Stand: 28.04.2017 14:24 Uhr

Stegner und Günther wollen fairen Wahlkampf

Die beiden großen Parteien sind sich einig: Der Wahlkampf in Schleswig-Holstein soll auf den letzten Metern fair und inhaltlich geführt werden. Das haben SPD-Chef Ralf Stegner und CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther vereinbart. Stegner distanzierte sich von einer umstrittenen Äußerung eines SPD-Mitglieds am Dienstagabend im TV-Duell zwischen Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Günther. Gewerkschafterin und SPD-Kommunalpolitikerin Gabriele Schwohn hatte dem CDU-Kandidaten vor laufender Kamera in der Wahlarena vorgeworfen, sie einmal als "ver.di-Schlampe" bezeichnet zu haben. "Meine Erwartung an die beiden Beteiligten ist, dass der öffentlich erhobene Vorwurf entweder klar belegt wird oder unmissverständlich zurückgenommen wird", sagte Stegner bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Günther: Sache erledigt

Albig oder die SPD hätten keinerlei Einfluss auf die Auswahl des Publikums gehabt, sagte Stegner. Allerdings habe Albig bei der Studiobegehung die Frau bemerkt und den NDR darauf aufmerksam gemacht, dass auch im Land bekannte Kommunalpolitiker der SPD anwesend seien, so Stegner. Nach Angaben der zuständigen Redaktion des NDR erwähnte Albig kurz vor dem Beginn der Wahlarena beiläufig, er habe Parteifreunde im Publikum gesehen. Einen namentlichen Hinweis habe es nicht gegeben. Handlungsbedarf habe der NDR nicht gesehen, vor dem Hintergrund, dass bei 140 Gästen nicht ausgeschlossen werden könne, dass auch Partei-Basismitglieder an der Sendung teilnehmen. Gabriele Schwohn sitzt bei der Flensburger SPD im Kreisvorstand.

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther bestätigte, dass sich Stegner vom Verhalten der Frau distanziert habe. "Für mich ist diese Sache damit erledigt", sagte Günther.

Gewerkschafterin erneuert Vorwurf

Gabriele Schwohn bekräftigte am Donnerstagabend ihre Kritik an Günther. Eine Kieler Anwaltskanzlei, die Schwohn vertritt, äußerte sich zwar nicht explizit zu dem Vorwurf, Günther habe die Frau im Landtag "ver.di-Schlampe" genannt. Der Anwalt spricht aber von abfälligen Äußerungen im Vorbeigehen nach einer Sitzung des Bildungsausschusses des Landtags im September 2014, bei der es um die Stärkung der Mitbestimmung ging. Dieser Vorgang sei in eidesstattlichen Versicherungen für eine eventuelle gerichtliche Auseinandersetzung festgehalten, heißt es in dem Schreiben des Anwalts.

Albig: "Unglücklicher Moment"

"Das ist erkennbar die Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen, die miteinander vor vielen Jahren etwas erlebt haben, das ich nicht beurteilen kann", sagte Ministerpräsident Torsten Albig am Donnerstagmorgen dem NDR. "Ich wünschte mir, dass erwachsene Personen das miteinander klären und erwarte von beiden, dass sie das sehr schnell tun." Die Äußerung im Fernsehen sei ein "unglücklicher Moment" gewesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.04.2017 | 14:00 Uhr

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