Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
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Keine Finanzhilfen mehr: Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Sellering erteilten den P+S Werften eine Absage.
Die angeschlagenen P+S Werften in Stralsund und Wolgast können nicht mehr mit der Hilfe des Landes rechnen und müssen damit wohl Insolvenz anmelden. Allerdings kündigte Geschäftsführer Rüdiger Fuchs an, am Mittwoch noch keinen Insolvenzantrag zu stellen. Nach seiner Einschätzung kann die drohende Pleite möglicherweise abgewendet werden. Voraussetzung dafür sei, dass Kunden und Lieferanten einen Beitrag leisteten.
Am Dienstag waren die 2.000 Mitarbeiter über den gescheiterten Rettungsversuch informiert worden. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren in Stralsund dabei. "Wir haben der Werft geholfen - der staatliche Rahmen ist ausgeschöpft", sagte Merkel NDR 1 Radio MV. Sie habe gemeinsam mit Werften-Chef Fuchs beraten, was getan werden könne, sollten die P+S Werften insolvent gehen.
Sie habe in den mehr als zwanzig zurückliegenden Jahren als Bundestagsabgeordnete erlebt, was die Belegschaft geleistet habe. Es sei eine tolle Truppe. Deshalb sei das auch ein schwerer Tag heute gewesen.
Wirtschaftsminister Glawe, Werften-Chef Fuchs und Ministerpräsident Sellering informieren am Montag in Schwerin die Öffentlichkeit.
Ministerpräsident Sellering sagte nach seiner Rede vor 1.200 Werftarbeitern, es sei das "erwartet schwierige Gespräch" gewesen. Er kündigte jedoch auch an, dass Werftchef Rüdiger Fuchs noch weitere Gespräche mit Kunden der beiden Schiffbaubetriebe in Stralsund und Wolgast führen werde, "um auszuloten, ob da noch irgendwas geht". Sellering wollte im Anschluss auch an der Belegschaftsversammlung der Geschäftsführung mit Werftleuten in Wolgast teilnehmen.
Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) spricht von der "schwersten Krise seit Jahren". Für ihn sei es einer der schwärzesten Tage in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister. "Der Untergang des traditionellen Werftstandortes Stralsund wäre eine Katastrophe für unsere maritime Industrie, für die Zulieferbetriebe, für die Werftmitarbeiter und deren Angehörige - für unsere gesamte Stadt", so Badrow weiter.
Nach einem weiteren Krisengespräch hatte Sellering am Montag in Schwerin mitgeteilt, dass die Werften keine weiteren von Bund und Land verbürgten Kredite erhalten werden. Die wären aber nötig gewesen, damit das Unternehmen auch im nächsten Jahr zahlungsfähig bleibt. Die bislang auch von der EU unter Vorbehalt bewilligten Kredite über 152 Millionen Euro reichen nach Aussage von Werft-Chef Fuchs nur bis zum Jahresende.
Die Insolvenzankündigung ist bei den Spätschicht-Belegschaften der beiden Werften mit großer Enttäuschung aufgenommen worden. "Die Leute sind am Boden zerstört und total wütend", sagte der Stralsunder Bevollmächtige der IG Metall Küste, Guido Fröschke. Der Unmut der Schiffbauer richte sich vor allem gegen die vor knapp drei Wochen abgelöste Geschäftsleitung. Sie habe nach Angaben des neuen Werftchefs Fuchs zu viele Neukonstruktionen in zu kurzer Zeit vorgenommen.
Quo vadis Millionen Steuergelder? Herr Sellering und Herr Glawe, mich würde ja brennend interessieren, wer nun für die ausgereichten Millionen Steuergelder haftet. Es kann doch nicht sein, dass man die durch die Geschäftsführung der P+S Werften vorgelegten Zahlen im Wirtschaftsministerium nicht geprüft hat, ehe man 70 Millionen Euro ausreicht. Ein solches Verhalten muss auf jeden Fall Konsequenzen nach sich ziehen.
War wohl vorhersehbar Ganz grundsätzlich gilt auch hier: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende... Firmen, die nur mit Subventionen überleben können, passen eben nicht in eine Marktwirtschaft. Diese sinnlose Subventionierung muß aufhören, das sollte eigentlich auch den Beschäftigten der Werften klar sein. Um kleinere Unternehmen kümmert ich keiner, für solch "Vorzeigefirmen" hat sich bis jetzt immer noch ein Steuergroschen gefunden - gut, das es nun vorbei ist.
p+s Endlich wurden die Karten mal aufgedeckt. Was lange gemunkelt wurde, tritt nun ans Tageslicht. Völlige Misswirtschaft in allen Ecken durch überstudierte Scheinschlaue, die keine Ahnung haben. Die Leidtragenden sind die Steuerzahler, die Mitarbeiter und die armen Schweine die diese Sch... wieder glatt bügeln müssen. Für die armen Arbeiter kann man nur hoffen, dass Herr Fuchs es schafft, eine vernünftige Lösung für die Werften zu finden. Ansonsten müssen diejenigen, die diesen Mist verzapft bhaben, zur Verantwortung gezogen werden!!!
Die Mitarbeiter der P+S Werften stehen vor einer ungewissen Zukunft.
Werften-Chef Fuchs hatte bereits ein Zukunftskonzept vorgelegt, nach dem die Peenewerft in Wolgast innerhalb der nächsten zwölf Monate an einen Investor verkauft werden sollte. Die Probleme bei der Volkswerft in Stralsund schätzt er als deutlich größer ein, hier habe man sich in zu kurzer Zeit zu viel vorgenommen und zu viele Neuentwicklungen angenommen. Seit April 2011 konnte kein Schiff mehr ausgeliefert werden.
"Die Kollegen sind bitter enttäuscht", sagte auch der Wolgaster Betriebsrat Carsten Frick. "Alle stehen unter Spannung." Frick, im September 36 Jahre auf der Wolgaster Werft, hofft, dass der Schiffbau an der Peene unter neuer Flagge weitergeht. "Wir bauen Marine- und Behördenschiffe." Das Interesse von Geldgebern, deshalb in Wolgast zu investieren, könnte größer sein.
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Stimme Ihnen voll zu. Das hat mit rechts nichts zu tun. Für andere Staaten wird das Geld mit vollen Händen rausgeschmissen, auch meine Steuergelder. Für die betroffenen Menschen im eigenen Land reicht... [mehr]