Stand: 09.02.2016 20:05 Uhr

Sylt: Angespülter Schwertwal war noch ein Baby

Der auf Sylt angespülte Schwertwal war erst wenige Wochen alt. Das haben erste Untersuchungen am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum ergeben. Biologen zerlegten den zweieinhalb Meter langen Kadaver. Sie stellten unter anderem fest, dass der Schwertwal noch Milch im Magen hatte. "Die Mutter muss das Kalb kurz bevor es strandete verloren haben. Möglicherweise ist es lebend gestrandet", sagte Institutsleiterin Ursula Siebert. Der Schwertwal war nach ihren Angaben ein 2,46 Meter langes und 185 Kilo schweres Männchen. Ausgewachsene Schwertwalbullen können mehr als neun Meter lang werden. Schwertwale sind auch unter dem Namen Orca bekannt und gehören zur Familie der Delfine.

Ein kleiner Orca strandet auf Sylt

Seltener Gast im Norden

Ein Spaziergänger hatte den toten Schwertwal am Montag am Strand von Rantum auf Sylt entdeckt. "Dass ein Orca bei uns strandet, ist eher ungewöhnlich", sagte der Leiter des Multimar-Wattforums in Tönning, Gerd Meurs. In der Nordsee sind die Tiere äußerst selten. Seit 1940 wurden nach Angaben des Büsumer Instituts nur vier Tiere geborgen. "Es ist möglich, dass sich eine Gruppe von Schwertwalen in der Nähe der Nordsee aufhielt. Vielleicht ist das Tier durch den Sturm von der Mutter getrennt worden", sagte Ursula Siebert. Weitere Untersuchungsergebnisse erwartet sie erst in zwei bis vier Wochen. Mit der Strandung der Pottwale in den vergangenen Wochen im Watt von Dithmarschen hat der Schwertwal nach Ansicht des Experten aber nichts zu tun. Die Pottwal-Kadaver konnten bereits geborgen werden und sollen jetzt weiter untersucht werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.02.2016 | 10:30 Uhr