Stand: 14.11.2017 17:11 Uhr

Wie Weihnachtsmärkte gesichert werden

Einen warmen Punsch trinken, was Leckeres essen oder nur einfach das eine oder andere Geschenk kaufen - in genau zwei Wochen beginnt in Schleswig-Holstein die Weihnachtsmarkt-Saison. Damit im Land kein Anschlag wie im vergangenen Jahr in Berlin mit vielen Toten droht, arbeiten Polizei und Kommunen an den entsprechenden Sicherheitskonzepten.

Große Pyramide auf den Weihnachtsmarkt in Flensburg © dpa - Bildfunk Fotograf: Alexander Preker

Polizei und Kommunen planen Weihnachtsmärkte

NDR 1 Welle Nord -

Wie gestaltet man die Weihnachtsmärkte im Land so sicher wie möglich und nötig? NDR 1 Welle Nord hat bei zahlreichen Städten nachgefragt.

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Lübeck: "Big-Bags" für die Fußgängerzone

Lübeck präsentiert sich in diesem Jahr mit neun verschiedenen Weihnachtswelten in der Innenstadt - allerdings sind die Stände nicht mehr wie im vergangenen Jahr fünf Wochen, sondern nur noch vier Wochen geöffnet. Die Stadt habe in Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Polizei ein Sicherheitskonzept entwickelt, so der Chef des Lübeck-Travemünde Marketing Christian Martin Lukas. Für die Veranstalter entstehen dadurch Mehrkosten von rund 15.000 Euro. Zu den einzelnen Maßnahmen äußert sich die Polizei aus taktischen Gründen nicht. Marketing-Chef Lukas sagte aber, dass in diesem Jahr die Zufahrten zu den Altstadtstraßen und der Zugang zur Fußgängerzone mit sogenannten Big-Bags - also mit großen Sandsäcken - gesichert werden.

Flensburg: Mehr Platz für Passanten

In Flensburg findet seit Jahren auf dem Südermarkt sowohl der Weihnachts- als auch Wochenmarkt statt. Dieses Jahr ist das laut Stadt allerdings anders. Damit mehr Platz zwischen den Ständen ist, wird der Wochenmarkt in die nähere Umgebung verlegt - wohin steht aber noch nicht fest. Es soll auf jeden Fall ausreichend Platz für die Passanten sein, aber auch erforderliche Fluchtwege sollen so vergrößert und optimiert werden.

Elmshorn: "Big-Bags" gegen Lkw

Auch in Elmshorn passt die Stadt ihr Sicherheitskonzept an. Da der Markt sich in der Fußgängerzone befindet, sollen Big-Bags verhindern, dass ein Lkw in eine Menschenmenge rasen kann.

Polizei: individuelle Sicherheitskonzepte

Jedes Sicherheitskonzept ist laut Jürgen Börner von der Landespolizei individuell abgestimmt: "Das Landespolizeiamt setzt sich mit den Polizeidirektionen zusammen und bespricht die allgemeine Lage. Und die Polizeidirektionen - wie Kiel, Flensburg, Neumünster - setzen sich dann mit den jeweiligen Veranstaltern zusammen und besprechen das Sicherheitskonzept."

Kiel und Neumünster: Verkehr soll nicht beeinträchtigt werden

Auch die Weihnachtsmärkte in Kiel und Neumünster werden mit den Big-Bags beziehungsweise Betonklötzen abgesichert. Ob darüber hinaus auch noch mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten patrouillieren sollen, wird in den kommenden Tagen entschieden.

Die Planer in Neumünster betonen, dass durch die Betonklötze der Individualverkehr nicht beeinträchtigt werde. Die Erreichbarkeit der Innenstadt bleibt in der Vorweihnachtszeit für Kraftfahrzeuge gewährleistet.

Reinbek: Weihnachtsmarkt im Schloss sicher

Für Reinbek meldet das zuständige Amt für Inneres, dass es für einen Lkw unmöglich sei, in den Markt hineinzufahren, weil er im Schloss beziehungsweise auf dem Schlosshof stattfindet. Handtaschen und Rucksäcke werden nicht durchsucht.

Heide: Weihnachtsmarkt gut abgeschirmt

Die "Heider Winterwelt" bietet bereits durch ihre vom Straßenverkehr abgeschirmte und zurückgezogene Lage eine sehr gute Sicherheitssituation, teilte die Stadt auf Nachfrage mit. Einerseits grenzt der Weihnachtsmarkt direkt an die Fußgängerzone an. Hinzu kommen natürliche Barrieren zwischen Fußgängerzone und Marktplatz wie Bäume oder mit Mauern eingefasste Bereiche. Andererseits schirmt die auf der nördlichen Seite angrenzende Parkfläche die "Heider Winterwelt" vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr umfassend ab.

Weitere Informationen

Nach Berlin: Mehr Polizeipräsenz auch im Norden

Nach der Todesfahrt in Berlin werden die Sicherheitsvorkehrungen auf den Weihnachtsmärkten im Norden hochgefahren. Die Märkte bleiben geöffnet. mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.11.2017 | 17:00 Uhr

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