Stand: 10.01.2016 14:55 Uhr

Schwebefähre: "Wir brauchen schnell Ersatz"

Wenn sich am Montag Kinder- und Jugendliche aus Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) auf ihren Schulweg in die Nachbarstadt Rendsburg machen, müssen sie mehr Zeit einplanen: Denn die einzige Verbindung in der 5.000-Einwohner-Gemeinde über den Nord-Ostsee-Kanal ist seit Freitag gesperrt. Die Schwebefähre an der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke war mit einem Frachter kollidiert. Der Maschinenführer wurde schwer, der einzige Passagier leicht verletzt. Das Fahrzeug selbst wurde erheblich beschädigt. Die nächste Kanalquerung, der Fußgängertunnel, den auch Radfahrer nutzen können, ist etwa 1,5 Kilometer entfernt. Autofahrer müssen über die Fähre Schacht-Audorf oder den Autotunnel ausweichen. Außerdem fährt tagsüber stündlich ein Bus von Osterrönfeld nach Rendsburg.

Bürgermeister wünscht sich eine Ersatzfähre

Noch ist nicht absehbar, ob die Fähre wieder eingesetzt werden kann. Experten des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) wollen am Montag die Schäden begutachten. Bernd Sienknecht, der Bürgermeister von Osterrönfeld, besteht darauf, dass seine Gemeinde eine Kanalquerung behält. "Die Schwebefähre ist für uns ein wichtiges Verkehrsmittel", sagte er NDR.de. Er will nun, wie sein Rendsburger Amtskollege Pierre Gilgenast (SPD), das Gespräch mit dem WSA suchen. Es ist für den Kanal und die Fähren zuständig. "Wir brauchen schnell eine adäquate Ersatzverbindung", forderte Sienknecht. "Eine Fähre wäre eine Möglichkeit". Die gab es vor einigen Jahren schon einmal.

Kollision: Kleine Fähre, großer Schaden

Ziele: Übernächste Woche erste Ergebnisse

Sienknecht hat schon früher versucht, bei Ausfällen der Schwebefähre vom WSA eine Ersatzfähre zu bekommen. Er zog dafür sogar vors Gericht - ohne Erfolg. "Damals ging es aber um kurzfristige Ausfälle", sagte Sienknecht. Jetzt gehe es aber wohl um eine längere Periode. Sienknechts Ziel: Ergebnisse der Gespräche sollen in den nächsten 14 Tagen vorliegen. Bis es so weit ist, werden die Kinder und die berufstätigen Pendler auf jeden Fall länger brauchen für ihren Weg zur Schule oder zur Arbeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2016 | 06:00 Uhr