Stand: 15.02.2017 10:02 Uhr

Verrufener Vorname? Kevinometer-App antwortet

Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg (Kreis Stormarn) hat eine Handy-App entwickelt, die Eltern vor bestimmten Vornamen für ihre Kinder warnen soll. Sie heißt "Kevinometer" und kostet 99 Cent. Der Hobby-Wissenschaftler beruft sich auf Studien, die zeigten, was verrufene Vornamen gemeinsam haben. Ein Algorithmus errechne die "Wahrscheinlichkeit, mit der ein Name in einigen Jahren Vorurteile auf sich lädt", sagte Bielefeld dem Schleswig-Holstein Magazin. Wer den Namen Lynn ins Handy tippt, erfährt, dass der Mädchenname eine "Kevinwahrscheinlichkeit" von 62 Prozent hat. Die Resonanz auf die App sei gemischt, berichtet der Ahrensburger.

Kevin schreibt einen "göttlichen Kommentar"

Namen sind Geschmackssache. Da überrascht diese Zwischenbilanz nicht. Ein User kommentiert Bielefelds Blog so: "Ich wünschte, das hätte es vor meiner Geburt gegeben." Der Kommentar hat Gewicht. Der Verfasser heißt Kevin - oder behauptet es zumindest. Eine andere Userin bedankt sich "für den göttlichen Kommentar". Nicht alle sähen die Ergebnisse der App so entspannt, berichtet Bielefeld. Ihm zufolge beschweren sich vor allem Menschen, die den Namen für ihr Kind schon gewählt haben - und deren Auswahl unter den mehr als 60.000 Namen in der App schlecht abschneidet. Im Beispiel wären das die Eltern von Lynn. Kundenrezensionen in den App-Stores reichen von "Hilfreich und unterhaltsam" bis "Rausgeschmissenes Geld".

Erfinder: Alte Namen haben geringes Risiko

Bielefeld spricht häufig von seiner "persönlichen Einschätzung", verweist aber unter anderem auf sprachwissenschaftliche Analysen, soziologische Forschungen und historische Studien. Die Ergebnisse seien in den Algorithmus der App eingeflossen. Namen, die vor 100 Jahren schon populär waren, hätten zum Beispiel ein geringes "Kevinismus-Risiko", so der Ahrensburger. Anders sehe es etwa bei Vornamen aus bekannten amerikanischen Filmen aus. Einige Vornamen würden vor allem in Lehrerkreisen automatisch bildungsfernen Familien zugeordnet, sagt Bielefeld.

Algorithmus wird gegebenenfalls korrigiert

Die App des Schleswig-Holsteiners wird von einem Experten weiter entwickelt. "Ich lasse Angaben korrigieren, wenn ich der Meinung bin, einen Fehler gemacht zu haben", sagt er. Das größte Problem sei, dass Modenamen von heute in 20 Jahren in Verruf geraten könnten. Viele angehende Eltern hätten ihn daher via Homepage um Rat gebeten. Bielefeld erstellt seit Jahren Hitlisten über die beliebtesten Vornamen Deutschlands.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 15.02.2017 | 19:30 Uhr

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