Stand: 28.01.2016 13:52 Uhr

Scharbeutz: Zwei Jahre Haft für Brandstifter

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Der nun verurteilte Mann hat die Feuerwehr in Scharbeutz 2015 in Atem gehalten.

Der Mann, der im Ostseebad Scharbeutz (Kreis Ostholstein) gezündelt hat, muss für zwei Jahre in Haft. Das Schöffengericht Lübeck verurteilte den 38-Jährigen wegen Brandstiftung in sechs Fällen. Der Angeklagte nahm das Urteil zunächst äußerlich gefasst auf. Als der Richter jedoch erläuterte, dass die Strafe wegen der fehlenden günstigen Sozialprognose nicht zur Bewährung ausgesetzt werden könne, schlug er entsetzt die Hände vor das Gesicht.

Sechs unbewohnte Gebäude gehen in Flammen auf

Zwischen April und Juni 2015 hatte der 38-Jährige Reetdächer angezündet. Dabei handelte es sich um eine DLRG-Wache sowie mehrere Strandkorbvermietungen und Toilettenhäuser. Sechs Mal rückte die Feuerwehr deshalb aus. Es entstand Sachschaden von rund 200.000 Euro. Im Juni vorigen Jahres wurde der Brandstifter schließlich gefasst. Der Mann war gehörlos, hatte keinen festen Wohnsitz und campierte unter einem Holzsteg am Strand.

Verteidigung plädierte auf Bewährungsstrafe

Am Donnerstag vor Gericht schwieg der Mann. Bei der Polizei hatte er jedoch zugegeben, die Brände gelegt zu haben. Laut einer Kriminalbeamtin nannte er als Motiv Frust, Wut über seine Lebenssituation und Unzufriedenheit mit seinen familiären Verhältnissen. Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zweieinhalb Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung bat um eine Bewährungsstrafe, hatte jedoch keinen konkreten Antrag gestellt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 28.01.2016 | 15:00 Uhr