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Die Bauarbeiten für die Sanierung des Alten Elbtunnels sind schwieriger als ursprünglich angenommen.
Die Sanierungskosten für den Alten Elbtunnel zwischen St. Pauli und Steinwerder explodieren. Grund ist nach Informationen von NDR 90,3, dass die Schäden an dem 100 Jahre alten Bauwerk wesentlich schwerer sind als ursprünglich angenommen. Die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) geht nach neuesten Schätzungen davon aus, dass die Sanierung 62 Millionen Euro kostet - viermal soviel wie ursprünglich geplant.
Und nicht nur die Kosten steigen, die Arbeiten dauern auch wesentlich länger. Eigentlich sollte die Sanierung des Alten Elbtunnels zum 100. Jubiläum im Jahr 2011 abgeschlossen sein. Jetzt aber plant die Hafenverwaltung mit weiteren sechs Jahren Bauzeit. 2016 soll die erste Röhre fertig sein, 2019 die zweite. HPA-Sprecher Alexander Schwertner sagte NDR 90,3: "Wir mussten erstmal den Tunnel entkernen, um das Schadensbild zu erkennen. Wir sind zum Beispiel davon ausgegangen, wir müssten fünf Kilometer Bleifugen erneuern. Jetzt wissen wir: Es sind 15. Das konnte man auch durch Stichproben im Vorfeld nicht ermitteln."
Außerdem soll zusätzlich die Straße in den Tunnelröhren saniert werden. Das war zunächst gar nicht geplant. Trotz explodierten Kosten ist der HPA-Sprecher überzeugt: "Auch im Nachhinein würden wir sagen: Der Tunnel muss saniert werden. Er ist ein Wahrzeichen Hamburgs. Sonst hätte man ihn irgendwann als offenes Bauwerk schließen müssen."
Die Oppositionsparteien reagierten mit Unverständnis auf die jüngsten Kostenschätzungen und wollen den Fall vom Landesrechnungshof untersuchen lassen, wie NDR 90,3 am Montag berichtete. Dass der Alte Elbtunnel ein schwieriger Bau sei, habe man im Vorfeld gewusst, meinte Norbert Hackbusch, stellvertretender Fraktionschef der Linken. Die HPA und die beauftragten Baufirmen hätten die Unwägbarkeiten aber einkalkulieren müssen. Massive Kostensteigerungen seien bei der HPA kein Einzelfall, sagte Anjes Tjarks, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) sagte dagegen: Die Kostensteigerung sei zwar unerfreulich. Jetzt müsse man aber mit kühlen Kopf vorgehen, um den alten Elbtunnel behutsam zu sanieren und zu erhalten.
Pro Jahr nutzen rund 120.000 Autofahrer, 100.000 Radfahrer und 750.000 Fußgänger den Alten Elbtunnel. Solange die Sanierungsarbeiten laufen, ist nur eine der 426,5 Meter langen Röhren werktags für den Verkehr geöffnet.