Stand: 23.12.2013 16:23 Uhr

Sylt: Rettung der Geburtshilfe gescheitert

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Vorerst müssen Sylter Schwangere ihre Kinder in Flensburg zur Welt bringen.

Nun wird es doch keine Geburten auf Sylt geben: Die Hebammen teilten am Sonntag dem Gesundheitsministerium mit, dass sie sich an dem Projekt "Kreißsaal" nicht beteiligen werden. Erst am Donnerstag vergangener Woche hatten sich die Gemeinde Sylt, die Asklepios-Klinik, Ärzte, Hebammen und Ministerium darauf verständigt, ein Modell zur Sicherung der Geburtshilfe auf der Nordseeinsel zu entwickeln. Nun wollen sich die Hebammen nicht mehr beteiligen. Das Risiko sei zu groß, sagte Anke Bertram, eine von drei Hebammen auf Sylt, NDR 1 Welle Nord. "Wenn so ein Riesenkonzern wie Asklepios schon sagt, dass sie den Qualitäts-Standards nicht gerecht werden können und deswegen die geburtshilfliche Abteilung schließen müssen, wie sollen wir dann quasi als Privat-Personen und Hebammen dann das ganze Schultern können, das ist ein bisschen absurd."

Alheit enttäuscht

Gesundheitsministerin Alheit äußerte sich enttäuscht. "Offenbar haben wir es nicht geschafft, mit der geplanten Lösung eine akzeptable Perspektive für alle Beteiligten zu eröffnen", teilte die Ministerin mit. Hintergrund sind offenbar weiterhin die enormen Berufshaftpflichtkosten der Hebammen.

Das Projekt "Kreißsaal" sah vor, dass die Hebammen mit Unterstützung von Gynäkologen in den Räumen der Nordseeklinik für Geburten zur Verfügung stehen, Risikoschwangerschaften ausgeschlossen. Durch die jüngste Entwicklung sind Schwangere auf Sylt vom 1. Januar an erst einmal gezwungen, in Flensburg zu entbinden. Das Gesundheitsministerium prüft darüber hinaus, auf welchem Wege die Geburtshilfe auf Sylt doch noch sicher gestellt werden kann.

Gynäkologe geht in Ruhestand

Die Asklepios-Klinik hatte bekannt gegeben, ihre Geburtshilfestation 2014 zu schließen, weil einer der beiden Gynäkologen in den Ruhestand geht. Das Unternehmen dürfte außerdem die Versicherungsprämien für Belegärzte nicht mehr übernehmen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.12.2013 | 13:00 Uhr

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