Stand: 08.01.2016 16:19 Uhr

Skilift auf dem Bungsberg ist gerettet

von Katrin Bohlmann

Für die Schleswig-Holsteiner ist es in der kalten Jahreszeit das Wintersportparadies schlechthin: der 168 Meter hohe Bungsberg im Kreis Ostholstein mit dem einzigen Skilift des Landes. Doch monatelang drohte das Aus. Das Problem: Der Skilift gehört zwar der Gemeinde Schönwalde, er steht aber auf dem Privatgrundstück der Familie Schnoor. Und sie betreibt den Lift im Auftrage von Schönwalde seit Jahrzehnten. Im Sommer kündigte Alexandra Schnoor als Grundstückseigentümerin jedoch den Vertrag mit der Gemeinde. Sie warf Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) vor, Verbote missachtet, Schilder widerrechtlich abgehängt und ein Feuerwerk auf dem Bungsberg genehmigt zu haben - ohne vorher mit ihr darüber gesprochen zu haben. Der Bürgermeister wollte bis jetzt von den Anschuldigungen nichts wissen - nun die Kehrtwende.

Bungsberg kann Wintersportparadies bleiben

Schönwaldes Bürgermeister gibt klein bei

Nach wochenlangen, zähen Gesprächen konnte Vermittler Robert Trede, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindebeirats "Schönwalde aktiv",  jetzt den Streit schlichten. In einer schriftlichen Erklärung übernimmt Bürgermeister Hans-Alfred Plötner die Verantwortung für die Auseinandersetzung. Das ist offenbar auf Drängen der Familie Schnoor geschehen. Sie hatte das Schuldeingeständnis des Bürgermeisters zur Bedingung für weitere Verhandlungen gemacht.

Schönwaldes Bürgermeister Hans-Alfred Plötner übernimmt die Verantwortung.

In der Erklärung, die NDR 1 Welle Nord vorliegt, schreibt Plötner unter anderem: "Zu meinem großen Bedauern hat meine (...) Äußerung 'Frau Schnoor hat mich angezeigt' zu einer nachhaltigen Störung und letztlich zum Bruch der Zusammenarbeit zwischen der Familie Schnoor und mir geführt. (...) Durch das Abhängen von Verbotsschildern auf dem Gelände der Familie Schnoor kam es zu erneuten Meinungsverschiedenheiten. Durch versäumte Kommunikation zwischen mir und teilweise auch mit der Verwaltung, erfolgte ihre wohl daraus vorgenommene Kündigung des Vertrages zum Betrieb des Skilifts."

CDU und SPD in der Gemeindevertretung unterstützten das jetzige Vorgehen des Bürgermeisters, teilten die beiden Fraktionsvorsitzenden NDR 1 Welle Nord mit. "Wir müssen jetzt einen Schlussstrich ziehen", sagte Bärbel Seehusen (SPD). Sie ist gleichzeitig auch stellvertretende Bürgermeisterin. "Bei dem Streit gab es nur Verlierer", meinte Wofgang Krahl (CDU). Auch die Schönwalder wünschen sich jetzt endlich wieder Ruhe in ihrer Gemeinde.

Wann wird der Skilift aufgebaut?

Im Sinne der Gemeinde Schönwalde hält Bürgermeister Plötner es nur für das Beste, dass die stellvertretende Bürgermeisterin die weiteren Verhandlungen mit der Familie Schnoor übernehmen soll. Plötner will sich zukünftig aus der Angelegenheit heraushalten. "Die Gespräche sollen jetzt zügig losgehen", sagt Schlichter Robert Trede. "Der Bürgermeister ist nach vorne gegangen. Ich hoffe, dass Frau Schnoor jetzt die Vertragskündigung zurücknimmt und der Skiliftbetrieb dann wieder aufgenommen werden kann."

Aber: Durch den Schnee und Frost kann der Skilift zurzeit nicht aufgebaut werden. Der Boden ist gefroren - der Skilift kann nicht befestigt werden. Außerdem muss der TÜV aus Bayern das Gerät vor Inbetriebnahme abnehmen. Ski- und Rodelfans auf dem Bungsberg müssen also noch warten, bis sie den Skilift nutzen können.

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