Stand: 01.10.2017 12:49 Uhr

Verunglückter Airbus auf Sylt geborgen

Nach der missglückten Landung einer Air-Berlin-Maschine auf Sylt ist auf dem Flughafen schon am Sonntag alles wieder nach Plan gelaufen. Am Sonntagmorgen - nach fast 24 Stunden - wurde das Flugzeug mit schwerem Gerät geborgen, danach waren beide Bahnen des Flughafens wieder betriebsbereit. Die Bergung des Fliegers habe sich schwierig gestaltet, so ein Sprecher, denn er sei in der Nacht weiter in die durchnässte Wiese eingesunken. Beschädigt sei die Maschine allerdings nicht.

Passagiere und Crew unverletzt

Der Airbus A320 war gestern nach der Landung über das Ende der Landebahn hinaus gerollt und auf einer Wiese zum Stehen gekommen. Keiner der 82 Passagiere wurde dabei verletzt. Der Flieger kam aus Düsseldorf. Zum Zeitpunkt der Landung sei die Landebahn nass und die Sicht schlecht gewesen. Einsatzkräfte der Feuerwehr holten die Passagiere und die fünf Crewmitglieder mit Treppen aus dem Flieger. Die genaue Ursache für den Vorfall ist bisher ungeklärt. Nach Polizeiangaben war das Wetter auf der Insel am Samstagmorgen diesig. Als die Maschine aufsetzte war die Landebahn nass. 

"Was ich sagen kann ist, dass unsere Navigationssysteme heute Morgen freigegeben wurden", sagte Flughafen-Geschäftsführer Peter Douven am Sonntag. "Daran lag es also nicht." Der Flieger selbst wurde auf dem Flughafen geparkt und soll dort von Ermittlern der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) untersucht werden. Ausgewertet werden nach BFU-Angaben der Flugdatenschreiber sowie der Stimmenrekorder aus dem Cockpit. Mit einem Ergebnis rechnet die Behörde aber frühestens in einem Jahr.

Fluggäste mussten ausweichen - oder auf der Insel bleiben

Infolge des Vorfalls am Sonnabendmorgen waren 17 Verbindungen ausgefallen, davon 9 Starts und 8 Landungen, wie Geschäftsführer Peter Douven am Sonntag sagte. Wer die Nordseeinsel am Sonnabend mit dem Flieger verlassen wollte, hatte also schlechte Karten. "Ich hatte einen Flug über Düsseldorf nach Mallorca gebucht. Der ist annulliert, das Geld ist weg. Keiner kann sagen, wann ich wie runterkomme von der Insel", schimpfte ein verärgerter Passagier. Eine Frau mit zwei Kindern freute sich indes: "Eigentlich hätte ich heute nach Salzburg fliegen sollen. Jetzt kann ich eine Woche länger hierbleiben. Das geht aber nur, weil ich bei meiner Schwiegermutter wohnen kann. Mit dem Zug wäre das sonst schwierig geworden mit zwei kleinen Kindern bis nach Salzburg."

Ein älteres Ehepaar wartete dagegen etwas ratlos am Flughafen. "Wir wurden von der Fluggesellschaft angerufen, dass wir zum Flughafen kommen sollen. Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Wohl erst mal mit dem Zug nach Niebüll auf das Festland und dann sehen wir weiter", berichtete der Mann aus dem Rhein-Neckar-Raum.

Sylter Flughafen lahmgelegt

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.10.2017 | 10:00 Uhr

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