Stand: 19.02.2016 13:13 Uhr

Schwebefähre soll noch dieses Jahr wieder fahren

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Die Schwebefähre war vor gut sechs Wochen mit einem Frachter kollidiert und wurde dabei schwer beschädigt.

Die mehr als hundert Jahre alte Rendsburger Schwebefähre liegt seit der Kollision mit einem Frachter am 8. Januar aufgebockt am südlichen Anleger am Nord-Ostsee-Kanal. Seitdem bangen viele um das Wahrzeichen der Region - so auch Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD). Am Donnerstag reiste der SPD-Politiker mit einer Abordnung nach Berlin. Im Bundesverkehrsministerium überreichte er dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann mehr als 12.500 Unterschriften von Menschen, die sich für den Erhalt der Schwebefähre aussprechen. Die Aktion kam nach Angaben Gilgenasts an und sei ein voller Erfolg gewesen. Laut Rendsburgs Bürgermeister erklärte Ferlemann, dass die Schwebefähre noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Man sei im Bundesverkehrsministerium sehr optimistisch, eine Lösung zu finden, so Gilgenast.

Experten untersuchen gesamte Anlage

Experten sollen nun untersuchen, wie die beschädigte Schwebefähre auseinandergebaut werden kann. Die Staatsanwaltschaft gab nun die beschlagnahmte Fähre dazu frei. Nach Angaben eines WSA-Sprechers kommen drei Unternehmen für die Demontage der Schwebefähre infrage. Sie sollen sich nun einen Überblick verschaffen, um Kostenvoranschläge zu erstellen. Wann die drei Firmen die Schwebefähre besichtigen, steht noch nicht fest.

Ist eine Reparatur möglich?

Geplant ist, die Schwebefähre im März abzuhängen und auf einem Ponton zum nahegelegenen Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes zu bringen. Experten sollen dort überprüfen, ob das Wahrzeichen noch repariert werden kann. Die genaue Ursache für das Unglück ist weiter unklar. Weil der Verdacht eines gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr besteht, ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen den Fährführer.

Ersatzrouten: Fußgängertunnel und Autotunnel

Nach der Kollision gibt es noch keine Ersatzlösung für die Querung des Kanals. Vor allem Schüler aus Osterrönfeld und der Umgebung hatten die Fähre mit ihren Fahrrädern auf ihrem Schulweg nach Rendsburg genutzt. Doch auch bis zu sechs Autos konnten den Kanal auf diesem Weg queren. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel transportierte die Schwebefähre jeden Tag rund 520 Fahrzeuge und 1.700 Personen. Die nächste Kanalquerung, der Fußgängertunnel, den auch Radfahrer nutzen können, ist etwa 1,5 Kilometer entfernt. Autofahrer müssen über die Fähre Schacht-Audorf oder den Autotunnel ausweichen. Außerdem fährt tagsüber stündlich ein Bus von Osterrönfeld nach Rendsburg.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.02.2016 | 20:00 Uhr