Stand: 16.01.2016 10:16 Uhr

Wenn das Alter zum Job-Risiko wird

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Margit Haupt-Koopmann: "Immer mehr Ältere sind arbeitslos."

Immer mehr ältere Menschen haben Probleme auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitssuchenden, die älter als 55 sind, nimmt zu. Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, sagt: Wenn ein Mensch erst einmal arbeitslos sei, dann sei es eine Riesenhürde, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Zahlen ihrer Agentur zeigen nicht nur, dass immer mehr ältere Menschen arbeitslos sind, sondern auch, dass es immer mehr Mini-Jobber im Rentenalter gibt. Viele Rentner sind zusätzlich so schwer verschuldet - dass für die angenehmen Seiten des Lebens einfach kein Geld da ist. Das zeigt der aktuelle Schuldenreport für Schleswig-Holstein, der am Montag vorgestellt werden soll.

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Sozialverband fordert bessere Rentenpolitik

Zwar haben rund 60 Prozent der Menschen, die älter als 50 sind, einen Job. Das liegt aber auch an geänderten Rahmenbedingungen. Die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit nennt das höhere Renteneintrittsalter als Grund. Wer länger arbeitet, bleibt auch länger in der Statistik. Dazu kommt, dass Frühverrentungen nicht mehr gefördert werden. Das schlage sich am Arbeitsmarkt nieder, so die Erklärung.

Wer arbeitslos wird, muss auch mit Einbußen bei der Rente rechnen. Der Sozialverband in Schleswig-Holstein schlägt Alarm: Sozialreferent Christian Schulz sagt, dass immer mehr ältere Menschen auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, sprich: Die Rente reicht nicht und es müssen staatliche Leistungen her. Laut Statistikamt Nord stocken fast 20.000 Schleswig-Holsteiner auf.

Vor allem Frauen betroffen

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Christian Shulz vom Sozialverband warnt, dass bei immer mehr Menschen die Rente nicht reicht.

Das sind aus Sicht des Sozialverbandes noch längst nicht alle, die eigentlich Anspruch hätten: "Nicht alle gehen dann auch zum Sozialamt. Viele, und da spricht man von einer Dunkelziffer von 50 Prozent, nehmen andere Wege, sparen sich das vom Munde ab, machen einen Mini-Job. Aber wir plädieren dafür, dass die Menschen ihr Recht auf Grundsicherung wahrnehmen", sagt Christian Schulz. Im Sozialministerium nennt man die Vermeidung von Altersarmut ein "wichtiges Thema". Ziel sei es vor allem, die Rahmenbedingungen für Frauen und Alleinerziehende im Berufsleben zu verbessern, etwa durch den Ausbau der Kinderbetreuung. Denn "die Basis einer auskömmlichen Versorgung im Alter" werde im Berufsleben gelegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.01.2016 | 10:00 Uhr