Von Boltenhagen bis Zempin: Zahlreiche Küstenabschnitte Mecklenburg-Vorpommerns sind derzeit von Abbrüchen bedroht. Während die Steilküste im nordwestmecklenburgischen Boltenhagen von Experten "nur" als "potenziell gefährdet" eingestuft wird, gelten Abschnitte etwas weiter östlich in Wohlenberg und Beckerwitz als "akut gefährdet".
Gerade im Dämmerlicht lockt die Steilküste der Insel Poel mit eindrucksvollen Farbenspielen. Spaziergänger sollten dennoch auf der Hut sein. Die Küste gilt laut Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie als "potenziell gefährdet".
"Akute Gefahr" besteht an der Steilküste im Ostseebad Rerik (Kreis Bad Doberan). Vor allem der Wechsel von Stürmen, Hochwasser, Regen, Frost und Tauwetter setzt den Küsten derzeit zu. Es drohen Frostsprengungen.
Der Gespensterwald gilt als Attraktion des Seebads Nienhagen. Gespenster gibt es dort zwar nicht, allerdings gilt die Steilküste dort als "potenziell gefährdet" - ebenso wie in Kühlungsborn und Heiligendamm.
Ein Warnschild weist auf Gefahren zwischen Wustrow und Ahrenshoop hin (Fischland-Darß). Der Abschnitt gilt als "potenziell gefährdet".
Trotzdem ignorieren Spaziergänger immer wieder die Gefahr - ein äußerst leichtsinniges Unterfangen.
Besonders spektakuläre geologische Phänomene spielen sich derzeit auf Hiddensee ab.
Tiefe Risse durchziehen das gesamte nördliche Hochufer.
Auch hier warnen Hinweisschilder vor dem Aufenthalt am Fuß der Steilküste. Im Norden der Insel ist die gesamte Steilküste gesperrt - sie gilt als "akut gefährdet".
"Akute Gefahr" besteht auch an vielen Abschnitten der Steilküste Rügens - so auch nach wie vor am Kap Arkona an der Nordspitze der Insel. Am zweiten Weihnachtstag 2011 ereignete sich hier ein besonders tragsicher Kreideabbruch, bei dem ein zehnjähriges Mädchen verschüttet wurde.
Etwa 5.000 Kubikmeter Kreide brachen vom Steilufer am Kap Arkona ab.
Wochenlang suchten Helfer nach dem Mädchen. Seine Leiche ist bis zum heutigen Tag nicht gefunden worden.
Nach Abzug der Helfer wurde die Unglücksstelle zum "Ort der Ruhe" deklariert.
Etwas weiter südöstlich gilt der Abschnitt am Nationalpark Jasmund als "potenziell gefährdet".
Ganz in der Nähe brach mit den "Wissower Klinken" vor Jahren ein Wahrzeichen der Insel ab.
Auch ganze Gebäude stürzen mitunter in die Tiefe. Das ehemalige Diakonieheim in Lohme gilt als akut gefährdet.
"Akute Abbruchgefahr" besteht zudem an der Steilküste bei Sassnitz. Die exponierte Küste Rügens ist den Wetterkapriolen der vergangenen Wochen ganz besonders ausgesetzt.
Weitere "akut gefährdete" Abschnitte auf Rügen befinden sich in Dranske, Sellin, Borchtitz ...
... und Klein Zicker.
Auf Usedom "stark gefährdet": Abschnitte bei Bansin, Zempin, Stubbenfelde und Ückeritz.