Stand: 04.12.2015 20:33 Uhr

Piloten aus Jagel vor gefährlichem Einsatz

Der Bundestag hat den Anti-IS-Einsatz der Bundeswehr am Vormittag mit großer Mehrheit beschlossen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen 1.200 Soldaten und unter anderem sechs Tornados in das Krisengebiet geschickt werden. Vom türkischen Incirlik aus sollen nach vorläufigen Planungen vier Flugzeuge aus dem schleswig-holsteinischen Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg) und zwei aus Büchel in Rheinland-Pfalz im Kampf gegen den IS Einsätze über Syrien fliegen. Die ersten beiden Tornados könnten bereits kommende Woche in der Türkei sein. Flüge sind aber erst ab Januar vorgesehen, wenn die zugehörige Aufklärungseinheit einsatzbereit ist. Außerdem ist geplant, ein Kriegsschiff, ein Tankflugzeug, Satellitenaufklärung und Stabspersonal in die Krisenregion zu schicken.

"Aufklärung kann man nicht genug haben"

Die Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 in Jagel bereiten den Einsatz unter Hochdruck vor. "Der Einsatz ist sicherlich gefährlich", sagte Geschwader-Kommodore Michael Krah. Die Soldaten seien darauf jedoch gut vorbereitet. Nach Krahs Angaben wird parallel zu den ersten beiden Tornados ein Tankflugzeug von Köln aus mit dem Ziel Incirlik abheben. Die deutschen Piloten sollen Nationen, die Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen fliegen, mit ihren Flügen unterstützen. "Aufklärung kann man nicht genug haben", sagte Krah.

Weites Einsatzgebiet für die Bundeswehr

Weitere Informationen

Oberst Krah: "Sehr gespannt und auch etwas angespannt"

Im NDR Interview spricht Oberst Michael Krah, Kommodore des Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann", über die Stimmung unter den Soldaten und den gefährlichen Einsatz. mehr

Auch wenn sechs Tornados stationiert werden, sollen immer nur zwei Maschinen in der Luft sein, gab das Verteidigungsministerium bekannt. Deutsche Aufklärungsergebnisse würden zunächst den deutschen Stellen übergeben, die sie dann an Verbündete weiterleiten. Das Einsatzgebiet der Bundeswehr wäre neben Syrien und dem Irak auch das östliche Mittelmeer, das Rote Meer, der Persische Golf sowie "angrenzende Seegebiete". Das Mandat für den Bundeswehreinsatz soll zunächst für ein Jahr gelten.

In der Sendung Schleswig-Holstein 18 Uhr sendet Moderator Philipp Jeß direkt vom Stützpunkt aus Jagel.

Aufklärungsspezialisten in der Luft

Kommentar

Entscheidung des Bundestags ist alternativlos

04.12.2015 18:30 Uhr
NDR Info

Der Bundestag musste dem Bundeswehreinsatz in Syrien zustimmen, meint Christoph Prössl. Eine Ablehnung wäre unverantwortbar gewesen, kommentiert der Hauptstadt-Korrespondent. mehr

Annen: "Es gibt keine einfache Lösung"

Der SPD-Außenexperte Annen hat auf NDR Info verdeutlicht, wie schwer ihm die Zustimmung zum Syrien-Einsatz der Bundeswehr fällt. Er forderte ein Konzept für die Zeit nach dem Einsatz. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein 18:00 | 04.12.2015 | 18:00 Uhr