Stand: 29.02.2016 11:36 Uhr

Sophienhof: Erste Ermittlungsergebnisse überraschen

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Der Sophienhof in Kiel liegt direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Was genau sich hier am Freitagabend abspielte, ist noch immer unklar.

Das kommt auch für die Polizei unerwartet: Nach den Vorfällen im Kieler Einkaufszentrum Sophienhof sind auf den Handys der beiden Hauptverdächtigen weder Fotos noch Videos gefunden worden. Das sagte ein Polizeisprecher heute Vormittag im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord. Drei junge Frauen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren hatten angegeben, von mehreren Männern belästigt, gefilmt und fotografiert worden zu sein. Diese Bilder sollen von den Verdächtigen umgehend an weitere Männer verschickt worden sein, die dann hinzukamen. Der Vorfall hatte am Freitag bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Ermittler werten Überwachungsvideos aus

Die Smartphones der 19 und 26 Jahre alten Hauptverdächtigen waren noch am Tatort von der alarmierten Polizei sichergestellt worden. Dass die beiden Männer die Bilddateien zuvor gelöscht haben, schließen die Ermittler aus. Nach ihren Worten wäre dieses Material mit der verwendeten Software trotz einer kurzfristigen Löschung entdeckt worden. Um bei den Ermittlungen voranzukommen, will die Polizei nun die Überwachungsvideos des Einkaufszentrums auswerten und weitere Zeugen befragen.

Studt: Vorkommnisse nicht hinnehmbar

Nach den ersten Berichten über die Belästigung der jungen Frauen durch eine große Gruppe von Männern haben sich bei der Polizei weitere Frauen gemeldet. Auch sie hätten sich im Sophienhof von ausländischen Männern belästigt gefühlt, teilte Polizeisprecher Oliver Pohl mit. Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) hatte die Vorkommnisse in Kiel kritisiert und als "nicht hinnehmbar" bezeichnet. Es sei "eine wahnsinnige Belastung für die Mädchen". Die Polizei habe gut und richtig reagiert, betonte der Innenminister.

Polizisten angegriffen, beschimpft und bespuckt

Die beiden mutmaßlichen Haupttäter stammen aus Afghanistan und wohnen in Kiel. Sie mussten eine Nacht in Polizeigewahrsam verbringen. Der 19- und der 26-Jährige hatten bei ihrer Festnahme massiven Widerstand geleistet, Beamte beschimpft, attackiert und bespuckt. Pohl sprach von schwerer Körperverletzung. Gegen die insgesamt vier vorläufig festgenommenen Männer seien Strafanzeigen erstattet worden. Alle leben schon seit längerer Zeit in Deutschland und haben einen festen Wohnsitz - deshalb wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.02.2016 | 12:00 Uhr