das wichtigste zu den einzelnen Werften. mehr

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Kommentar
Jürgen Hingst, Leiter der Aktuell-Redaktion © NDR Fotograf: Christoph Woest
 

Noch besteht Hoffnung auf Schiffbau-Zukunft

22.08.2012 | 17:08 Uhr
NDR Info

Ein Kommentar von Jürgen Hingst zur Situation bei den P+S Werften in Stralsund und Wolgast. mehr

Weitere Informationen
Luftaufnahme von Stralsund  Fotograf: Andreas Günther aus Greifswald
 

P+S Werften: Krisenrunde in Schwerin

Werftchef Rüdiger Fuchs soll einen ersten Rettungsplan mitbringen. mehr


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