Stand: 19.08.2017 05:00 Uhr

Tönning: Nachwuchs in der Unterwasserwelt

Für die Bewohner der Unterwasserwelt ist die Sommerzeit Nachwuchszeit. Besonders gut zu beobachten ist das momentan im Multimar Wattforum in Tönning (Kreis Nordfriesland). Gleich mehrere Arten erwarten Nachwuchs und brüten und behüten ihre kleinen Schützlinge. Die Rochen waren dieses Mal besonders aktiv. Jedes zweite Rochenei ist befruchtet und muss aus dem Aquarium geholt werden. "Eins der Rochenweibchen legt momentan Eier. Die müssen wir wirklich rausholen, weil wir unterschiedliche Fischarten hier drin haben und einen großen Hummer - die machen sich über die Eier her", erklärt Zoologin Nicole Pekruhl.

Jungtiere sind wie kleine Kinder

Quallen, Neptunshörner, Fleck- und Nagel-Rochen, Seestichlinge oder Katzenhaie - Nachwuchs in fast jedem Becken. Die meisten Jungtiere muss Pekruhl mit lebenden Schwebegarnelen füttern, die in der Nordsee gefangen werden. Andere bekommen mundgerechte Stückchen mit der Pinzette. An Trockenfutter können die Tiere erst später gewöhnt werden. "Das ist wie mit kleinen Kindern. Viele machen auch viel Arbeit. Und sie sind am Anfang natürlich empfindlicher als erwachsene Tiere. Aber man macht es gerne", sagt Pekruhl.

Glück bei Tintenfischen

Besonders viel Glück beim Nachwuchs gab es dieses Jahr für die Tintenfische. Beides sind eigentlich Einzelgänger und auf bestimmte Paarungszeiten angewiesen. Sie bekommen in der Zucht nur sehr selten Nachwuchs. "Dass wir jetzt den Nachwuchs haben, ist ein absoluter Glücksfall. Die Zusammenführung von Männchen und Weibchen ist nicht so ganz einfach, weil man nicht leicht erkennen kann, was Männchen und Weibchen sind. Und Männchen vertragen sich nicht, wenn sie um ein Weibchen buhlen. Die bringen sich unter Umständen auch gegenseitig um", weiß die Zoologin.

Der Nachwuchs ist bereit

Doch nicht allen Arten im Wattforum gelingt die Fortpflanzung. Oftmals sind die Samen oder die Eier zu klein und gehen in der Filteranlage verloren. Gelingt einigen Arten die Fortpflanzung, sterben dafür die Erwachsenen - so zum Beispiel bei den Tintenfischen. Ein halbes Jahr nach der Eiablage sterben die sogenannten Sepien. Zoologin Pekruhl präpariert dann die toten Tiere. Schulp, Stützskelett und Schnabel werden zur Ausstellungszwecken behalten. Und nach ein paar Monaten kommt dann wieder neuer Nachwuchs in die Ausstellung. Denn dann brauchen die Fische kein spezielles Futter mehr und sind bereit für die Ausstellungsbecken.

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Den Nordsee-Nachwuchs im Wattforum aufspüren

Winzige Katzenhaie, zarte Rochen: Im Multimar Wattforum in Tönning gibt es derzeit viele Jungtiere in den Aquarien. Eine Gelegenheit für seltene Einblicke in den Lebensraum Nordsee. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.08.2017 | 19:30 Uhr

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