Stand: 14.02.2016 16:44 Uhr

Schmuck und Schwert: Experten schätzen Schätze

von Marei Beermann

Das alte Sofa von Oma, das Kaffeeservice der Urgroßtante, das Kunstwerk im Biedermeier-Stil - einige haben so etwas im Keller oder auf dem Dachboden stehen. Wie viel diese alten Dinge aber wert sind, weiß kaum jemand. Um genau das festzustellen, kamen viele Interessierte am Sonntag ins Ahrensburger Schloss. Experten eines großen Online-Auktionshauses schätzten dort kostenlos persönliche Dinge.

Antiquitäten im Ahrensburger Schloss

Landschaftsgemälde nur 200 Euro wert

Schon lange vor Einlass stehen Hans-Jürgen Zietlow und seine Frau Karin vor dem Tor des Ahrensburger Schlosses in der Schlange. Die beiden sind extra aus Bad Oldesloe gekommen, mitgebracht haben sie ein Landschaftsgemälde, das sie 1978 zur Hochzeit geschenkt bekommen haben. Seitdem haben sie es nicht aufgehängt. "Meine Frau mochte das Bild nie besonders", sagt Hans-Jürgen Zietlow. "Ich finde es ganz gut. Wir haben es damals von meinem Onkel bekommen, einem Antquitäten-Händler aus München." Nun haben sie es sorgfältig verpackt und wollen es endlich mal schätzen lassen. Das Ergebnis der Expertin ist ein wenig ernüchternd: Das Bild stammt von einem regionalen Künstler und ist etwa 200 Euro wert. Das Ehepaar will sich jetzt doch überlegen, ob es das Bild verkaufen will.

Japanisches Samurai-Schwert vom Vater

Ein Kunstwerk der ganz anderen Art hat Hartmut Brand aus Oststeinbek im Gepäck. Der 75 Jahre alt Mann legt der Expertin ein japanisches Samurai-Kurzschwert auf den Tisch. Sein Vater hatte es 1940 in Japan geschenkt bekommen und an ihn weitergegeben. Brand schätzt, dass es etwa 200 Jahre alt ist. "Gut möglich", bestätigt Expertin Susanne Stiel. Wie viel das Schwert allerdings wert ist, weiß sie nicht zu sagen: "Asiatische Kunst ist ein ganz enges Spezialgebiet, da braucht man schon einen versierten Experten." Echt ist die Waffe aber, so viel kann Stiel auf jeden Fall sagen. "Das sieht man am gefältelten Stahl."

Schmuck von der Urgroßtante

Etwas sehr viel Zarteres hat Heike Hormann aus Bad Oldesloe dabei. Sie möchte gerne wissen, wie viel der Schmuck wert ist, den ihre Tochter von der Urgroßtante geerbt hat. Die Brosche und die Ohrringe gehören zum so genannten Fahrner Schmuck, benannt nach dem gleichnamigen Schmuckfabrikanten, der als einer der Vorreiter des Designerschmucks gilt. Dreihundert Euro, so schätzt die Expertin, sind die Stücke wert. "Ein bisschen enttäuschend", findet Heike Hörmann. "Ich hatte gedacht, die Sachen seien mehr wert." Verkaufen will die Tochter den Schmuck aber eh.

Etwa 250 Besucher

Tatjana Ceynowa, Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Ahrensburg, freut sich über das rege Interesse an der Veranstaltung "Schätze schätzen". Sie vermutet, dass etwa 250 Menschen gekommen sind, um ihre ganz persönlichen Dinge schätzen zu lassen. Das liegt natürlich nicht zuletzt daran, dass die Experten das kostenlos tun. "Wir hatten bis 2010 mehrere solche Schätz-Veranstaltungen mit großem Andrang", sagt Ceynowa, aber das bei einer Neuauflage so viele Interessenten kommen würden, damit habe sie nicht gerechnet. Ein weiter Termin ist übrigens geplant, ein festes Datum gibt es aber noch nicht.

Eine Gutachterin mustert ein Gemälde.

Schätze schätzen im Schloss Ahrensburg

Schleswig-Holstein Magazin -

Ist Großmutters Amulett etwas wert? Im Schloss Ahrensburg konnten Besucher ihre "Schätze" von Kunstexperten eines Hamburger Online-Auktionshauses schätzen lassen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 14.02.2016 | 19:30 Uhr