Stand: 27.12.2015 10:00 Uhr

Wie der Offshore-Boom auch Sportvereinen hilft

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Helgoland hat etwa 1.300 Einwohner - durch den Offshore-Boom werden es wohl eher mehr.

Die reinen Baukosten für die Windparks vor Schleswig-Holsteins Nordseeküsten betragen laut Wirtschaftsministerium bis zu sieben Milliarden Euro. Ende des Jahres wird nun aber auch deutlich, wie sehr das nördlichste Bundesland von den Folgeinvestitionen der Offshore-Industrie profitiert. Beispiel Helgoland: Dort wurde der Südhafen für 25 Millionen Euro ausgebaut. Entstanden sind zahlreiche Servicehallen der Offshore-Firmen. Die firmeneigenen Techniker sind jeweils zwei Wochen am Stück auf der Insel beschäftigt. Viele kehren anschließend gar nicht mehr aufs Festland zurück. Sie haben sich dort niedergelassen und engagieren sich nach Angaben der Gemeinde in der Feuerwehr oder in Sportvereinen. Helgoland hofft auf weitere Neubürger. Auch deshalb laufen mehrere Bauprojekte für neuen Wohnraum.

Trainingszentrum in Enge-Sande

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Meterhohe Wellen, Gewitter, Hubschrauberlärm: In einer Halle in Nordfriesland wird die stürmische Nordsee simuliert. Das "Maritime Trainings-Centrum" schult Offshore-Techniker. (12.09.2014) mehr

Für die Arbeit auf Offshore-Plattformen wurden viele der Neu-Insulaner bei einem Unternehmen im Kreis Nordfriesland ausgebildet. 2014 wurde ein Trainingszentrum in Enge-Sande eröffnet. Auch diese Gemeinde profitiert vom Offshore-Boom. Das Zentrum bietet unter anderem Sicherheitslehrgänge an. Nach eigenen Angaben ist es vom Angebot her einmalig - weil es alle Kurse für die Offshore-Mitarbeiter unter einem Dach anbietet. Seit der Eröffnung wurden in Enge-Sande etwa 5.000 Zertifikate ausgestellt.

Millionen-Investitionen in Häfen

Insgesamt werden vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins bereits sechs Offshore-Windparks betrieben: "Dan Tysk", "Butendiek" und "Sandbank" vor Sylt sowie "Meerwind Süd/Ost", "Nordsee Ost" und "Amrumbank West" vor Helgoland. Ein weiterer Windpark befindet sich im Bau. Neben Enge-Sande nutzt das an Land vor allem den Hafenstädten Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) und Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde). In Osterrönfeld am Nord-Ostsee-Kanal wurde der Hafen für 40 Millionen Euro ausgebaut, in Brunsbüttel an der Elbmündung wurden 20 Millionen Euro investiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.12.2015 | 15:00 Uhr