Stand: 02.02.2017 19:37 Uhr

Ver.di probt Ausstand: Kundgebung in Eckernförde

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag auch Schleswig-Holstein erreicht. Nachdem die zweite Runde der Tarifverhandlungen weitgehend ergebnislos verlaufen ist, rief die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die knapp 1.400 Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau- und Verkehr dazu auf, 24 Stunden lang bis Mitternacht nicht zu arbeiten.

"Es muss nachgelegt werden"

Viele Gewerkschafter sind nach Angaben von ver.di-Sprecher Frank Schischefsky diesem Aufruf gefolgt. Sechs Prozent mehr Geld fordert ver.di für Angestellte des öffentlichen Dienstes. Schischefsky hält die Forderung für berechtigt: "Die Beschäftigten haben schon in der letzten Tarifrunde den Anschluss an andere Bereiche verloren. Jetzt muss da ein wenig nachgelegt werden. Und die Steuereinnahmen geben das auch her." Die Tarifgemeinschaft der Länder hält die Forderung jedoch für deutlich übertrieben.

Kundgebung während Albig-Besuch

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Sechs Prozent mehr Geld lautet die Forderung der Gewerkschaft ver.di. 1.400 Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau- und Verkehr waren aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Die zentrale Kundgebung fand am Nachmittag bei der Straßenmeisterei in Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) statt - dort trafen knapp 120 Gewerkschafter auch auf Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Der hatte sich - ganz unabhängig vom Warnstreik - zu einem Besuch angekündigt. Albig wollte sich nicht zu den laufenden Tarifverhandlungen äußern. Nur so viel - er sei sicher, dass die Tarifgemeinschaft der Länder eine gute Einigung finden werde.

Der Winterdienst auf den Straßen sei nicht in Gefahr gewesen, sagte Schischefsky: "Wir haben eine Notdienstvereinbarung gemacht, damit die Menschen nicht bei Glatteis plötzlich in Notsituationen geraten."

2,2 Millionen Beschäftigte betroffen

Die dritte Tarifrunde soll am 16. Februar beginnen. Bei den Verhandlungen geht es um die Gehälter von rund einer Million Angestellten der Länder. Das Tarifergebnis soll auch auf die Beamten sowie Versorgungsempfänger übertragen werden. Insgesamt sind laut ver.di von der Tarif- und Besoldungsrunde 2,2 Millionen Beschäftigte betroffen. Der nächste Warnstreik in Schleswig-Holstein ist für Mittwoch, 8. Februar, angesetzt. Ver.di kündigt dafür in vielen Regionen im Land kleinere und größere Aktivitäten an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.02.2017 | 14:00 Uhr

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