Stand: 08.02.2016 09:07 Uhr

Teurer geht's nicht - Luxus unter Reet in Keitum

von Sebastian Parzanny

Es ist ein schlicht wirkender Backsteinbau aus den 1960er-Jahren, aber nach Einschätzung des Immobilienverbandes das derzeit teuerste Haus auf dem norddeutschen Markt. Kostenpunkt: weit mehr als zehn Millionen Euro. Die Lage ist der Grund für den Preis: Das Haus steht direkt am Watt in Keitum auf Sylt. Die Ausstattung ist allerdings eher etwas für Sammler - und sie sind auch die Zielgruppe für dieses Schmuckstück. Der exakte Preis der Immobilie wird nicht verraten - aus Diskretion. Nur soviel: Der Quadratmeter Wohnfläche soll bei mehr als 70.000 Euro liegen.

Sammlerobjekt in bester Lage - Das teuerste Haus im Norden

Rustikale Romantik am Watt

Dunkelblaue Wandteller, mit Teppichboden überzogene Treppenstufen, Blümchenfliesen in der Küche - das Haus ist bis heute ganz im Stil der 60er gehalten. "Die Wandteller sind im Kaufpreis inklusive", sagt Immobilienmakler Peter Peters mit einem Lächeln, als er die Tür zum Wohnzimmer öffnet. Als Witz ist das aber nicht gemeint: "Die Inhaber und ich, wir würden uns natürlich schon freuen, wenn zumindest ein Teil des ursprünglichen Stils erhalten bliebe. Wir können uns gut vorstellen, dass es genau für diese Art von Haus in dieser einzigartigen Lage Liebhaber gibt, die den alten Stil mögen", sagt der Sylter Makler, der den Job seit 20 Jahren macht. Er beschreibt die Immobilie deshalb eher als Kunstobjekt, das Sammler begeistern soll. Wer möchte, kann das alte Haus aber auch abreißen lassen.

"Preise nach oben offen"

Peter-Georg Wagner vom Immobilienverband Deutschland in Hamburg stutzt zunächst, als er den Quadratmeterpreis von 70.000 Euro hört. Schließlich bekommt man ja für diese Summe eine ganze Wohnung in Kiel oder Neumünster, oder gar ein kleines Einfamilienhaus in Dithmarschen. "Eigentlich haben Preise für solche Liebhaberstücke gar nichts mit normalen Immobilienpreisen zu tun", erklärt Wagner. Sammler zahlen für etwas, was sie einfach unbedingt möchten und was sie sich eben leisten können. Den Vergleich mit einem Kunstobjekt findet er deshalb passend.

"Häufig erfährt die Öffentlichkeit nichts von solchen Geschäften und Preisen, die Häuser tauchen auch gar nicht erst im Internet auf", sagt der Sylter Makler Peters. Er selbst habe mal ein Haus für 23 Millionen Euro vermittelt. Wer solche Perlen des Immobilienmarktes kauft, erfährt die Öffentlichkeit sehr selten. Es ist wie bei teuren Gemälden: Käufer oder Verkäufer sind häufig Promis, und die wollen gerne anonym bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.02.2016 | 07:40 Uhr