Stand: 09.03.2016 05:00 Uhr

Zivilfahnder auf der Suche nach Einbrechern

von Tobias Senff
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Die Zivilfahnder der Polizei suchen auch tagsüber nach Einbrechern.

Ein dunkler Kombi fährt in die Sackgasse eines Wohngebiets in Rellingen (Kreis Pinneberg). Der Wagen dreht schnell wieder um und setzt seinen Weg in einer anderen Straße fort. Aus dem Auto schauen zwei Männer in Vorgärten und versuchen hinter hohen Hecken Verdächtiges zu entdecken. Die beiden sind Polizisten - auf der Suche nach Einbrechern. Auch am Vormittag seien Täter unterwegs, sagt Polizeioberkommissar Alexander Finck. "Sie nutzen die Zeit, wenn die Bewohner bei der Arbeit sind oder kurz beim Sport oder Einkaufen." Nach der aktuellen Kriminalitätsstatistik ist die Zahl der Einbrüche in der Metropolregion im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 50 Prozent gestiegen. Die Kontrollen von zivilen Beamten sollen bei der Aufklärung helfen.

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Allerdings können die Beamten nicht überall gleichzeitig sein. Im Wagen sitzt auch Polizeiobermeister Oliver Böhme. "Wir sind in Wohngebieten unterwegs, in denen schon mal Einbrüche passiert sind, aber auch an anderen Stellen", sagt er. Sein Kollege Finck vergleicht die Arbeit mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. "Aber mit einem Metalldetektor finden wir die Nadel schneller", ergänzt er. Gemeint sind Hinweise von Nachbarn oder Anwohnern, die etwas Merkwürdiges bemerkt haben. Die Beamten berichten, dass Einbrecher häufig vor der Tat an den Haustüren klingeln und irgendetwas fragen. Sie wollen so abklären, ob jemand zuhause ist. In so einem Moment würden sich Beamten über einen Anruf freuen. "Denn vielleicht macht beim Nachbarn niemand auf und der Einbrecher kann durch ein Fenster einsteigen", sagen sie.

Schnelle Hinweise können helfen

Nach einem Einbruch befragen die Polizisten auch Nachbarn. Diese erzählen meist erst dann von ihren Beobachtungen. Doch die Erfahrung der Beamten Finck und Böhme zeigt, dass Täter am besten gefasst werden können, wenn es möglichst schnell Hinweise gibt. Dann können sie ihre Kollege aus der Region zusammenziehen. Hin und wieder setzen sie auch Suchhunde ein. An verlorenem oder weggeworfenem Werkzeug der Einbrecher nehmen die Hunde die Witterung auf und verfolgen Spuren über weite Strecken. Schon häufiger konnten Täter in Baumschulfeldern in der Region um Rellingen, Schnelefeld und Halstenbek entdeckt werden.

Zivilfahnder ohne Erfolg

In Rellingen bleibt die Lage an diesem Vormittag ruhig. Aber aus Elmshorn kommen Einbruchsmeldungen über Funk. "Leider wissen wir im Vorfeld nicht, wo die Täter gerade aktiv sind. Eine Glaskugel haben wir nicht", sagt Polizeioberkommissar Finck. Nebenbei schaut er weiter nach verdächtigen Personen und Autos, die am Vormittag in dem Wohngebiet unterwegs sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 09.03.2016 | 05:40 Uhr