Stand: 30.03.2016 07:57 Uhr

Sylt: Neuer Sand für 7,2 Millionen Euro

Mit Sand gegen die Naturgewalten: Experten haben neun Abschnitte festgelegt, an denen sie Sylts Westküste in diesem Jahr verstärken wollen. Insgesamt wollen die Küstenschützer von April an rund 1,4 Millionen Kubikmeter Sand auf rund 10,5 Kilometern Länge aufspülen. Die Kosten dafür liegen nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) bei rund 7,2 Millionen Euro. Eine Sisyphusarbeit, denn den Großteil des Sandes, den Schiffe jedes Jahr vom Meeresboden etwa sieben Kilometer vor Sylt vom Meeresboden saugen und anspülen, holen sich Sturmfluten und Stürme wieder zurück.

Kein neuer Sand für die Hörnum Odde

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Die Küstenschützer

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die nordstory

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"Zu den Schwerpunkten zählen Hörnum sowie der Bereich Westerland", sagte LKN-Direktor Johannes Oelerich zu den für 2016 geplanten Vorspülungen. Vor Westerland würden erstmals gleichzeitig sowohl der Strand als auch der noch unter Wasser befindliche Vorstrand verstärkt. Allein dort sollen insgesamt 410.000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet werden. 260.000 Kubikmeter Sand sollen zudem die bröcklige Westküste vor Hörnum schützen. Er wird im Norden und am Hauptstrand des Orts im Süden der Insel aufgespült. Darüber hinaus werden zwei Küstenbereiche in Rantum verstärkt, zwei in List, einer in Kampen und einer beim Klappholttal (nördlich von Kampen).

Im Naturschutzgebiet Hörnum Odde an der Südspitze der Insel registrierten die Küstenschützer zuletzt starke Abbrüche der Dünen - verursacht auch den Bau eines neuen Schutzwalls aus Tetropoden vor einer Ferienhaussiedlung. Für das immer kleiner werdende Naturschutzgebiet sind derzeit keine Maßnahmen geplant. Man müsse sich daran gewöhnen, dass sich die Odde verändert, hieß es am Dienstag bei der jährlichen Strandbegehung der Küstenschützer.

Sandmenge leicht reduziert

Die Gesamtmenge, die ein Spülschiff in diesem Jahr fördern wird, ist dabei etwas geringer als noch im vergangenen Jahr. Damals waren 1,7 Millionen Kubikmeter für rund neun Millionen Euro angespült worden. Seit 1990 konnten mehr als drei Millionen Kubikmeter des aufgespülten Sands in bis zu 30 Meter breiten, vorgelagerten Dünen als Puffer gebunden werden - unter anderem dank Gräsern und Zäunen, die ihn festhalten.

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Schleswig-Holstein Magazin | 29.03.2016 | 19:30 Uhr