Stand: 15.02.2016 15:04 Uhr

Wieder geöffnet: Ansturm auf Ausländerbehörde

Die Ausländerbehörde im Kreis Nordfriesland hat seit Montag wieder auf. Am Morgen öffneten sich die Türen der Abteilung in Husum. Wegen Arbeitsüberlastung hatte die Behörde in den vergangenen zwei Wochen für den Publikumsverkehr geschlossen. Der Andrang war dementsprechend groß. Rund 100 Menschen wollten ihre Aufenthaltspapiere abholen oder verlängern. Sie warteten im Flur der Behörde darauf, nach und nach eingelassen zu werden.

Anstehen für Anträge

Genehmigung fürs Praktikum

Auch Kelly Apedoh musste warten. "Ich war in den letzten Tagen zwei Mal hier, aber es war ja zu. Ich habe einen Antrag gestellt und will fragen, ob er fertig ist, weil ich arbeiten möchte", sagte er. Flüchtlingshelfer Jens Burmester wartete ebenfalls wegen einer Arbeitserlaubnis für einen afghanischen Flüchtling. Die Sache sei ziemlich dringend, meinte Burmester: "Der Mann fängt morgen ein Praktikum als Elektriker an. Dafür muss er die Genehmigung in seinen Papieren eingetragen haben."

Beratung nur im Notfall

Seit dem ersten Februar hatte die Behörde für den Publikumsverkehr geschlossen, weil es Massen von Anträgen gab. Mussten die Mitarbeiter der Behörde im Jahr 2014 etwas mehr als 420 Menschen betreuen, waren es im vergangenen Jahr rund 1.880. Die sechs Sachbearbeiter kamen nicht mehr hinterher. "Wir wollen keine Mitarbeiter verlieren, wir wollen auch nicht, dass unsere Mitarbeiter krank werden. Deshalb machen wir jetzt für zwei Wochen zu", hatte Hans-Martin Slopianka von der Ausländerbehörde Husum damals dem Schleswig-Holstein Magazin erklärt. Die Mitarbeiter waren während dieser Zeit nur in Notfällen zu sprechen - zum Beispiel bei neu eintreffenden Flüchtlingen oder bei Anfragen der Polizei.

Anträge auf Arbeitserlaubnis abgearbeitet

In den zwei Wochen konnten sie die Rückstände offenbar zum großen Teil aufholen. "Wir sind ein ganzes Stück weit vorangekommen. Wir haben insbesondere die ganzen Anträge auf Arbeitserlaubnis soweit abgearbeitet, von daher können wir sagen: Die zwei Wochen Schließung haben sich für uns gelohnt", sagte Slopianka. Nun steht erstmal wieder jede Menge Arbeit für die Menschen an, die in den vergangenen zweit Wochen nicht bedient wurden. Eine weitere vorübergehende Schließung des Amtes soll es nicht geben. Im vergangenen Jahr hatte die Behörde die Mitarbeiter von drei auf sechs erhöht. Eine weitere Aufstockung ist laut Slopianka nicht geplant.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.02.2016 | 17:00 Uhr