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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Schiffsunfall - Forderung nach Lotsenpflicht

Nach dem Zusammenstoß zweier Stückgutfrachter auf der Ostsee vor Rügen ist der Ruf nach einer Lotsenpflicht vor allem in der viel befahrenen Kadetrinne laut geworden. "Die Lotsenpflicht ist zwingend notwendig", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg am Montag. Am Rande der Ostseeparlamentarier-Konferenz sei dies schon mehrmals Thema gewesen, doch die Initiative war am Widerstand Russlands gescheitert. Die Kadetrinne gilt mit jährlich 85.000 Schiffsbewegungen als eine der weltweit am stärksten befahrenen Wasserstraßen.

Acht Meter langer Riss im Rumpf

Experten untersuchen nun den entstandenen Schaden nach dem Unfall am Wochenende. Nach ersten Erkenntnissen kam es wegen eines Navigationsfehlers zu der Kollision. Im Rostocker Seehafen haben Experten der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung und Taucher die 172 Meter lange "Statengracht" bereits inspiziert. Der Frachter, der unter niederländischer Flagge fuhr, ist das größere der beiden Schiffe - er hatte nach dem Zusammenstoß Warnemünde angesteuert und den Hafen mit Schlagseite erreicht. Das schwer beschädigte Schiff mit einem acht Meter langen Riss im Rumpf konnte am Wochenende stabilisiert werden, Reparaturmaßnahmen sind in Planung. Welche Werft den Reparaturauftrag schließlich bekommt, ist noch unklar. In Warnemünde gibt es keine Möglichkeiten, die Neptunwerft ist dafür nicht ausgerüstet, hieß es. Theoretisch wäre die Nordic-Werft in Wismar in der Lage, eine Reparatur auszuführen, sei aber noch nicht anfragt worden, so ein Werftsprecher.

Klärung der Schuldfrage dürfte noch dauern

Die kleinere 88 Meter lange "Katre" aus Malta liegt mit leichten Schäden im Hafen Sassnitz-Mukran und dürfte bald wieder in See stechen können. Bis die Schuldfrage endgültig geklärt werden kann, dürfte noch einige Zeit vergehen. Denn zunächst müssen die Flaggen-Staaten der Schiffe bei den deutschen Behörden eine Untersuchung beantragen, dann werden Dokumente zum Hergang und die Logbücher der Schiffe ausgewertet. Eventuell müssen die Besatzungen und Kapitäne vernommen werden.

Ruhige Wetterlage am Unglückstag

Die beiden Frachter waren in der Nacht zu Sonnabend zwölf Seemeilen nördlich von Rügen zusammengestoßen. Kurz vor der östlichen Einfahrt zur viel befahrenen Kadetrinne kreuzten sich ihre Kurse. Die Wetterlage war ruhig, so die Experten vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee - schwacher Südwind mit Böen um 4 bis 5. Bei der Kollision schlug die "Statengracht" unterhalb der Wasserlinie leck. Anschließend hatte sie leichte Schlagseite, da offenbar Ballastwasser-Tanks zum Trimmen des Schiffes betroffen waren. Eindringendes Wasser wurde abgepumpt. Der Stückgutfrachter wurde von Notfallschleppern und dem Seenotkreuzer "Arkona" begleitet und steuerte den Rostocker Hafen an. Die "Statengracht" hatte Holzpellets und Papier geladen, wie die Sprecherin weiter sagte. Experten der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung und Taucher begutachteten den Havaristen noch am Sonnabendmittag.

Keine Schadstoffe ausgetreten

Die "Katre" hat nach Angaben der Wasserschutzpolizei im Hafen Sassnitz-Mukran festgemacht. Der Frachter sei leicht beschädigt, unter anderem am Bugstrahlruder. Nach Angaben des Havariekommandos haben beide Schiffe kein Gefahrgut geladen, und es traten auch keine Schadstoffe aus.

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NDR 1 Radio MV | Markert am Morgen | 02.02.2013 | 10:00 Uhr

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Das Havariekommando in Cuxhaven informiert über seine Arbeit an den Küsten.

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