Stand: 11.01.2016 20:33 Uhr

Rendsburger Schwebefähre wird abmontiert

Die mehr als hundert Jahre alte Rendsburger Schwebefähre muss nach dem spektakulären Unfall am vergangenen Freitag komplett abgebaut werden. Weil nach der Kollision eines Frachtschiffes mit der Fähre noch nicht genau feststeht, wie groß der Schaden ist, lässt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) die demolierte Fähre in den kommenden Wochen von der Rendsburger Hochbrücke abnehmen - auch aus Sicherheitsgründen. Matthias Visser vom WSA sagte am Montag bei der Begutachtung der Schäden, es sei nicht ausgeschlossen, dass sich im oberen Bereich der Anlage Einzelteile lösen und herabfallen könnten.

Reparatur überhaupt noch möglich?

Seit Freitagnachmittag liegt die Schwebefähre aufgebockt auf der Südseite des Nord-Ostsee-Kanals. Offen sei noch, ob eine Reparatur möglich und sinnvoll sei, sagte Matthias Visser. "Wenn man die Fähre sieht, dann sieht man schon recht deutlich, dass der Schiffsstoß dazu geführt hat, dass die ganze Fähre deformiert ist". Außerdem sind zwei von zwölf Tragseilen bei der Kollision gerissen. Auch der Schienenwagen, an dem die Fähre montiert ist, scheint laut Visser verbogen zu sein. Genaueres wird sich wohl erst sagen lassen, wenn die Schwebefähre auf dem Bauhof des WSA in Rendsburg steht.

Bürgermeister und Denkmalschützer in Sorge

Aus Sicht der Behörde ist die Querung des Nord-Ostsee-Kanals durch den Auto- und Fußgängertunnel zwar auch ohne die Schwebefähre sichergestellt. Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast und auch das Amt für Denkmalschutz hoffen dennoch auf eine Reparatur, damit sie als Wahrzeichen erhalten bleibt. Auch Osterrönfelds Bürgermeister Bernd Sienknecht besteht darauf, dass seine Gemeinde eine Kanalquerung behält. "Die Schwebefähre ist für uns ein wichtiges Verkehrsmittel", sagte er NDR.de. "Wir brauchen schnell eine adäquate Ersatzverbindung."

Ursache weiter unklar

Die Schwebefähre an der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke war mit einem Frachter kollidiert. Der Maschinenführer wurde schwer, der einzige Passagier leicht verletzt. Das Fahrzeug selbst wurde erheblich beschädigt. Die nächste Kanalquerung, der Fußgängertunnel, den auch Radfahrer nutzen können, ist etwa 1,5 Kilometer entfernt. Autofahrer müssen über die Fähre Schacht-Audorf oder den Autotunnel ausweichen. Außerdem fährt tagsüber stündlich ein Bus von Osterrönfeld nach Rendsburg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2016 | 20:00 Uhr