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Die Linke läutet mit ihrem Parteitag in Rostock die heiße Phase des Wahlkampfs ein.
Nach fünf Jahren in der Opposition will die Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern wieder mitregieren - und zwar mit der SPD. Spitzenkandidat Helmut Holter sagte am Sonntag zum Abschluss des Parteitags in Rostock, es sei wichtig, die Sozialdemokraten aus der Gefangenschaft der CDU zu befreien, damit es wieder sozial gerechte Politik im Land gebe. Die Linke werde für bessere Bildung, gesicherte Kommunalfinanzen und gegen Niedriglohn eintreten. Als Wahlziel gab die Parteispitze ein Ergebnis von 20 Prozent plus x aus. Das sei durchaus drin, sagte Parteichef Steffen Bockhahn im NDR Gespräch. Die aktuellen Umfragen würden nur die Linke im Aufwind sehen. In seiner Rede attackierte Holter die Landesregierung, die Misstrauen und Frust gesät habe und für eine katastrophale Bildungspolitik mit einer hohen Schulabbrecher-Quote verantwortlich sei.
Zuvor hatte sich die Bundesvorsitzende Gesine Lötzsch in ihrer Rede vor den Delegierten für eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei im Nordosten stark gemacht. Auch Lötzsch verurteilte die Niedriglöhne in Deutschland. "Gerade Eltern machen sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder, wenn diese Sklaverei, diese Zeitarbeit, diese Leiharbeit, nicht endlich so begrenzt wird, dass niemand so ausgebeutet und in Unsicherheit gehalten werden kann", sagte Lötzsch.
Am Abend stieg die Linke auf dem Universitätsplatz auch öffentlich in den Wahlkampf ein. Zugpferd Gregor Gysi war in die Hansestadt gekommen, um den Genossen weiteren Schwung zu geben. In strömendem Regen bezeichnete Gysi die Linke vor rund 100 Zuhörern als die einzige Partei, die sich konsequent gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und die Hartz-IV-Gesetze stelle.
Eine Personalie sorgte auf dem Parteitag für ein wenig Schmunzeln. Horst Krumpen, ein früherer Landesgeschäftsführer der FDP in Berlin und Wahlkreis-Mitarbeiter von FDP-Fraktionschef Michael Roolf, hatte die Freidemokraten im Zorn verlassen und war zur Linken gewechselt. In Rostock bewarb sich Krumpen für den Landesvorstand - und scheiterte knapp. Nur eine Stimme fehlte dem Wismarer für eine Berufung in das Gremium. Dem neu gewählten Vorstand gehören neben Bockhahn Heidrun Blum, Jeannine Rösler und Björn Griese als Stellvertreter und Schatzmeisterin Gabriela Buchholz an.
Wiedergewählt: der Landesvorsitzende der Linkspartei Steffen Bockhahn.
Derweil reagierte der alte und neue Landesvorsitzende Steffen Bockhahn erleichtert auf seine Wiederwahl. Er habe noch nie ein so ein gutes Resultat erzielt, sagte Bockhahn im NDR Gespräch. Bockhahn bekam auf dem Parteitag in Rostock fast 67 Prozent Zustimmung. Er habe mit weniger gerechnet, sagte Bockhahn. Denn vielen sei der Eindruck vermittelt worden, die Partei sei tief gespalten und er würde vielleicht nicht die nötige Mehrheit erreichen. Jetzt gehe es um einen engagierten Wahlkampf für bessere Bildung und sichere Kommunalfinanzen.