Stand: 07.03.2016 19:04 Uhr

Seenotretter bringen 57 Flüchtlinge an Land

Seenotretter aus Norddeutschland haben bei ihren Einsatz im Mittelmeer am Montagmorgen 57 Flüchtlinge gerettet, darunter 20 Kinder. Das teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit, die den Seenotkreuzer "Minden" in die Ägäis geschickt hat. Das Schiff war bis 2014 in List auf Sylt stationiert. Trotz Windstärken um fünf Beaufort und gut einem Meter Seegang gelang es mit Hilfe eines speziellen Rettungsstegs in der Heckwanne der "Minden", alle Menschen innerhalb von 15 Minuten zu übernehmen.

Erster Einsatz der Seenotretter vor Lesbos

Neugeborene und Senioren gerettet

Die überwiegend syrischen Flüchtlinge wurden vor der griechischen Insel Lesbos an Bord genommen. Die "Minden" ist erst seit wenigen Tagen in der Ägäis unterwegs. Mit an Bord sind auch Helfer aus Schleswig-Holstein, unter anderem Ausbilder Wolfgang Behnk von der DGzRS-Schule Neustadt in Holstein. Er und seine Kollegen unterstützen die griechischen Rettungskräfte. "Die meisten Geretteten sind Frauen, kleine Kinder und Säuglinge. Das jüngste Kind ist etwa zwei Monate alt, die älteste Frau über 70", sagte Kapitän Udo Helge Fox. Zwei Gerettete benötigten medizinische Hilfe. Eine Frau erlitt einen Kreislaufkollaps, ein Mann mit Unterzuckerung musste ebenfalls behandelt werden.

Im Sommer wird die "Minden" abgelöst

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An Bord der "Minden" sind auch zwei Rettungsschwimmer der DLRG im Einsatz.

Bis vor zwei Jahren war die "Minden" vor Sylt im Einsatz, um Menschen aus der Nordsee zu retten. Danach verkaufte die DGzRS das 23 Meter lange Boot an einen Privatmann. Der stellt das Schiff nun für den Ägäis-Einsatz unentgeltlich zur Verfügung. Im Sommer wird die Minden von zwei Neubauten abgelöst. Die hat die DGzRS auf einer finnischen Werft bestellt, um den griechischen Seenotrettungsdienst langfristig zu unterstützen.

Auch Bundespolizisten retten Leben

Bundespolizisten aus Norddeutschland haben erneut vor der griechischen Insel Samos Flüchtlinge von einem Schlauchboot gerettet. Die Bundespolizei in Bad Bramstedt teilte mit, es seien 48 Menschen - vor allem aus Syrien gewesen - unter ihnen 14 Kinder. Die Flüchtlinge wurden an die griechischen Behörden übergeben. Das Schlauchboot versank. Die Bundespolizei unterstützt in der Ägäis die griechische Küstenwache und hatte schon in der vergangenen Woche Flüchtlinge gerettet.

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